Ein Gradmesser für alpine Panoramen

Bernd Orfer
28. September 2012, 17:19
  • Die Frühmesser-Tour hat den Vorteil, dass man schon in großer Höhe beginnt.
    foto: apa/marc müller

    Die Frühmesser-Tour hat den Vorteil, dass man schon in großer Höhe beginnt.

  • Gesamtgehzeit 3¼ bis 3½ Stunden, Höhendifferenz 300 m. Kein 
Stützpunkt auf der Runde, Restaurant bei der Bergstation. Die 
Wildkogelbahn ist bei Schönwetter bis 14. Oktober 2012 täglich in 
Betrieb.
ÖK25V Blatt 3219-Ost (Neukirchen am Großvenediger), Maßstab 1:25.000
    foto: der standard

    Gesamtgehzeit 3¼ bis 3½ Stunden, Höhendifferenz 300 m. Kein Stützpunkt auf der Runde, Restaurant bei der Bergstation. Die Wildkogelbahn ist bei Schönwetter bis 14. Oktober 2012 täglich in Betrieb.

    ÖK25V Blatt 3219-Ost (Neukirchen am Großvenediger), Maßstab 1:25.000

Der Frühmesser in den Kitzbüheler Alpen sollte nicht erstürmt werden - Dafür sind die Ausblicke unterwegs zu grandios

Gipfel an Gipfel reihen sich zu einer fantastischen Gebirgskette, Gletscher reiht sich an Gletscher: Das ist die überwältigende Aussicht vom Frühmesser am südlichen Rand der Kitzbüheler Alpen. Von der Glockner- über die Granatspitz- und Venedigergruppe bis zu den Zillertaler Alpen präsentieren sich die bekanntesten Dreitausender der Hohen Tauern.

Zu sehen sind: Hoher Tenn, Kitzstein- und Wiesbachhorn, Großglockner, Hohe Riffel, Tauernkogel, Hohe Fürlegg, Großvenediger, Keeskogel und Große Jaidbachspitze. Das durch seine Smaragdfunde berühmte Habachtal ist in seiner ganzen Länge zu überschauen. Schweift der Blick nach Osten und Norden, so zeigen sich Wilder Kaiser, Steinernes Meer und der markante Rettenstein, dem man an der Farbe seiner Felsfluchten ansieht, dass er einmal Röthelstein genannt wurde.

Eine Runde durch zwei Welten

Zwar zieht der bekanntere Wildkogel mehr Bergwanderer an, doch ist der Frühmesser schon wegen seiner Ursprünglichkeit vorzuziehen. Die Region ist durch zahlreiche Liftanlagen für das Skifahren erschlossen, die Eingriffe in die Natur werden durch ein großes Sonnenkraftwerk noch verstärkt. Sobald man jedoch die Rinderbirgalm hinter sich hat, wandert man in einer idyllischen alpinen Landschaft, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert hat. Die Tour auf den Frühmesser ist eine Runde durch zwei Welten.

Sie hat zudem den Vorteil, dass man schon in großer Höhe beginnt. Es sind also keine besonderen Steigungen zu bewältigen. Nur sollte man sich Zeit und Muße nehmen, um die grandiosen Ausblicke erfassen zu können.

Die Höhenwanderung lässt sich etwas erweitern, wenn man von der Herrensteigscharte den Umweg über die Geigenscharte zum Frühmesser wählt oder den Braunkogel "mitnimmt", eine wesentliche Bereicherung ist dies aber nicht. Da sollte man eher den Aufenthalt auf dem Gipfel entsprechend ausdehnen.

Die Route

Von der Bergstation der Wildkogelbahn in Neukirchen am Großvenediger steigt man kurz nach Westen in die Gensbichlscharte ab. Bei der neben dem im Sommer geschlossenen Gasthof Wolkenstein stehenden Kapelle beginnt ein rot markierter, schmaler Pfad, der ohne wesentliche Steigungen zur Rinderbirgalm führt. Nach einem kurzen Anstieg zu einem Rücken geht es leicht bergab und dann hinauf zur Herrensteigscharte. Gehzeit 1½ bis 1¾ Stunden.

Eine weitere halbe Stunde braucht man für den etwas steileren Anstieg zum Kamm und zum Gipfel des Frühmessers.

Auf dem nach Süden führenden Kamm geht es dann - etwas steil - in den Sattel vor dem Braunkogel hin ab, den man auf der linken (östlichen) Seite umgeht. Dann gelangt man zu einem Güterweg, der in einem langen Bogen wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. Gehzeit ab Frühmesser 1¼ Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 29.9.2012)

 

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