Merkel: "Weil ich damals nicht so perfekt war wie heute"

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel verteidigt die Umweltministerin Angela Merkel im U-Ausschuss

Es ist die 77. Minute im Gorleben-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist belehrt worden, dass sie mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft werden kann, wenn sie die Unwahrheit sagt, da holt die SPD-Opposition die große Keule heraus: "Sie haben die Unwahrheit gesagt", ruft die Abgeordnete Ute Vogt der Kanzlerin entgegen. Doch die Kanzlerin muss nicht in den Knast.

Denn die Dinge sind, gerade auf dem Feld der juristisch und politisch erbittert umkämpften Atomkraft, kompliziert. Es geht bei diesem U-Ausschuss um die Frage, ob die junge Umweltministerin Merkel in der Regierung Kohl zwischen 1994 und 1998 die Begründungen für die Wiederaufnahme der Erkundungen im Salzstock Gorleben manipuliert hat und als Erfüllungsgehilfin der Atomkonzerne eine Billiglösung durchdrücken wollte. Es geht aber auch um ein aktuelles Duell: Der jetzige SPD-Chef Sigmar Gabriel hat mit diesen Vorwürfen 2009 Wahlkampf gegen Merkel gemacht.

Gut gelaunt

Fröhlich und sichtlich gut gelaunt hat Merkel am Morgen auf die Sekunde pünktlich den Sitzungssaal betreten, jedes Ausschussmitglied persönlich mit Handschlag und Lächeln begrüßt, einige Minuten Blitzlichtgewitter ganz ruhig ertragen und aus einem blauen Pappordner eine gute halbe Stunde lang vorgelesen, wie sie die Zusammenhänge sieht: dass es Mitte der 1990er-Jahre nach Expertenansicht zwar "nicht optimal", aber durchaus "sinnvoll" gewesen sei, die Gorleben-Erkundung fortzusetzen. Eine halbe Stunde später zieht sie für sich die Bilanz, dies sei " richtig, verantwortlich und notwendig" gewesen.

Falsch, unverantwortlich, unnötig war das hingegen für die damaligen Gorleben-Endlager-Gegner, die heute Merkel deswegen stellen wollen. Schlüsseldokument ist für sie eine von Merkel damals vorgestellte Vergleichsstudie, die 40 mögliche andere Endlager-Standorte untersuchte, den einen oder anderen für durchaus überprüfbar einstufte, aber nichts zu Gorleben sagte.

"Politische Folgerung"

An dieser Stelle beginnt die Opposition zu punkten. Die frühe Merkel berief sich genau auf diese Studie, als sie sagte: "Gorleben bleibt erste Wahl". Genüsslich lesen SPD, Grüne und Linke aus Merkels alten Presseerklärungen vor, lassen ein uraltes Merkel-Radio-Interview abspielen und dokumentieren so, wie laut Merkel das Gutachten angeblich "zu der Meinung" komme, dass Gorleben "aus geologischer Sicht weiter erkundet werden sollte". Obwohl davon nichts in der Studie steht.

Merkel versucht zu erklären, dass es darum gegangen sei, die aufgewühlte Stimmung in den 40 anderen Regionen einzufangen und sie die "politische Folgerung" aus dem Gutachten gezogen habe, dass Gorleben erste Wahl bleibe und die anderen Standorte, die nur theoretisch und nicht praktisch verglichen worden seien, erst infrage kämen, wenn sich Gorleben als definitiv ungeeignet herausgestellt habe. "Warum haben Sie das dann damals nicht so gesagt?", fragt Vogt. "Weil ich damals nicht so perfekt war wie heute", antwortet die Kanzlerin. (Gregor Mayntz, DER STANDARD, 28.9.2012)

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Peer hat schonmal Steuererhöhungen angekündigt
sollte man nicht machen,den Wähler erstmal im Ungefähren lassen,wie es Merkel macht.

Rehulka ist der Meinung:

Nimm Dir ein Beispiel, Werner!

wahnsinn ein(e) Kanzler(in) die vor einem Untesuchungsausschuss aussagt

wo gibts den so was, zwickts mi bitte

Es lebe die Wirtschaft! HurrrrrA!

Ich geh heute Abend wieder hin!

sie nennt sich selbst perfekt? und wir deutschen sind ihre unperfekten unwürdigen untertanen?

diese schwarzen sind zum kotzen..geht überheblicher als

"Weil ich damals nicht so perfekt war wie heute" ??

krank

ein bisschen Humor könnte Ihnen nicht schaden.

wenn es halt stimmt!

Gerade vorm Ausschuss muss sie ja die Wahrheit sagen!

hey faymann, haben Sie aufgepasst?!

so agiert man als halbwegs verantwortungsvoller politiker (nur den letzten satz sollten sie sich sparen, der würde bei Ihnen noch wesentlich schlechter passen als bei merkel)

bitte vermeide zukünftig die worte "verantwortungsvoll" und "politiker" in einem satz zu verwenden, danke.

"Weil ich damals nicht so perfekt war wie heute"

Sie hat das hoffentlich nicht ernst gemeint!

Perfekt ist an der nur ihr Dilettantismus, der ist wirklich perfekt - und der Lotuseffekt an ihrer Weste!

In Ö. kann man nur wenigen Politikern echten Dilettantismus vorwerfen, die meisten sind einfach unfähig und/oder feig und/oder korrupt

Perfekt ist auch der Masochismus von Wählerinnen und Wählern, die pathetische Blasmusik, wie sie eine Merkel verbreitet, auch noch anstaunen.

Ein einziger, letzter, guter Grund, warum es die DDR noch geben dürfte.

Diese Frau wäre Deutschland und Europa erspart geblieben.

wenn sie dann mal nicht generalsekretärin des zk und staatratsvorsitzende geworden wäre....

wieso, das ist sie ja geworden......

Aber dann wären uns viele andere, wirklich tolle Frauen verloren gegangen.

Stefanie Hertel?

zumindest hätte sie ihren Mann nicht kennengelernt...

Grün von mir! Wofür war die ganze Aktion der Merkl?

Nur hingehen und nichts sagen, ist so als ob ich nicht hingehe. Aber davon geigen unsere depperten Politiker, wie vorbildlich doch der dt. U-Ausschuß wäre.
Ausserdem durfte die Dame während der Aussage nicht gefilmt werden, da musste Phönix wieder abziehen.

ja das könnt da Faymann auch..

Merkel: "Weil ich damals nicht so perfekt war wie heute"

Offenbar leiden heute fast alle Politiker unter Größenwahn. Anders ist dieser Satz nicht zu verstehen.

wenn sie nicht unter größenwahn leiden würden, würden sie nicht spitzenpolitiker werden

nur die, die sich überschätzen und sich extrem selbstbewußt und machtgeil verkaufen, gelangen an die spitze. das ist aber in der wirtschaft genauso, wie in der politik. warum sind wohl die meisten chefs unfähige dilletanten?

Lasst mich raten!

Gorleben war... ALTERNATIVLOS?

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