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vergrößern 900x497Man sammelt alles, auch Webseiten, Blogs und Netzwerke. Das Buch aber habe ausgedient.
Ende Mai 2010 antwortete Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Nationalbibliothek, im STANDARD-Interview auf die Frage, ob es überhaupt noch sinnvoll sei, alles zu sammeln, was gedruckt erscheint, wenn es ohnedies von fast jedem Buch die digitalen Daten gibt: "Ich meine: Ja! Es muss pro Land zumindest eine Bibliothek geben, die von den gedruckten Werken ein Exemplar sammelt. Das ist die Aufgabe einer Nationalbibliothek. Das handhabt man weltweit so - und sollte auch nicht infrage gestellt werden."
Doch Rachinger selbst stellte dieses Prinzip nun nicht nur infrage: Sie erklärte es bei ihrer Pressekonferenz am Freitag mehr oder weniger für obsolet. Die ÖNB sei bereits in Verhandlungen über eine Novelle des Mediengesetzes. Bekanntlich hat jeder Verlag ein "Pflichtexemplar" der ÖNB zur Archivierung zukommen zu lassen. Doch Rachinger möchte in Hinkunft bei Hybrid-Produkten lieber das E-Book sammeln - und nicht mehr die gedruckte Version.
Mit der Abkehr vom bisherigen Dogma hat Rachinger kein Problem: "Die Welt verändert sich", sagte sie. 2025 werde der Großteil aller Bücher nur mehr digital erscheinen. Und darauf müsse sich die ÖNB bestmöglich vorbereiten.
Dieses ominöse Jahr war das eigentliche Thema der Pressekonferenz. Denn die Nationalbibliothek entwickelte mit dem Ziel, "die Wissensgesellschaft von morgen maßgeblich mitzugestalten", Visionen für 2025. Man geht davon aus, dass die Bestände (oder zumindest der Großteil der gegenwärtig 8,2 Millionen Objekte) digitalisiert sein werden. Dieses Projekt verfolgt man schon seit einigen Jahren: Google digitalisiert gegenwärtig den urheberrechtsfreien historischen Bestand.
"Semantisches Web"
Der Schwerpunkt der Sammlungspolitik werde 2025 im Onlinebereich liegen. Und er werde neben digitalen Publikationen auch usergenerierte Inhalte, öffentliche soziale Netzwerke, Blogs und andere Formate, die erst entstanden sein werden, umfassen.
All diese Digitalisate sollen Teil des semantischen Web (Web 3.0) sein: Sie werden mit Zusatzinfos (sogenannten Metadaten) angereichert und mit externen Ressourcen, etwa Geo- und Personendaten, verknüpft. Die Bestände - nicht nur die Bücher, sondern auch die Fotos, Plakate und Karten - sind in einem einheitlichen System erfasst; der Zugriff auf die digitalen wie die digitalisierten Inhalte werde daher einfacher. Als Dienstleister will man mehrere Services anbieten, darunter die Visualisierung von Suchergebnissen in Themenclustern.
Aufgrund der Vernetzung mit anderen Bibliotheken werde man eine effektivere Forschung ermöglichen. Die digitalisierten, in alle Welt verstreuten Papyrischnipsel könnten Rechner zusammenpuzzeln. Und die Forschungsergebnisse will man, da die ÖNB ein "Zentrum der Wissensvermittlung" sei, mithilfe neuer Technologien didaktisch aufbereiten.
Zudem soll es die Volltextsuche auch beim historischen Datenmaterial geben. Der Nutzer werde beispielsweise mit ein paar Klicks alle Presseartikel über den Tod von Kronprinz Rudolf im Jänner 1889 abrufen können. Dazu müsse man aber nicht in die ÖNB kommen: Der Zugriff werde allerorts möglich sein. Und weil die Nationalbibliothek von ihren Werten her "für einen freien Zugang zum Wissen" stehe, stelle man, so der hehre Traum, das Material als "Open Data" der Allgemeinheit uneingeschränkt zur Verfügung.
Trotz E-Books werde es aber noch genügend echte Bücher zu sammeln geben. Den
schon seit Jahren geforderten Speicher unter dem Heldenplatz benötige man daher
sehr wohl: "Wir sind nächstes oder übernächstes Jahr voll." Die
Burghauptmannschaft arbeite gerade an einem Konzept inklusive Tiefgarage für
Busse. Dieses soll nicht erst 2025 präsentiert werden, sondern noch im
Herbst. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 29./30.9.2012)
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Erste Tranche des Google-Digitalisierungsprojekts ist online
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Das Lebenswerk der Kunstschriftstellerin Amelia Sarah Levetus, die um die Jahrhundertwende in der internationalen Zeitschrift "The Studio" die Wiener Moderne in der ganzen Welt veröffentlichte, lässt sich am besten über Digitalisierungen ermessen :
http://de.wikipedia.org/wiki/Disk... ah_Levetus
Ihr Buch mit den beigebundenen Originalradierungen über Frank Brangwyn, der die Albertina mit seiner Graphik und seinen Zeichnungen beehrte, wird dadurch nicht überflüssig.
den Inhalt digitalisieren wie auch durch OCR in eine wissenschaftlich bearbeitbare Version zu bringen sind aktuelle Kernaufgaben von Bibliotheken . Es wäre wünschenswert , wenn sich auch Stiftsbibliotheken mit ihren unwiderbringlichen Inkunabelbeständen daran beteiligen , da eine Digitalisierung die einzigen Möglichkeit ist , den Inhalt dern der Materialität zu konservieren ......
Sollte es 2025 möglich sein unter Missachtung jeglicher Urheberrechte einfach von Zuhause aus auf beliebige Bücher Zugriff zu haben, bedeutet das spätestens bis 2035 das Ende jeder höheren geistigen Tätigkeit. Kostenlos wird keiner anspruchsvolle Texte schreiben; das Problem gibt es ja heute schon. Aber Hauptsache wir sind modern.
Die Fakten zeigen ganz etwas anders. Nämlich das dort, wo am meisten Geld im Spiel ist, der grösste Schrott produziert wird. Weil dort der Inhalt am Ende nur Mittel zum Zweck ist und nichts anders.
Zudem ist von dem was dort ist der Grossteil von Autoren, die längst verstorben sind....
Die Kommerzialisierung macht den Geist zum Ungeist, zum Knecht von Auflage und Profit, den Autor zum Untertanen des Verlegers und Lektors. Das tötet den Geist, und nicht die Frage des Urheberrechts.
Und dann sollen die Künstler nur mehr digital arbeiten ...
Seien wir Froh, das uns die Vorfahren alles in gedrucktem Werk überlieferten... und hoffen wir, dass es in Zukunft so sein wird. Ansonsten könnten wird die Kultur zu einfach löschen - nicht nur sprichwörtlich.
Ausgabe sammeln will, wird sich als Katastrophe herausstellen.
Das man nicht einmal dafür Zeit und Geld (nur für die Lagerung, das Exemplar ist ja umsonst) aufwenden will, zeigt von einer grenzenlosen Ignoranz.
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