Kurdischer TV-Sender in Dänemark muss Betrieb einstellen

27. September 2012, 17:05

Wegen fehlender Aufnahmen der Sendungen können diese nicht bewertet werden - Verbreitung von Hassreden befürchtet

Kopenhagen - Der kurdische Exil-Sender Roj TV muss seinen Sendebetrieb in Dänemark für zwei Monate einstellen. Die Mutterfirma "Mesopotamia Broadcast" habe die Auflage nicht erfüllt, Aufnahmen von all seinen Sendungen zur Verfügung zu stellen, teilte der dänische Rundfunkrat am Mittwochabend mit. Der Rat habe deswegen keine wahre Möglichkeit gehabt, die Programme der vier Kanäle von Mesopotamia Broadcast zu bewerten, sagte der Vorsitzende Christian Scherfig. Das Gremium wollte untersuchen, ob die Sender Hassreden verbreiten.

Der Medienrat hatte die Untersuchung eingeleitet, nachdem ein dänisches Gericht im Jänner zwei Firmen verurteilt hatte, die den Sender finanzieren. Sie müssen wegen Verbreitung von Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) knapp 700.000 Euro Geldstrafe zahlen. Der Sender werde von der in der Europäischen Union als Terrorgruppe verbotenen Separatistenorganisation PKK finanziert und verbreite PKK-Propaganda, urteilten die Richter. Die türkische Regierung verlangt seit mehreren Jahren von Dänemark, Roj TV die Sendeerlaubnis zu entziehen. (APA, 27.9.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.