Vom großen und vom kleinen Glück in Ebreichsdorf

Partei-Präsentation im "Magna Racino" - Man wollte nur einen: Frank, den Onkel aus Amerika

Ebreichsdorf - Amerika ist halt ein Traum. Also inszenierte Frank Stronach das Fest, zu dem er am Donnerstag (potenzielle) Parteigänger geladen hatte, so amerikanisch, wie das im Speckgürtel geht: Im "Magna Racino", Stronachs Hybrid aus Rennplatz, Automatencasino und Show-Theater. In Ebreichsdorf.

Es gab "amerikanische" Anmutung - mit dem Format der Provinz: Mann trug Anzug - und aß Leberkässemmel. Der Sänger sang "This Land is my Land" - und ersetzte US-Bundesstaaten durch NÖ-Gemeinden: Mitt Romney hätte geweint. Aus Mitleid.

Statt Showgrößen machten die Polit-Überläufer die - naja - Anheizer: "Alles wird anders," riefen sie - und emittierten ansatzlos die gleichen farb-, kontur- und inhaltslosen Worthülsen, wie in den Jahren (und Parteien) zuvor.

Bloß: Das war egal. Denn man wollte nur einen: Frank, den Onkel aus Amerika. Der kam - und lieferte: Die "Story", von dem, der auszog und es schaffte. Dem die ganze Welt zu Füßen liegt. Der alles gut machen kann und wird.

Während Stronach auf der Showbühne das große Glück verhieß, gab es unabhängig davon nebenan das kleine: Im Casino wurden Supermarkt-Geschenkkörbe verlost. An Hausfrauen der Region. Auch hier war die Glücksbringerin einst weltberühmt. Zumindest in Österreich: Ex-Miss-World Ulla Weigerstorfer. (rott, DER STANDARD, 29./30.9.2012)

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