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Anleger fürchten sich noch ein wenig vor dem spanischen Hai, und haben sich daher noch nicht mit spanischen Anleihen eingedeckt.
Die EZB hat die Bazooka ausgepackt. Unbegrenzte Anleihenkäufe sollen die Finanzierung von Staaten, die an den Kapitalmärkten unter Druck sind, sichern. So weit, so gut.
Doch ein Blick auf die langfristigen Staatsanleihenzinsen in Spanien und Italien zeigt, dass das wichtige lange Ende der Zinskurve noch kaum auf die EZB-Ankündigung reagiert hat. Denn gerade auch institutionelle Anleger wie Fonds halten sich bei den spanischen Papieren zurück: "Wir haben die Füße ins Wasser gesteckt, aber wir baden noch nicht. Das kurze Ende der Zinskurven finden wir in Spanien und Italien aber interessant", bestätigt Andrew Bosomworth, Leiter des deutschen Portfoliomanagements bei der Fondsgesellschaft Pimco, die als Anleihen-Investor eine wichtige Rolle spielt.
Auch wenn Bosomworth und sein Team Ländern wie Spanien aktuell lieber nicht langfristig Geld borgen möchten, sei die Maßnahme der EZB aber nicht umsonst gewesen: "Die Europäische Zentralbank hat schon eine Änderung bewirkt. Sie gibt der Peripherie Zeit mit ihren Budgetproblemen fertig zu werden." Zudem hätten die kurzfristigen Anleihen auch nachhaltig von der EZB-Aktion profitiert. "Die akuten Finanzierungsnöte sind damit ausgeräumt", meint Jim Cielinski, Anleihenchef der britischen Fondsgesellschaft Threadneedle. Wenn die niedrigen Zinsen länger niedrig bleiben sollten (in Spanien etwa liegen die zweijährigen Zinsen aktuell bei knapp 3,4 Prozent), dann sollten auch die längerfristigen Finanzierungskosten fallen.
Woran die EZB aber nichts geändert hat: die Renditeaussichten mit Staatsanleihen bleiben trübe. Das ist in Österreich so (zweijährige Anleihen rentieren 0,12 Prozent (!), zehnjährige knapp zwei Prozent), aber insgesamt ein Phänomen in ganz Kerneuropa. "Deutsche Bundesanleihen sind bei den aktuellen Renditen uninteressant. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird man sein Geld zwar zurückbekommen, aber seine Kaufkraft verlieren. Das ist für ein Investment nicht attraktiv", urteilt Bosomworth. Denn nach Inflation bleibe real für den Investor ein Verlust übrig.
Der Ausweg ist für ihn, aber auch seinen Kollegen Cielinski Spread-Produkte, also etwa Unternehmensanleihen oder Hypothekenverbriefungen, die einen Zinsaufschlag gegenüber Staatsanleihen anbieten. Bosomworth: "Wir gehen im aktuellen Umfeld lieber unternehmerisches Kreditrisiko als politisches Kreditrisiko ein. Unternehmensanleihen, asiatische Bonds und andere Schwellenländeranleihen sind derzeit attraktiver als Staatsanleihen in Europa, USA oder UK." (Lukas Sustala, derStandard.at, 28.9.2012)
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