Die Moskitos kommen und mit ihnen Tropen-Krankheiten

1. Oktober 2012, 18:17
  • Ein Asiatisches Tigermücke-Weibchen mit gefülltem Bauch.
    foto: james gathany, cdc; centers for disease control and prevention's public health image library (phil)

    Ein Asiatisches Tigermücke-Weibchen mit gefülltem Bauch.

Forscher fordern fachübergreifende Beobachtung und Spezialeinheit gegen neue Bedrohungen in Europa

Pavia - Mücken aus den Tropen breiten sich mehr und mehr in europäischen Ländern aus. Damit rücken laut Experten auch Bedrohungen durch Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya-Fieber vor, die von den Moskitos übertragen werden.

Ein internationales Team um Giuliano Gasperi von der Universität in Pavia (Italien) fordert im Leitartikel des Online-Journals "PLOS Neglected Tropical Diseases", den Kampf gegen die Insekten aufzunehmen und die Menschen besser zu schützen. So werde beispielsweise die Asiatische Tigermücke seit etwa 30 Jahren zunehmend auch außerhalb Asiens heimisch und verbreite sich sogar schon in der Schweiz. "Aktuell ist sie in 28 Ländern auf allen Kontinenten - außer Australien und der Antarktis - zu finden."

Maßnahmen gefordert

Um die Ausbreitung der gefährlichen Mücken einzudämmen, fordern die Wissenschafter eine enge Zusammenarbeit von Experten, Gesundheitseinrichtungen und Medien. "Eine fachübergreifende Beobachtung und eine Spezialeinheit, die mit einer informierten Öffentlichkeit zusammenarbeiten, wären wohl die beste Möglichkeit, den Kampf gegen diese neue Bedrohung in Europa zu gewinnen."

Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus und eine Reihe anderer tropischer Erkrankungen übertragen. Sie ist eigentlich in den asiatischen Tropen beheimatet - mittlerweile wurde sie den Forschern zufolge in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und der Schweiz nachgewiesen. (APA, 1.10.2012)

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11 Postings
Nun Malaria gab es im 12./13.Jhr bsi Koppenhagen und Südschweden und sie wurde erst durch die Trockenlegungen und Flussbegradigungen in Europa fast völlig ausgelöscht. Jetzt macht man Auwälder usw. und wer wohnt da neben dem Auerhahn die Mücken.

Man kann mit Impfungen zwar viel erreichen, aber mit einer guten Infrastruktur ebenso und zum Teil werden einige antike "Pesten" auch von Medizinhistorikern als hämorhagische Fieber angesehen.
Von daher Zusammenarbeit tut Not, nur nicht ohne Sinn und Verstand.

Stimmt, in den wärmeren Zeiten (Schon zur römischen Zeit zB) gab etliche dieser "Tropenkrankheiten" gehäufter auch bei uns.

Die Anopheles gibt es immer noch in den Donau-Auen zB, die war da nie weg.
Nur die Durchschnittstemperatur war bisher für die Malaria-Erreger zu kühl um lang zu überleben. Die Trockenlegungen haben natürlich auch was bewirkt, da dem Plasmodium der Endwirt abgeht.Das unterbricht den Zyklus.
Steigen die Temperaturen und wird wie öfter aus dem Urlaub Malaria als Souvenir importiert(immer öfter) ist es eine Frage der Zeit bis das Viech hier wieder heimischer wird.
Leishmanien und die dazugehörenden Sandmücken gibts ja auch schon länger bei uns.(zB in Heustadeln überleben die den Winter ganz gut.)
Ich denk schon dass sich das Problem verschärfen wird, zumal auch resistentere Keime hereingebracht werden.Wenn die sich dann munter verbreiten....

Wenn die Tigermücke neuerdings sogar in der Antarktis vorkommt,

dann wirds wohl nicht der Klimawandel sein sondern Sie verbreitet sich mit dem weltweiten Reise- und Warenverkehr. Das Mücken schon ewig auch in saukalten Gegenden heimisch sind, weis jeder, der schon mal im Sommer im Nordschweden beim Zelten von einer geschätzten Million Mücken angefallen wurde.

was...nur eine million...?

das muss dann aber ein trockener Fruehling gewesen sein... ;-)

In der Antarktis gibts nur Pinguinmücken

"mittlerweile wurde sie den Forschern zufolge in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und der Schweiz nachgewiesen"

Nachgewiesen? Das klingt so als, wuerden die vereinzelt auftreten.
Man kann in Suedfrankreich und Teilen Italiens nicht mehr aus dem Haus gehen wegen den Viechern.

Neben dem nebulosen Blabla von "Zusammenarbeit" sollte man auch konkrete Ansätz erwähnen:
http://tinyurl.com/9a33xue
(hilft natürlich nicht gegen den Klimawandel)

Es gibt da noch eine imo elegantere Art mit transgenen Mücken Tropenkrankheiten oder allgemein Stechmückenpopulationen zu bekämpfen. Die Idee ist da eine "kompetitive Hemmung" der Fortpflanzung durch transgene, unfruchtbare Mücken zu erzeugen. Das wäre imo eine extrem elegante Art Insekten zu bekämpfen da
a) keine Pestizide verwendet werden welche auch andere Arthropoden töten und
b) eine noch nie erreichte Spezifität auf eine bestimmte Art möglich ist

Die im Artikel erwähnte Methode wäre zwar ebenfalls nett, stellt aber doch ein gewisses Risiko dar. Gut könnt ich mir allerdings eine Kombination der beiden Methoden vorstellen, das hätte auch den Vorteil das die neu ausgebrachten Mücken selbst Malaria nicht übertragen könnten.

Und ich hab diesen Sommer

auch hierzulande schon Tigermücken erschlagen

sehr gut, vielleicht hat die Pharmaindustrie dann mal einen Grund auch gegen Tropenkrankheiten wirksame Impfstoffe / Behandlungen zu entwickeln.

Allerdings, für die Asiaten könnte das durchaus was bringen, wenn die Industrieländer Geld in die Forschung von Tropenkrankheiten pumpen muß.

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