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Joseph Kibunja (links) und Henry Wanyoike (rechts) bei den Paralympics 2012 in London.

Beim Training in Wien.
"Als ich ein kleiner Junge war, träumte ich immer davon, Leichtathletik-Weltmeister zu werden", sagt der 38-jährige Henry Wanyoike. Er ist ein kleiner schmaler Mann, trägt Trainingsanzug und Sonnenbrille. Aufgewachsen ist Wanyoike in dem kenianischen Dorf Kikuju, 20 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Auf welche Art sein Traum Wirklichkeit werden sollte, konnte er sich damals noch nicht vorstellen.
Mit 21 Jahren, im Jahr 1995, hatte Wanyoike einen Schlaganfall. Er verlor sein Augenlicht und konnte seinen Job als Schuster nicht mehr ausüben. "Drei Jahre lang konnte ich mein Schicksal nicht akzeptieren und hatte Depressionen", erzählt Wanyoike. Neue Kraft schöpfte er in einem Rehabilitations-Zentrum in Kenia, das von der NGO "Licht für die Welt" unterstützt wird. Das ist jene Organisation, die den Vienna Night Run dieses Jahr bereits zum sechsten Mal veranstaltet.
In dem Reha-Zentrum begann er auch wieder mit dem Lauftraining - dieses Mal aber mit der Unterstützung eines Begleitläufers. Zur Orientierung sind die beiden mit einer Kordel am Handgelenk miteinander verbunden.
Das Trainieren hat aber auch Spuren hinterlassen, die Hände von Wanyoike sind mit Narben übersät, die mehrere Zentimeter lang sind. "Am Anfang bin ich immer wieder hingefallen."
Bekanntheit erlangte Wanyoike bei den Paralympics 2000 in Sydney als sein damaliger Guide gegen Ende der Strecke zusammenbricht und der blinde Läufer ihn durch das Ziel schleift (siehe Video). Damals gewann Henry Wanyoike sein erstes Gold über 5.000 Meter.
Der nächste Höhepunkt folgte 2004 bei den Paralympics in Athen. Gemeinsam mit dem österreichischen Ex-Sportler Michael Buchleitner als Begleitläufer gewannen sie zweimal Gold. Auf der Strecke über 5.000 Meter ist er mit einer Zeit von 15 Minuten 11 Sekunden und 7 Hundertstel heute noch immer Weltrekordhalter.
Seit 2001 trainiert Wanyoike in Kenia sechsmal die Woche mit seinem besten Freund Joseph Kibunja. Die beiden kennen sich seit Kindheitstagen. 2003 gewannen sie bei den Panafrikanischen Spielen gemeinsam Gold über 1500 Meter. "Als ich mein Augenlicht verloren habe, ist Joseph an meiner Seite geblieben. Er ist mein bester Freund und ich vertraue ihm. Ich sehe mit seinen Augen." Zu Beginn des Trainings sei Joseph kein guter Läufer gewesen. Heute bewältigt er mit Wanyoike die gesamte Marathonstrecke von 42 Kilometern. Früher hatte er für diese Strecke mindestens zwei Guides gebraucht.
Auf die Frage, wie Kibunja, der früher als Schreiner gearbeitet hatte, damit umgeht, dass nicht er, sondern Wanyoike im Mittelpunkt steht, antwortet dieser gelassen: "Ich will keinen Ruhm. Ich habe mich dazu entschlossen, Henry auf seinem Weg zum Ziel zu begleiten. Wenn er etwas erreicht, ist es auch mein Erfolg. Ich bin dann auch ein Gewinner."
Gemeinsam sind die beiden heuer auch zu den Paralympics in London gereist, um am Marathon teilzunehmen. Jedoch mussten sie bei Kilometer 26 abbrechen, weil Wanyoike Hüftprobleme hatte. Trotzdem bezeichnet er diese Paralympics als Erfolg: "Diese Spiele haben hoffentlich vielen Menschen die Augen geöffnet, dass sie Paralympics-Athleten unterstützen und Menschen mit Behinderungen eine Chance geben, zu zeigen, was sie können."
Generell sollten Menschen mit Behinderungen stärker in die Gesellschaft eingebunden werden. Anders könnten laut Henry die Millienium-Entwicklungsziele nicht erreicht werden.
Neben sportlichen Ambitionen engagiert sich Wanyoike auch für soziale Projekte, um etwas von der Hilfe zurückzugeben, die er selbst bekommen hatte. Dafür hat er die Henry Wanyoike Foundation gegründet, die unter anderem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen dabei unterstützt, ein eigenständiges Leben zu führen.
Beim "Vienna Night Run" läuft Wanyoike am Samstag bereits zum vierten Mal mit. Begleitet wird er dabei wieder einmal von Michael Buchleitner. Für den Lauf wird die Wiener Ringstraße am Samstagabend zu einer fünf Kilometer langen barrierefreien Rennstrecke umfunktioniert. Im Vordergrund stehen nicht sportliche Höchstleistungen, sondern der gute Zweck: Pro Nenngeld (30 Euro) gehen sechs Euro an die Organisation "Licht für die Welt".
Das Geld wird diesmal vor allem für die Hilfe für Menschen mit grauem Star verwendet. Betroffenen kann mit einer einfachen Operation, bei der eine Plexiglas-Linse eingesetzt wird, dazu verholfen werden, wieder zu sehen. Bis jetzt haben sich bereits 15.100 Teilnehmer angemeldet. Nachnennungen sind am Samstag noch vor Ort möglich. (Elisabeth Mittendorfer, derStandard.at, 28.9.2012)
Info zum Vienna Night Run:
Dieses Jahr findet erstmals der Kinderlauf "Kids'R'Running" (Vier bis14 Jahre) im Rahmen des Vienna Night Runs statt. Start des Rahmenprogramms ist um 13.30 Uhr im Wiener Rathauspark. Dabei werden auch Henry Wanyoike und sein Begleitläufer Joseph Kibunja beim Workshop "Paarlauf" mit Kindern mit und ohne Behinderung trainieren, wie der Paarlauf funktioniert. Um 15.00 Uhr startet der Lauf, um 17.00 Uhr ist die Siegerehrung.
Start des Vienna Night Runs ist um 20:05. Die Ringstraße wird wegen der Veranstaltung zwischen 19.00 Uhr und 22.00 Uhr gesperrt.
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die berichterstattung ueber den marathon erinnert an die ueber oylpmia in england http://sarahmaidofalbion.blogspot.de/2012/09/s... rence.html
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