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Peer Steinbrück ist Kanzlerkandidat der SPD.
Kein anderer Politiker in Deutschland führt ein Doppelleben wie Peer Steinbrück. Im Bundestag sieht man den Sozialdemokraten gelegentlich gelangweilt herumsitzen. Er ist seit 2009 ja nur noch einfacher Abgeordneter, prominente Plätze auf der Rednerliste bekommen andere.
Doch außerhalb des Hohen Hauses ist der ehemalige Finanzminister ein vielbeschäftigter Mann. Vorträge, Lesereisen, Talkshow-Auftritte - sein Terminkalender ist bis weit ins nächste Jahr hinein voll. Viele wollen den brillanten und oftmals scharfzüngigen Rhetoriker hören.
Jetzt, da Steinbrück sich entschieden hat, bei der Bundestagswahl 2013 als SPD-Kanzlerkandidat anzutreten, wird das Interesse noch steigen - nicht unbedingt zum Missfallen des mit überdurchschnittlichem Selbstbewusstsein ausgestatteten Kandidaten.
Rückschläge können ihn schon als Kind nicht aufhalten. Steinbrück, 1947 in Hamburg geboren, ist in der Schule so schlecht, dass er zweimal sitzenbleibt. Nach dem Studium in Kiel (VWL, Soziologie) arbeitet er in mehreren Bonner Ministerien und wird 1978 Referent im Kanzleramt. Der Chef damals: Helmut Schmidt. Den Altkanzler verehrt Steinbrück bis heute, er genießt es sichtlich, als Schmidt ihn schon 2011 als Kanzlerkandidat forciert.
Doch bevor Steinbrück, der mit einer Biologielehrerin verheiratet ist und drei Kinder hat, in die Nähe des Berliner Kanzleramtes kommt, leitet er in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen Ministerien. 2002 wird er Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, 2005 aber schon wieder abgewählt, und da fügt es sich praktisch, dass in Berlin, in Angela Merkels großer Koalition, ein Finanzminister gebraucht wird.
Merkel kann gut mit dem nüchternen Steinbrück, in der Finanzkrise arbeiten sie eng zusammen. Unvergessen ist der gemeinsame Auftritt am Sonntag, dem 5. Oktober 2008, im Kanzleramt: Um einen Massenansturm auf Banken zu verhindern, geben beide eine 500-Milliarden-Euro-Garantie für Spareinlagen - "um 14.30 Uhr, kurz bevor der Heinz-Rühmann-Film im Fernsehen begann", wie sich Steinbrück später trocken erinnert.
Andere kommen mit ihm weniger gut aus, denn Steinbrück ist einer, der gern austeilt. Der Schweiz drohte er im Steuerstreit mit der Kavallerie, Österreich setzte er dabei mit Ouagadougou in Burkina Faso gleich. Und die Parteilinken, die sich mit Kürzungen im Sozialbereich schwertun, gelten ihm als Heulsusen. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 29.9.2012)
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Auch ich habe des Hamburgers Kommentare - auch über das ach so unschuldige Österreich - stets geschätzt und mich klammheimlich amüsiert.
Ich hoffe, der kommende Wahlkampf wird mich weiterhin erheitern. Vorschuss-applaus für Peer!
Noch hat er euch nur geschmäht und nicht ins Visier genommen, Ösis - aber ärgert ihn lieber nicht, sonst lässt die euch die Bundeswehr beim Aufbau eurer Infrastruktur helfen und ihr müsst die Gebirgsschützen in Pakistan zu Taliban umschulen lassen.
sagte Steinbrück wörtlich. Angesichts der Massaker welche die Kavallerie an den Indianern begangen hat ist dieser Spruch völlig geschmacklos. Dass Steinbrück in der Schule nicht aufgepasst hat, lasse ich als Ausrede nicht gelten. Den Schweizern gegenüber war´s eine unverschämte Drohung und für die Nachfahren der Massakrierten eine unglaubliche Geschmacklosigkeit.
ich find den Mann trotzdem amüsant. Die meisten Pferde seiner Kavallerie sind verhungert oder werden verhungern, und viele Kavalleristen arbeiten mittlerweile in der Schweiz oder in Österreich oder sonstwo in der Welt....mit was will der Mann angreifen?
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