Panetta: Gemeinsame NATO-Patrouillen mit Afghanen wieder aufgenommen

US-Verteidigungsminister gibt Pressekonferenz zu Afghanistan

Washington - Die NATO-geführte ISAF-Truppe hat die gemeinsamen Patrouillen mit afghanischen Streitkräften wieder aufgenommen. Die meisten Einheiten der internationalen Schutztruppe seien zu den gemeinsamen Operationen zurückgekehrt, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Donnerstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Allerdings müssen nach Angaben von Vertretern der US-Armee weiterhin die Regionalkommandeure zustimmen, wenn die westlichen Soldaten unterhalb der Bataillonsstärke - das sind etwa 400 bis 800 Soldaten - mit Afghanen ausrücken.

Am 18. September hatte die NATO bekannt gegeben, dass ausländische Einheiten unterhalb der Bataillonsgröße nur noch "von Fall zu Fall" gemeinsam mit einheimischen Sicherheitskräften operieren sollten. Damit reagierte das Militärbündnis auf die gewachsene Zahl Angreifer aus der Reihe der afghanischen Sicherheitskräfte. 2012 starben bei 35 solcher Insider-Attacken 51 ISAF-Soldaten. Dies entspricht rund 20 Prozent aller NATO-Verluste in diesem Jahr.

Panetta kam auch auf den jüngsten Rückzug von 33.000 US-Soldaten zu sprechen, die 2009 als zusätzliche Verstärkung nach Afghanistan entsandt worden waren. US-Präsident Barack Obama hatte damals versprochen, die Verstärkung bis Ende 2012 wieder abzuziehen. Panetta zufolge halfen die zusätzlichen Truppen, die radikalislamischen Taliban zurückzudrängen. Er verwies auf einen Rückgang der Anschläge auf NATO-Truppen um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Panetta hält demnach an dem für Ende 2014 geplanten Abzug der meisten der derzeit rund 112.000 ISAF-Soldaten fest. (APA, 28.9.2012)

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