Zu laut, zu seltsam, zu kompliziert

Stephanie Gründler
28. September 2012, 16:40
  • "Beyond The Black Rainbow" von Panos Cosmatos.
    foto: /slash

    "Beyond The Black Rainbow" von Panos Cosmatos.

Wenn man die eigenen Grenzen erkennt und Edgar Allen Poe Val Kilmer im Traum erscheint

Nachdem der Kurzfilm "Yellow", der vor "Chained" gezeigt wurde, als Appetizer für "Beyond The Black Rainbow" gelten sollte, habe ich mich auf einen Kunstfilm eingestellt. Den ich nicht verstehen werde. Verstanden habe ich ihn dann auch nicht. Knappe zwei Stunden durchdringende Töne, Bilder wie aus einem Science-Fiction-Film der frühen 80er, und die längste Zeit habe ich keinen Tau, worum es hier gehen soll. Gegen Ende wird klar, dass ein telekinetisch veranlagtes Mädchen als Versuchskaninchen für einen irren Wissenschaftler herhalten musste und deswegen festgehalten wurde. Letztendlich flüchtet sie aus dem Institut, trifft unterwegs auf einen Zombie (?), freut sich an der erlangten Freiheit und tötet den Wissenschaftler.

Filme wie "Beyond The Black Rainbow" sind für mich anstrengend, nicht nachzuvollziehen, verwirrend und im Endeffekt langweilig - eben weil mir das Verständnis dafür fehlt. Gibt es eine Botschaft? Geht es alleine um die Darstellung? Bin ich zu jung, um Filme dieser Art wertschätzen zu können? Sinnfreie Filme können ja auch ganz wunderbar sein, wenn irgendetwas passiert. Aber da ist einfach nichts passiert. Zumindest nicht viel.

Stephen King für Arme

In "Twixt" spielt der etwas aus dem Leim gegangene Val Kilmer Stephen King für Arme. Bei einer Buchpräsentation in einem Kaff zeigt sich der Sheriff als sein einziger Fan, der ihn für die vor langer Zeit geschehenen Morde der Stadt begeistern will. Der Autor lehnt zunächst ab, doch erscheint ihm in der Nacht Edgar Allen Poe, und in weiteren Drogenträumen wird die Geschichte doch neu aufgerollt.

Francis Ford Coppola hat sich in seinem Werk "Twixt" mit 3D-Aufnahmen gespielt, allerdings hat seine Begeisterung für die neue Technologie (ähem... so neu auch wieder nicht) nur für zwei Szenen und den Abspann gereicht. Der war dafür sehr schön. Die Geschichte an sich ist nicht sonderlich spannend und für meinen Geschmack zu leicht. Womöglich war dieser Abend Schonkost für den geneigten /slash Fan, um das Programm für den heutigen Abend besser verdauen zu können: David Hasselhoff gibt sich mit Piranhas und jeder Menge aufgeblasener Brüste die Ehre in "Piranhas 3DD". (Stephanie Gründler, 28.9.2012)

Beyond The Black Rainbow (CAN 2010)
Regie: Panos Cosmatos
Mit: Michael Rogers, Eva Allan, Scott Hylands, Marilyn Norry
Lauflänge: 110 Min

Twixt (USA 2011)
Regie: Francis Ford Coppola
Mit: Val Kilmer, Bruce Dern, Elle Fanning, Ben Chaplin, Tom Waits
Lauflänge: 90 Min

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