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Seit zwei Jahrzehnten tritt Sepp Eisenriegler vom R. U. S. Z. gegen die Wegwerfgesellschaft an.

Jetzt spricht er von Geräten mit gezielt programmiertem Ablaufdatum - und findet Gehör.
Wien - "Im Grunde ist das ja etwas, worüber ich schon seit 20 Jahren rede", seufzt Sepp Eisenriegler. Aber jetzt auf einmal wird dem Gründer des Reparatur- und Service-Zentrums (R. U. S. Z.) von vielen zugehört. Und das, obwohl er jetzt dafür einen Begriff verwendet, bei dem die meisten mit einem vollkommen ratlosen "Hä?" nachfragen müssen: "geplante Obsoleszenz".
Aber spätestens seit der ORF eine ganze "Konkret"-Sendung Sepp Eisenriegler und seinem Thema gewidmet hat, geht es sowieso rund. Weil es wohl jeder schon allzu gut kennt. Nicht den Begriff - aber das, was er beschreibt. "In Obsoleszenz steckt das Wort 'obsolet' drinnen", bietet Eisenriegler die passende Eselsbrücke an. Es handelt sich also um Geräte, die ganz gezielt nach einiger Zeit obsolet werden.
"Im Grunde geht es um das Thema Ressourcenverschwendung, um das Wirtschaftswachstum voranzutreiben", betont Eisenriegler im STANDARD-Gespräch. Und da seien Produkte, denen ein gezieltes Lebensende eingebaut wurde, eben "die Spitze des Eisberges". Die gezielte beschränkte Lebensdauer findet sich an allen möglichen Ecken der Einkaufsregale. Nicht nur bei den Billigsdorfer-, sondern auch bei Markengeräten.
Jüngstes Beispiel: In immer mehr Elektronikgeräten, wie etwa auch den neuen MacBook- und iPhone-Modellen von Apple, kann der Akku vom Endverbraucher nicht mehr oder nur mehr mit Spezialwerkzeugen und Spezialanleitungen getauscht werden. Im Normalfall muss das Gerät mit dem fix integrierten Akku eingeschickt werden - was sich nach einer gewissen Lebensdauer nicht mehr rentiert. "Sprich: Da wird die Lebensdauer eines hochkomplexen Gerätes durch seinen schwächsten Bestandteil limitiert - dem Akku", kritisiert Eisenriegler.
Regelrechte "Zeitzünder" werden immer wieder im Kerngeschäft des R. U. S. Z. entdeckt, bei der Reparatur von Elektrogeräten: Wenn bei Flat-TV-Geräten etwa zu schwach dimensionierte Kondensatoren eingebaut werden - die dann in der Hitze des Betriebes nach drei, vier Jahren den Geist aufgeben. Und das tun sie - vor allen bei jenen frühen, stromfressenden Flachbildschirmen, die auch getrost als Heizung verkauft werden könnten.
Das Gegenargument der Elektrowirtschaft, dass die Kunden eben billigere Produkte wünschen würden, lässt Eisenriegler gerade in diesem Fall nicht gelten: "Ein besserer Kondensator, der rund zehn Jahre halten würde, kostet zwei Cent mehr." Was zwar besser wäre - aber immer noch nicht an die alten Röhren-Fernseher herankommt, "die 30 Jahre alt werden konnten und kaum repariert werden mussten", erinnert Eisenriegler.
Ein weiterer Fall von geplanter Kurzlebigkeit wurde im R. U. S. Z. unter den Billig-Waschmaschinen entdeckt. In denen finden sich keine Edelstahl-, sondern Plastik-Bottiche. Und das Lager lässt sich auch nicht, wie bei hochwertigeren Geräten, leicht tauschen - sondern ist fix eingepresst. Und genau diese Lager geben dann nicht irgendwann, sondern innerhalb nur weniger Jahre schon den Geist auf - weil auch die Stoßdämpfer für die 1600 Touren dieser Geräte zu schwach bemessen sind. " Das heißt, dass dann in absehbarer Zeit der ganze Bottich getauscht werden müsste. Und das macht natürlich niemand."
Für Eisenriegler ist dies ein klarer Fall von: "Wer billig kauft, kauft teuer." In diese Falle tappen dann auch meist Familien, deren Einkommen ohnehin schwach bemessen ist. Und bei so etwas ist man im R. U. S. Z, wo Langzeitarbeitslose über die Ausbildung zu Reparaturspezialisten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, besonders sensibel.
Aber auch sonst schreitet die Sensibilisierung gegenüber der "geplanten Obsoleszenz" voran. Derartige Beispiele werden auf Internetplattformen - wie murks-nein-danke.de - bereits heftig diskutiert. Aber für Eisenriegler sind derartige "Sollbruchstellen" auch nur eine besonders drastische Ausformung eines Systems.
Der R. U. S. Z-Chef spricht etwa auch von einer "psychologischen Obsoleszenz" - mit der der kollektive Konsumrausch zum Wohle des Wirtschaftswachstums angekurbelt wird. Wenn immer kurzlebigere Produkten mit immer größerem Hype auf den Markt kommen. Und das gilt bei weitem nicht nur für den Elektrosektor. Aber vor allem hier.
Eisenriegler: "Bleiben wir beim Beispiel Waschmaschinen: Als wir 1998 hier im R. U. S. Z anfingen, hatten Waschmaschinen noch eine durchschnittliche Lebensdauer von zwölf Jahren. Heute sind es sechseinhalb. Jedes Jahr werden allein in Österreich rund 500.000 Waschmaschinen ausgetauscht - würde man die aneinanderreihen, wäre das eine Kette von Wien bis über Salzburg hinaus." Daher ist es für Eisenriegler kein Wunder, dass Elektro- und Elektronikgeräte für den am schnellsten wachsenden Abfallstrom in der EU sorgen.
"Da ist es allerhöchste Zeit, einen Sinneswandel herbeizuführen", hofft Sepp Eisenriegler vor allem auf Bewegung in der Zivilgesellschaft. "Man muss einfach nur raus aus diesem Hamsterrad der ständigen Bedürfnisbefriedigung." (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, 22./23.9.2012)
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Da zahlt es sich aus, bei Geräten, die überdurchschnittlich im Einsatz sind, billig zu kaufen, die werden dann nämlich noch IN der Gewährleistungszeit kaputt und man kriegt immer wieder ein Neues. Ist zwar umwelttechnisch ein Wahnsinn, aber vielleicht gewöhnen sich gewissen Produzenten das dann einmal ab. Hab das einmal mit 2 Billigsdorfer DVD Player durchgespielt, die waren meistens innerhalb eine Jahres hin (hab halt 2 gebraucht, weil sie's dauernd einschicken wollten)
Laserdrucker, der ältetste, ein HP Laserjet 4m von 1994 läuft wie am ersten Tag nach vielen hunderttausenden Drucken, 600 dpi, was will man noch viel mehr.
Nur nie auf Transparentpapiert, (Overhead)Folie bzw. Klebeettiketten gedruckt. Er ist ein wenig langsam, dafür liefert er aber nach wie vor perfekte Qualität.
Hab die hier:http://is.gd/owVzgt
Baujahr 1960 !
Läuft wie am ersten Tag und überlebt wahrscheinlich den Homo Sapiens.
Mit so einer ähnlichen Jahreszahl aber anderes Produkt kann ich auch aufwarten :-) Auf unserer Landwirtschaft haben wir einen Traktor Steyr 28 Baujahr 1962 bis heute in Verwendung. Bis auf Servicewartungen, eine gebrochene Lenkstange und eine getauschte Kupplung, keine Reparaturen.
ist die Qualität eher besser geworden, oder ich hatte einfach nur Glück.
Erster Laptop 3jahre einige reparaturen, 9 Monate NC-akku kaputt, nächster Laptop 4,5 jahre, weiterer Laptop 7 Jahre, und der Jetzige hat auch schon 3,5 Jahre am Buckel.
In einem Wirtschaftssystem mit einem inhärenten Wachstumszwang dürfen Konsumgüter natürlich nur eine beschränkte Lebensdauer aufweisen. Folgende Doku von Arte, zeigt das Phänomen recht gut:
http://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA
Es wäre auch spannend auszujudizieren ob der Einbau eines Zählers, der nach einer bestimmten Anzahl ausgedruckter Seiten den Drucker sperrt und den Konsumenten so zu einem Neukauf zwingt (weil Reparatur viel zu teuer) mit dem Strafrecht vereinbar ist (§ 148 StGB; die KonsumentInnen werden über den Zähler vom Verkäufer ja nicht aufgeklärt)?
Zum Thema Wachstumszwang folgendes Interview:
http://www.youtube.com/watch?v=WTW49tr-mNE
bzw. Podiumsdiskussion: https://www.youtube.com/watch?v=_... ure=relmfu
Die Drucker sind doch ohnehin nicht das womit das Geld verdient wird, sondern die Druckertinte...
Wenn sie einen neuen Drucker kaufen sind da meist nur Testpatronen dabei, die reichen für ein paar hundert Seiten...und danach müssen sie 4 Farbpatronen und noch eine schwarze Patrone kaufen, was gleich einmal mehr kostet als ein neuer Drucker...
Ich bin da ja nicht so bewandert, aber rentiert sichs dann nicht eher Sachen nur noch im Copyshop zu drucken?
Ich hab mir unlängst für meinen Drucker eine neue schwarze Patrone gekauft. Jetzt druckt er irgendwie gar nichts mehr. Also die Patronen fahren brav hin und her aber Tinte geht keine mehr aufs Blatt.
Ich sitz übrigens grad traurig vor meiner Olympus my.
Ich mag das Teil- Sie ist ziemlich genau 4 Jahre alt. In meiner Kindheit hat man dazu "fast noch neu" gesagt.
Sie funktionniert tadellos. Leider ist mir das Deckelchen vom Akkufach abgebrochen.
Aus unterfindlichen Gründen ist es kein einfacher rechteckiger Deckel, sondern ist er zum Scharnier hin "tailliert". Eine schöne Sollbruchstelle.
Reparaturoptionen: 20 Euro für ein simples Plastikteilchen- selber versuchen, falls ich so kleine Schraubenzieher finde. (die ganze Kamera muss geöffnet werden!)
Oder Reparatur beim Händler oder einschicken: 120 €+ Versand.
Für ein wirklich einfaches mechanisches Plastikteil, ohne weitere Funktion als sich zu schließen.
Nun ja, der Akku des ersten iPods war eine spannende Geschichte, denn da hat Apple sich zuerst geweigert, diesen auszutauschen. Erst als sich äußerst viele Kunden beschwert haben, haben die den Akku getauscht (wenn ich mich nicht irre sogar kostenlos).
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