Vranitzky für Beibehaltung der Wehrpflicht

Ex-Bundeskanzler rät von einer "vorschnellen Abschaffung" ab - Hat Verständnis für Faymanns Nichterscheinen im U-Ausschuss

Wien - Altkanzler Franz Vranitzky (SPÖ) plädiert entgegen der Parteilinie für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht. Österreich sollte seiner Meinung nach "Allianzen suchen und für eine Verteidigungspolitik auf europäischer Basis eintreten", sagt der frühere Bundeskanzler (1986 bis 1997) im "Kurier" (Samstag-Ausgabe): "Bevor es ein solches Konzept nicht gibt, rate ich von der vorschnellen Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht ab, die klaglose Rekrutierung bleibt fraglich."

Voll auf Parteilinie ist Vranitzky dagegen im Konflikt um die von der SPÖ verweigerte Ladung von Kanzler Werner Faymann (SPÖ) in den laufenden Korruptions-Untersuchungsausschuss. "Der U-Ausschuss ist kein Exklusivklub lammfrommer Wahrheitsfinder. Es gibt immer Abgeordnete, die in Lauerstellung sind, bloß um den politischen Mitbewerber mit Anzeigen einzudecken", meint der frühere SP-Politiker. Die Strategie von Klubobmann Josef Cap, der Vorladung Faymanns nicht zuzustimmen und dabei das Koalitionsabkommen einzusetzen, sei daher "plausibel". (APA, 28.9.2012)

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