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Frankfurt - Zahlreiche Beschäftigte des insolventen deutschen Versandhändlers Neckermann haben am Freitag ihren letzten Arbeitstag angetreten. Bis auf eine kleine Rumpfmannschaft zur Abwicklung verlieren die rund 2.000 Beschäftigten zum Monatsende ihre Jobs und müssen sich ab Montag arbeitslos melden. Das Unternehmen mit seinem Stammsitz in Frankfurt und einer Tochter in Sachsen-Anhalt wird abgewickelt, nachdem in einem monatelangen Verfahren kein Investor gefunden worden war. Einzige Ausnahme ist die auf Übergrößen spezialisierte Tochter "Happy Size", die mit rund 80 Beschäftigten an den Pforzheimer Versand Klingel zur Weiterführung verkauft wurde.
Die vorläufigen Insolvenzverwalter Michael Frege und Joachim Kühne von der Kanzlei CMS Hasche Sigle haben für Montag die Vorlage ihres Insolvenzberichts angekündigt. Auf dieser Grundlage wird das Amtsgericht Frankfurt voraussichtlich das ordentliche Insolvenzverfahren eröffnen, in dem dann die Liquidation sämtlicher noch vorhandener Vermögenswerte ansteht. Dazu zählen Anlagen, Markenrechte, Internet-Adressen und die Kundenliste. Die verbliebenen Waren sollen an Großabnehmer gehen. Der Erlös geht an die Gläubiger des vor 62 Jahren von Josef Neckermann gegründeten Unternehmens, das zuletzt dem US-Investor Sun Capital gehörte.
Bei der Neckermann Versand Österreich AG (NVÖ) wird der Betrieb fortgeführt, laut dem Kreditschützer Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) trägt sich der laufende Betrieb derzeit durch die Einkünfte sogar von selbst. Nach AKV-Informationen habe der Fortführungskredit, den die RLB Oberösterreich im Ausmaß von rund zwei Mio. Euro zur Verfügung gestellt habe, bisher auch nicht in Anspruch genommen werden müssen. Auch aus dem Büro von Neckermann-Österreich-Masseverwalter Norbert Scherbaum hieß es am Freitag auf Anfrage, dass derzeit nichts Neues zu erwarten sei, man verwies auf die nächste Prüfungstagsatzung.
Bereits Mitte dieser Woche hatte es aus der Grazer Kanzlei Scherbaum geheißen, dass die "Zerschlagung der deutschen Neckermann uns keine größeren Probleme" bereite. Seitens des AKV wurde auch bestätigt, dass es Interessenten gebe - darunter auch solche, die nach Interesse an Neckermann Deutschland nun auch wieder ein Augenmerk auf die NVÖ geworfen hätten. Beim AKV ging man von zwei Varianten aus, einerseits einem Finanzinvestor oder andererseits einem strategischen Partner, vor allem im Hinblick auf Direktbelieferung für den Textilversand. "Viel länger Zeit als bis zum 22. Oktober darf man sich auch nicht lassen, alleine schon wegen der Frühjahrsmode", so ein AKV-Mitarbeiter.
Der bisherige Stichtag mit Ende September sei ja hinfällig, und seitens des Masseverwalters sei ja beständig daran gearbeitet worden, das Verfahren für Neckermann Österreich mit seinen rund 300 Mitarbeitern unabhängig von der deutschen Entwicklung durchzuziehen, so die AKV. Es sei ja bereits vor drei Wochen weitgehend absehbar gewesen, dass Neckermann Deutschland zusperren dürfte. (APA, 28.9.2012)
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