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"Magic City" ab 30. 9. sonntags um 21 Uhr auf Sky Atlantic HD.
Die späten Fünfzigerjahre - sie sind wieder da. Nach Mad Men hat sich eine neue US-Serie jener Zeit angenommen, die wir uns hollywoodesk verbrämt als eine mit Cadillacs und strammen Hosen vorstellen. Mit Magic City verlegt der Sender HBO den Schauplatz nun an den Strand der Reichen und Schönen, nach Miami Beach, wo ein charismatischer Hotel-Tycoon zwischen Gewerkschaftsstreik und Luxusleben mit der Mafia Geschäfte machen muss.
Bis hin zur unheilvoll-dumpfen Titelmusik gleicht hier so einiges dem Mad Men-Serienhit der Nullerjahre. Aber dessen Drehbuch kann so schnell keiner das Wasser reichen. Zumindest wartet Episode eins von Magic City im Vergleich dazu mit allerlei Durchschnittsnarrativen auf, die sich brav in jede Hollywood-Dramaturgie einordnen lassen: Hotelbesitzer Ike Evans (Jeffrey Dean Morgan) muss sich an den Mafiaboss Ben Diamond (Danny Huston) verkaufen, um sein Imperium zu retten. Zufällig aber verliebt sich sein ältester Sohn in die Neo-Gattin dieses Teufels. Das weist ein gewisses Originalitätsdefizit auf.
Etwas langweilig ist auch die Sex-and-Crime-Ästhetik dieser Luxusgesellschaft: "Smart ass"-Gespräche in düsteren Bars, laszive Küsse in Großaufnahme und Frauen ausschließlich als Pin-ups, die nichts anderes tun, als ihre kleinen Hintern in die Sonne Floridas zu halten.
Dennoch könnte die Serie ein Erfolg werden. Denn hier wird auf Kosten einer gesellschaftspolitisch brisanten Zeit letztendlich vor allem der Reichtum gefeiert. Und der ist bei exquisiter Ausstattung immer noch vergnügliches Anschauungsmaterial. Ab 30. 9. sonntags um 21 Uhr auf Sky Atlantic HD. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 29./30.9.2012)
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