Öffnungszeiten Wiener Apotheken: "Geht nicht um Shopping-Erlebnis"

Verena Kainrath, 28. September 2012, 18:01

Die Öffnungszeiten beschäftigen die Gerichte, die Kammer droht Rebellen in Wien mit Anzeigen

Wien - Der Streit um längere Öffnungszeiten für die Wiener Apotheken wird zu einem Duell der Juristen. Eine Innenstadt-Apotheke hat einen Entscheid des Unabhängigen Verwaltungssenats erkämpft, der es ihrer Zunft künftig freistellt, an Samstagen auch nach zwölf Uhr Mittag offen zu halten. Sie will das kommendes Wochenende in die Tat umsetzen. Dem Bescheid zum Trotz droht ihr dennoch eine neue Anzeigenflut. Die Apothekerkammer gibt sich nämlich keineswegs geschlagen.

Es möge ja altvaterisch klingen, sagt ihre Präsidentin Andrea Vlasek. "Aber es geht hier um Solidarität. Und sich die Rosinen rauszupicken ist nicht kollegial." Mit vollen Hosen sei gut stinken, fügt sie hinzu. "Wer das Glück einer Apotheke am Wiener Graben hat, sollte Gott dafür danken." Es gebe aber genug Betriebe in wenig kaufkräftigen Randlagen mit denselben Verpflichtungen. Letztlich ge- he es bei den Apotheken "um kein Shopping-Erlebnis, sondern um einen Arzneimittelauftrag".

Wiens Pharmazeuten hätten die Pflicht, innerhalb gewisser Zeiten offen zu halten (was bei Umbauten mitunter auch zum Dienst in Containern zwinge) - und zudem alle neun Tage Bereitschaftsdienst zu leisten. Dem Zwang zur Öffnung stehe das Verbot gegenüber, die Dienste anderer Apotheken durch freiwilliges Offenhalten zu konterkarieren. So wolle es ein Urteil des Verfassungsgerichtshof.

Kundenfreundlichere Öffnungszeiten

Die rebellische Innenstadt-Apotheke lässt sich von neuen Strafen nicht einbremsen. Die zitierte Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs sei 20 Jahre alt und stamme aus der Zeit vor der großen Liberalisierung der Ladenöffnung im Handel, sagt Rechtsexperte Peter Krüger. "Damals gab es noch verpflichtende Mittagspausen." Nun gelte der Entscheid des Senats - und wer Verwaltungsstrafen kassiere, könne diesen anrufen.

Es gebe sehr wohl Gespräche in Wien, wie sich die Öffnungszeiten kundenfreundlicher gestalten ließen, sagt Vlasek. Dies müsse aber für alle 300 Apotheker passen und gehöre rechtlich abgeklärt. "Wir müssen die flächendeckende Versorgung im Auge behalten." "Seit eineinhalb Jahren gibt es Arbeitsgruppen - zusammengebracht haben sie nichts", klagt Krüger.

Er sehe kein System zusammenbrechen, nur weil Kunden um insgesamt vier Stunden in der Woche länger in den Apotheken einkaufen können. Notdienste besser zu regeln sei im Übrigen schon bisher verabsäumt worden. Die Innenstadt-Apotheke ringt um ihre Konzession, da sie sich bis vor einem Jahr dem zeitlichen Korsett ihrer Branche widersetzte. Krüger: "Wird juristisch aus vollen Rohren geschossen, darf man sich über Gegenwehr nicht wundern." (Verena Kainrath, DER STANDARD; 29.9.2012)

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Versandapotheke als Alternative

wird Zeit, dass es mehr versandapotheken gibt

bestell seit kurzem bei Versandapotheke, ist viel billiger und bequemer.

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Zeit wird es, dass auch dieses vorgestrige Apothekenmodell aufgebrochen wird. Ich wundere mich immer wieder, was in Österreich alles geschützt, reglementiert und vorgeschrieben ist.

Jene die den freien Markt am meisten hassen...

... sind die Wirtschaftstreibenden, Elektrizitätserzeuger, etc. Nur wenn es um die Bereitstellung von Arbeitssklaven geht, ist er recht.

Es zeigt sich immer wieder, dass der größte Feind der Wirtschaftstreibenden in diesem Land ihre eigenen "Interessensvertretungen" sind!

Solch "kleinliche" Vorgänge beweisen, dass die Politik weit, weit entfernt vom Alltagsleben agiert.

Die unsagbar altmodischen Bestimmungen führen dazu, dass der Spruch "Wien ist anders" in negativer Weise vollkommen bestätigt wird: Keine andere Grossstadt dieser Welt hat derart hinterwäldlerische Bestimmungen, seien es nun Öffnungszeiten, oder seien es total verdrehte "Parkpickerl" Regelungen.

Wien ist anders...

Interessant ist ja schließlich auch, dass es mit einer "moderaten" Freigabe der Apothekenöffnungszeiten in anderen Bundesländern bzw. Städten (z. B. Salzburg, Graz) funktioniert.

Es gibt also scheinbar Handlungsspielraum, obwohl Wien unter anderem mit nationalen Rechtsvorschriften und -normen argumentiert!

Was innerhalb des Geltungsbereiches der gesamtösterreichischen Rechte und Gesetze gilt, muss auch für Wien gelten. Hierüber kann sich eine Landesgeschäftsstelle und -Organisation nicht in Gutsherrenmanier wegsetzen. Vor allem nicht mit dem Hinweis auf nationale Vorschriften!

sinnlos

ab in den supermarkt mit den medikamenten. die apotheken machen ja eh schon werbung für alles was man nur verkaufen kann.

Oeffnungszeiten Wiener Apotheken

Bei mir in Florida habe ich Zugang 24h/7 Tage zu Apotheken, OHNE Zusatz(Straf)-gebuehren!

bei dir in Florida is ja auch generell ein total leiwandes Job- und Sozialsystem, sollt ma nächste Woche noch 1:1 in Europa übernehmen!

Bei euch in Florida

ist auch nicht jeder Kunde gleich ein lästiges Übel. Da herrscht generell mehr Kundenorientierung.

Ständestaat Österreich ..

rückständig und hinterwäldlerisch

Die Schlafwandler der AK...

kaempfen also dafuer, dass Patienten ihre Medizin nicht so leicht, nicht so schnell oder nicht so nahe bekommen können, wie es moeglich waere.

Eine neue Facette des Konsumentenschutzes...

Seht AK

in deinem Posting für Apothekerkammer oder für Arbeiterkammer?

Die Apothekerkammer hat noch nie Konsumentenschutz betrieben, die Arbeiterkammer wird im Artikel mit keinem Wort erwähnt.

Hatte gestern (Samstag) nachmittag das Vergnügen, mit Kopfweh zu der mir bekannten Apotheke gehen zu müssen, dort mir unbekannte Adressen anzuschauen, eine der angegebenen Bereitschaftsdienst-Apotheken zu suchen, dort Schlange zu stehen.... Unnotwendig im 21. Jahrhundert in einer Großstadt.

Völlig unnötig,

Sie hätten sich im Internet informieren oder telefonisch erkundigen können, das geht schon im 21. Jhdt. Und ein paar Kopfwehtabletten kann man schon vorrätig halten.

Ich hatte sie daheim vergessen. Schlimm, gell?

weniger alkohol trinken, dafür mehr wasser (keine dickmachsäfte)

dann haben sie auch nicht so schlimmes/häufiges kopfweh/kater ;-)

Vielleicht wäre es recht Frau Präsidentin, wenn Sie ....

... nicht verhindern das eine Apotheke offen hat, sondern erkunden, welche Apotheken auch offen haben möchten. Dann sich für diese einsetzen ist der richrige Weg als eine Apotheke zum Feinbild zu machen....

... oder sich an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren.

Wie rückständig sind wir in Österreich eigentlich?

Wer aufsperren soll, soll aufsperren, dafür sollen dann anständige Wochenend- und Nachtzuschläge bei den Gehältern gezahlt werden. Aber die Öffnungszeiten zu beschränken ist außer lächerlich nur noch lächerlich!

wird Zeit, dass es mehr versandapotheken gibt

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oder

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Endlich geschützte Bereiche "befereien"

Notare und Apotheken zählen in Ö zu den letzten geschützten Bereichen, die sich auf Kosten ihrer Zwangs-Kunden g'sundstessen. Da ist längst ein Frischlufttaifun nötig.

Und die

Rauchfangkehrer...die dritte noch verbliebene geschützte Werkstätte.

Dort ist der Gebietsschutz schon lange gefallen. Die Hausverwaltungen nehmen halt trotzdem den nähesten

Wuerd mich...

...schon lange interessieren ob es nicht ein paar Kick-Backs zwischen Hausverwaltungen und diversen Lieferanten gibt.

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