Die im Dunkeln

  • Rado Doppelchronograph, mechanisches Werk, ovale Lünette, Schraubkrone mit Kronenschutz, Saphirglasboden. (links oben) 
Omega Planet Ocean Liquidmetal, Co-Axialwerk, Kaliber 9300, in der Dreizeiger-Version mit Kaliber 8500, wasserdicht bis 600 Meter. (rechts oben)
Breitling Superocean 42, Kaliber 17, Automatik mit verschraubter Krone mit zwei Dichtungen, dicht bis 1500 Meter, 42 mm Durchmesser, 40 Stunden Gangreserve. (links unten)
Oris Tubbataha Limited Edition, mechanisches Automatikwerk, Titangehäuse, Heliumventil, bis 500 Meter wasserdicht, unterstützt den Erhalt des philippinischen Tubbataha-Riffs.(Mitte)
Panerai Luminor Submersible 1950 Amagnetic Titaniol, Eigenkaliber P 9000, mechanisch mit Automatikaufzug, drei Tage Gangreserve, Gehäuse, Gehäuseboden, Kronenschutz- brücke in satiniertem Titan. (rechts) 
Bell & Ross Blue Ceramic, 42 Millimeter Durchmesser, wasserdicht bis 100 Meter. (rechts unten)
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    foto: hersteller

    Rado Doppelchronograph, mechanisches Werk, ovale Lünette, Schraubkrone mit Kronenschutz, Saphirglasboden. (links oben)

    Omega Planet Ocean Liquidmetal, Co-Axialwerk, Kaliber 9300, in der Dreizeiger-Version mit Kaliber 8500, wasserdicht bis 600 Meter. (rechts oben)

    Breitling Superocean 42, Kaliber 17, Automatik mit verschraubter Krone mit zwei Dichtungen, dicht bis 1500 Meter, 42 mm Durchmesser, 40 Stunden Gangreserve. (links unten)

    Oris Tubbataha Limited Edition, mechanisches Automatikwerk, Titangehäuse, Heliumventil, bis 500 Meter wasserdicht, unterstützt den Erhalt des philippinischen Tubbataha-Riffs.(Mitte)

    Panerai Luminor Submersible 1950 Amagnetic Titaniol, Eigenkaliber P 9000, mechanisch mit Automatikaufzug, drei Tage Gangreserve, Gehäuse, Gehäuseboden, Kronenschutz- brücke in satiniertem Titan. (rechts)

    Bell & Ross Blue Ceramic, 42 Millimeter Durchmesser, wasserdicht bis 100 Meter. (rechts unten)

Batterie verbraucht, Strom weg? Und das unter Tage oder in 300 Meter Tiefe - Aber die Uhr gibt noch Licht - Eine Auswahl horologischer Leuchtkraft

Wenn es draußen dunkel wird, muss man selbst leuchten. Wie etwa der Tiefseeanglerfisch, der Vampirtintenfisch, die Leuchtqualle und etliche andere Bewohner tiefster Meerestiefen. Biolumineszenz heißt das Phänomen, mit dem die Meister der Dunkelheit Beute anziehen, Revier markieren oder mögliche Partner auf sich aufmerksam machen. Die Abgabe von Licht bei niedrigstem Energieaufwand durch chemische Reaktionen hat die Evolution so spektakulär entwickelt, dass sich Grundlagenforscher damit beschäftigen und versuchen, das Prinzip in leuchtende Anwendungen für den menschlichen Alltag zu übertragen.

So richtig ist daraus bisher nichts geworden, aber die dramatische Ästhetik des stetigen mystischen Leuchtens ist so attraktiv, dass die Uhrmacher einfach nicht daran vorbeikönnen - im Besonderen nicht bei den Taucheruhren. Bis zu einer Einsatztiefe von 1500 Metern werden sie gebaut. Neben dem Tüfteln an chronografischen Funktionen für Taucherbedürfnisse und der konstruktiven Bewältigung physikalischer Widrigkeiten der Tiefe plagte die Uhrenbauer auch die Frage: Was, wenn das Licht ausgeht? Auf das wohlwollende Heimleuchten des Vampirtintenfisches ist kaum Verlass, der Auftrag zum Selbstleuchten hiermit erteilt.

Superluminova

Luminova heißt der selbstleuchtende Stoff, die Erfindung eines Schweizer Herstellers, den die meisten Uhrenbauer verwenden. Ganz von selbst wird allerdings nicht geleuchtet. Der Stoff absorbiert Licht und ist bis zu zehn Stunden lang in der Lage, dieses anschließend abzugeben. Die aktuelle Version Superluminova findet sich etwa auf der Breitling Superocean 42, die in der Lage wäre, dem Taucher in einer Tiefe von 1500 Metern den Weg zu leuchten oder zumindest zu zeigen, wie viel es geschlagen hat. Omega spielt mit der biolumineszenten Ästhetik bei der Planet Ocean Liquidmetal, die auf 600 Meter Tiefe angelegt ist, den Werkstoff Superluminova in zwei Farben aus: Indexe und Zeiger leuchten blau, der Minutenzeiger und ein Orientierungspunkt auf der Tauchlünette grün.

Für Blau hat sich auch Bell & Ross bei der bis hundert Meter dichten Blue Ceramic entschieden, die photolumineszenten Indexe, Ziffern und Zeiger emittieren ihr stilles Leuchten auf dem Grund eines schwarzen Zifferblatts. Für gedecktes Technogrün entschied sich auch Panerai bei der Luminor Submersible, die bis 300 Meter Tiefe ihre Dienste tut. In stählernem Gehäuse leuchten Indexe und Teile der Zeiger extrabreit auf schwarzem Zifferblatt. Oris bringt mit einer Tubbataha genannten Taucheruhr in einer auf 2000 Stück limitierten Auflage Luminova- Indexe und -Zeiger auf dunkelblauem Zifferblatt. (Bettina Stimeder, Rondo, DER STANDARD, 28.9.2012)

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