Experten warnen vor Räuchermischungen

28. September 2012, 10:09
  • Für die Konsumenten ist nicht ersichtlich welche Substanzen sich in den jeweiligen Räuchermischungen verbergen.
    foto: apa/fredrik von erichsen

    Für die Konsumenten ist nicht ersichtlich welche Substanzen sich in den jeweiligen Räuchermischungen verbergen.

Konsumenten neuer synthetischer Drogen sind "lebende Versuchskaninchen" - Konferenz über "Spice"-Prävention in Frankfurt

"Legal Highs" sind wesentlich gefährlicher, als vielfach angenommen. Das zeigte die 1. Internationale Konferenz zum Thema "Spice"- Prävention, die vom 25. - 26. September in Frankfurt am Main stattfand.
Diese Substanzen, die als "Badesalze", "Research Chemicals" oder "Räuchermischungen" verkauft werden, sind gebrauchsfertige Produkte mit psychoaktiver Wirkung. Sie enthalten synthetische Substanzen, die zumeist nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind. Viele dieser Stoffe sind nicht mit herkömmlichen Drogentests nachweisbar.

In Deutschland sind sogenannte Räuchermischungen besonders weit verbreitet. Im Jahr 2011 haben sieben Prozent der 15 bis 18-Jährigen im Raum Frankfurt schon einmal dieses "Spice" probiert. Ein regelmäßiger Konsum ist hingegen nach wie vor eher selten zu beobachten. Die Produkte werden meist geraucht und wirken ähnlich wie Cannabis, da den Kräutermischungen als Wirkstoffe synthetische Cannabinoide beigemengt werden.

Mit den Risiken, der Verbreitung, der rechtlichen Kontrolle und neuen, spezifischen Ansätzen der Präventionsarbeit befasste sich die 1. Internationale Konferenz zum Thema "Spice"- Prävention in Frankfurt am Main, an der Forensiker, Pharmakologen, Sozialwissenschaftler und Experten für Kriminalistik und Prävention aus 14 europäischen Ländern teilnahmen. Um mit den Risiken der sogenannten "Spice"- Produkte angemessen umgehen zu können, benötigen die Verantwortlichen aus Drogenprävention und Drogenhilfe ebenso wie die Akteure auf dem Gebiet der Drogenpolitik dringend fundierte, wissenschaftliche gesicherte Informationen.

Trends erkennen

"Da diese neuen synthetischen Drogen in einigen Aspekten wesentlich gefährlicher sind als der Klassiker Cannabis, war es die primäre Zielsetzung der Konferenz, gemeinsam innovative Handlungsansätze für die Präventionsarbeit zu entwickeln und zu diskutieren", erklärte  Volker Auwärter, Leiter der Forensischen Toxikologie des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Dass gerade bei der Prävention diverse Herausforderungen zu meistern sind, ist unter den Experten unstrittig. "Bei Spice-Produkten müssen wir sehr schnell neue Substanzen und Trends erkennen, ihre Verbreitung und Risikopotentiale einschätzen, Konsumentengruppen identifizieren und gezielte Angebote für diese konzipieren", betonte Rosemarie Heilig, Gesundheitsdezernentin der Stadt Frankfurt.

Einige dieser synthetischen Cannabinoide weisen stärkere akute Nebenwirkungen als Cannabis auf. Darüber hinaus wird von einem erhöhten und schwerwiegenderen Überdosierungsrisiko ausgegangen, und auch die Gefahr einer Abhängigkeit wird als mindestens so hoch wie bei der natürlichen Droge Cannabis eingeschätzt. "Zu diesen Stoffen gibt es bisher sehr wenige gesicherte Erkenntnisse, insbesondere Langzeitfolgen bei regelmäßigem Konsum betreffend. Die Konsumenten sind somit "lebende Versuchskaninchen", während die Produzenten - vollkommen gleichgültig gegenüber möglichen Gesundheitsgefahren und tatsächlich eintretenden Gesundheitsschäden, die bis hin zu Todesfällen reichen, - immense Gewinne erzielen", beklagte Michael Pütz, Chemiker im Kriminalistischen Institut des Bundeskriminalamts.

Alexander Bücheli von der Jugendberatung Streetwork, Zürich, mahnt dagegen, nicht den Blick auf die Realität zu verlieren: "Dazu gehören Fragen nach Verbreitung, Konsummotivation und Folgen des Konsums. Wirksame Lösungsansätze können nur gemeinsam und interdisziplinär entwickelt werden." (red, derStandard.at, 28.9.2012)

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Räuchermischungen...

...sind doch nicht zum rauchen, sondern um Duft in die Räume zu bringen. Ich bin schockiert über diesen Artikel, der harmlose Mischungen mit Weihrauch, Myrrhe und ein paar Kräutern verteufeln möchte.
Ätherische Öle sind ja auch erlaubt.
Dass gewisse Menschen diese Dinge rauchen statt räuchern - ist allein Ihre Verantwortung weil nicht so zum konsumieren gedacht.

Mal einfach in einschlägigen Foren ein paar Erfahrungsberichte durchlesen. Da wird von einem bisher von Cannabis nicht gekannten Suchtdruck daher geredet, von einem 'chemischen High', einer hatte nach exzessivem Konsum Herz-Rythmusstörungen, der nächste ist sich sicher, dass das RC was er geraucht hatte hochgradig krebserregend ist (die chem. Struktur lässt da angeblich Rückschlüsse zu), und ein weiterer meint, dass bei vielen RCs der Gewöhnungseffekt massiv ist, und das deswegen die Gefahr einer tödlichen Überdosis immanent sei.

Und das alles, weils verboten ist, eine gewisse Pflanze im Garten wachsen zu lassen! Irgendwie krank, oder?

Naja, wenigstens verdienen sich ein paar eine goldene Nase und die zahlen ja auch Steuern ;-)

Die Leute würden kein Badesalz rauchen...

...wenn Gras legal verkäuflich und erhältlichg wäre.

Da könnt ihr auch noch 47752976465984,07 Euro ins Catering für "Also DAS hätte ja NIEMAND gedacht"-Konferenzen mit "Experten" stecken.

"die Gefahr einer Abhängigkeit wird als mindestens so hoch wie bei der natürlichen Droge Cannabis eingeschätzt"

gähn.

Also gleich null

warum dann die Aufregung?

10 times more addictive than marijuana

http://www.youtube.com/watch?v=Kze1GBpmyr8

die konferenz hätten sie sich sparen können.

jeder weiß, wie die sogenannten "legal highs" eingedämmt werden können.

"Cannabissucht" oder Abhaengigkeit ist ein Maerchen...

...und wer's nicht glaubt, dem kann ichs beweisen.

...aber erst nach einem kleinen Spliff

ihr Regierungsvolldillos...gebt endlich das Hanf frei....

Ein Leben ohne ein Fest, ist wie ein langer Weg ohne Einkehr.

Eine Gesellschaft welche Ihre Bürger als Unmündig hinstellt, dürfte besonders dumm sein.

Wo bleibt der Gedanke der Aufklärung. Diese ganzen Schauermärchen rund um smarte Drogen sind Ausgeburten von Lügnern.

Das habe ich so noch gar nie betrachtet, aber Sie haben Recht - das ist nicht mal was, worauf man sich im Alter nach der Arbeit freuen darf, es wird einfach gleich ganz verboten, jedem, das ganze Leben lang.

angeblich ist der Markt frei. Denkste

frei für Mafia und Korruption.

Wer Pot anbaut
ist schlecht für die Bierindustrie

Ich mag beide Hanfgewächse...

Geh, überhaupt nicht - liefert nur neue Webeideen.

á la: Genieß dein Coke zur Pizza.

wird zu:

Genieß dein Bier zum Gansha.

die Dosis macht das Gift.

Zu viel der Dummheit ist auch Gift für eine Rekonvaleszenz.

Nur weil es keine Entkriminalisierung von Cannabis gibt

haben solch gefährliche Substanzen überhaupt eine Chance.

Am besten Entkriminalisieren oder Legalisieren von THC, dann gibt es Möglichkeiten für Jugendschutz, Qualitätskontrolle und das Entziehen der Geschäftsgrundlage der Mafia.

Solange Cannabis verboten ist, wird Justiz und Polizei unnütz belastet, keine Steuereinnahmen, die Mafia gefördert und Ersatzstoffe wie Lösungsmittel, Felgenreiniger, legal Highs und etc. haben leichtes Spiel und sind viel gefährlicher.

Im Sinne der Volksgesundheit: Freigabe!

Auch wenn alle Drogen frei wären, gäbe es dann immer noch viele, die etwas besonderes, anderes, neues ausprobieren würden.

tja

was dann?

Siehe Lungeninfarkte nach Gasinhalation, wer würde sonst auf so eine Idee kommen?

groß ist die dummheit der menschen und wahrlich grenzenlos, sobalds um drogen geht

die einfachste lösung wäre natürlich alle klassiker von cannabis bis mdma zu legalisieren.
nachdem man aber nicht willens dazu ist (und auch die uno da probleme machen könnte), wäre vielleicht das neuseeländische modell angebracht. dort können legal highs ein zulassungsverfahren durchlaufen und danach von spezialgeschäften legal an erwachsene abgegeben werden.
ist doch besser als die derzeitige situation wo sich junge leute, die grad kein gras oder keine partydrogen haben mit obskuren substanzen zudröhnen, von denen weder ld50, etwaige kanzerogenität, wirkungsmechanismus, mögliche langzeitwirkungen oder sonstwas bekannt sind.

Man sollte sich einfach an Urugay halten, und auf die ohnehin handlungsunfähige Uno sch..ss.n!
Uruguay hat beschlossen, jahrlich 27t Cannabis staatlich aufzuziehen und an die Konsumenten abzugeben. Was das an arbeitsplätzen, Entlastung für Polizei und Justiz, und heimischer Wertschöpfung bringt, kann sich jeder selbst ausmalen.

Uruguay ich komme!

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