Saualm: Schächten unzulässig

Elisabeth Steiner
27. September 2012, 17:25
  • Betreiberin Herta L. wies die Asylwerber an, Schlachtreste im Wald um das Wohnheim und auch auf Nachbargrundstücken zu vergraben.
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    grafik: apa/gert eggenberger

    Betreiberin Herta L. wies die Asylwerber an, Schlachtreste im Wald um das Wohnheim und auch auf Nachbargrundstücken zu vergraben.

Der Betreiberin des Heims droht eine Anzeige wegen Tierquälerei, weil sie Schlachtungen ohne Betäubung durchführte

Klagenfurt - Auf die Betreiberin der Sonderanstalt für mutmaßlich straffällige Asylwerber auf der Saualm könnte mehr Ungemach vonseiten der Justiz zukommen. Herta L. droht jetzt eine Anzeige nach § 222 Strafgesetzbuch wegen Tierquälerei. Das Strafmaß beträgt bis zu einem Jahr Haft beziehungsweise 360 Tagsätze.

Im Journal-Panorama auf Ö1 vom vergangenen Dienstag hatte sie zugegeben, dass sie auf der Saualm Tiere selbst geschlachtet hatte. Weiters gab die Betreiberin zu, dass die Schafe, Ziegen und Hühner nach islamischem Brauch geschächtet worden waren. Sonst würden die Asylwerber, die " extreme Moslems" seien, das Fleisch nicht essen.

Beim Schächten - rituell im Islam und Judentum praktiziert - werden den Tieren mit einem einzigen Schnitt die Halsschlagader sowie Luft und Speiseröhre durchtrennt.

Ermittlungen eingeleitet

Der zuständige Amtstierarzt der Bezirkshautpmannschaft Völkermarkt, Manfred Müller, zeigt sich entsetzt. Man habe von den Schächtungen auf der Saualm keine Kenntnis gehabt. Vonseiten der BH Völkermarkt seien nun polizeiliche Ermittlungen eingeleitet worden. Denn private Schächtungen sind in Österreich verboten. Zudem gebe es dafür ein festgelegtes Prozedere: Die Tiere müssen nach dem Halsschnitt sofort betäubt werden.

Schächtungen dürfen auch nur im Beisein eines Tierarztes und eines zertifizierten religiösen Vertreters in eigens bewilligten Schlachthäuseren durchgeführt werden. Auf der Saualm hingegen dürften die Tiere ohne Betäubung getötet worden sein. "Das ist absolut unzulässig und verursacht den Tieren große Qualen", bestätigt der Amtstierarzt gegenüber dem Standard. In ganz Kärnten gebe es übrigens keine einzige für Schächtungen bewilligte Schlachtstätte.

Herta L. meinte dazu nur, sie habe von diesen Vorschriften nichts gewusst. Die Schlachtreste hat sie von Asylwerbern übrigens im Wald rund um das Asylheim, teilweise sogar auf einem Nachbargrundstück, vergraben lassen. Eine diesbezügliche Anzeige wegen Verstoßes gegen das Umweltgesetz wurde von der Klagenfurter Staatsanwaltschaft übrigens zurückgelegt.

"Wasserdichter" Vertrag

Flüchtlingsreferent Gernot Steiner betont, er habe von den illegalen Schächtungen nichts gewusst. Die Verträge mit der Saualm-Betreiberin - Gegenstand von Prüfungen wegen Untreue und Überförderung durch die Korruptionsstaatsanwaltschaft - seien wasserdicht. Dass die Sonderanstalt sehr teuer sei, habe man nie bestritten, sagt Steiner. Mehr könne er dazu wegen der laufenden Prüfung der Korruptionsstaatsanwaltschaft nicht sagen. Es sei alles eine politische Entscheidung gewesen.

Der Supervertrag mit der HP-Beherbergungs-GesmbH von Herta L. (erhöhte Tagsätze von 40 Euro für eine garantierte Vollbelegung) sei über das Büro von Landeshauptmann Gerhard Dörfler, das Flüchtlingsreferat und die Kärntner Landesamtsdirektion ausgehandelt worden. Wann die Saualm wieder aufsperrt, ist offen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 28.9.2012)

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ich kann mir nicht vorstellen, dass terben qualfrei ist.

ob das tier nun kurz NACH dem schnitt oder gar nicht betäubt wird, tot ist es danach auf jeden fall.

all jene die von tierquälerei schreiben sollten lieber einmal nachdenken ob nicht der verzicht auf fleisch oder zumindest die reduktion des konsums ein besserer weg ist, als hier laut zu quäken.

schreib ein bekennender fleischesser dem es aber bewusst ist, dass tiere dafür sterben "müssen".

"Schächtungen dürfen auch nur im Beisein eines Tierarztes und eines zertifizierten religiösen Vertreters in eigens bewilligten Schlachthäuseren durchgeführt werden."

Ahja, das Beisein eines Tierarztes und eines zertifizierten religiösen Vertreters ändern das Nervensystem des Schlachtopfers derart, dass es sich nicht mehr um Tierquälerei handelt...

Das einzige, dass hier Sinn macht, ist ein "bewilligtes Schlachthaus" - der Hygiene wegen. Der Rest ist scheinheiliges Getue, wenn ich mir ansehe, wie die Viecher sonst "behandelt" werden.

"Herta L. meinte dazu nur, sie habe von diesen Vorschriften nichts gewusst."

Was sagt uns das StGB?
§ 9. (1) Wer das Unrecht der Tat wegen eines Rechtsirrtums nicht erkennt, handelt nicht schuldhaft, wenn ihm der Irrtum nicht vorzuwerfen ist.
(2) Der Rechtsirrtum ist dann vorzuwerfen, wenn das Unrecht für den Täter wie für jedermann leicht erkennbar war oder wenn sich der Täter mit den einschlägigen Vorschriften nicht bekannt gemacht hat, obwohl er seinem Beruf, seiner Beschäftigung oder sonst den Umständen nach dazu verpflichtet gewesen wäre.
(3) Ist der Irrtum vorzuwerfen, so ist, wenn der Täter vorsätzlich handelt, die für die vorsätzliche Tat vorgesehene Strafdrohung anzuwenden, wenn er fahrlässig handelt, die für die fahrlässige Tat.

Weiters sagt uns das StGB:
§ 222. (1) Wer ein Tier
1. roh misshandelt oder ihm unnötige Qualen zufügt,
2. aussetzt, obwohl es in der Freiheit zu leben unfähig ist, oder
3. mit dem Vorsatz, dass ein Tier Qualen erleide, auf ein anderes Tier hetzt,
ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

aber sie wissen schon

dass in kärnten die uhren anders ticken. weiss jemand wie z.b. der herr landeshauptmann über ein gesetz nicht bescheid wird ihm sein fehltritt nachgesehen.

Das österreichische Strafrecht gilt

auch in Kärnten.
Notfalls muss es mit Hilfe der obersten Staatsorgane (Bundesregierung, Bundespräsident, Verfassungsgerichtshof,...) durchgesetzt werden. Punkt.

Aber eben NICHT in Kärnten ^^

Ich bin gegen das Schächten, wir brauchen Gesetze in Österreich die Schlachtungen von Tieren auf diese Weise verbieten.
Beim Quälen von Lebewesen hört sich meine religiöse Toleranz auf !

Wir haben diese Gesetze, nur leider wurde für diverse Religionen ausnahmen gemacht.

Wenn die schon so bescheuerte Vorschriften haben

dann sollen sie doch einfach gar kein Fleisch essen, solange sie in Österreich sind. Problem gelöst.

man kann auch Respekt vor anderen Gebräuchen haben und trotzdem die hier geltenden Vorschriften einhalten

Es reicht ja denen zu sagen dass das Fleisch halal ist.
Der Unterschied ist ja am Fleisch nicht fest zu stellen.

Gilt auch umgekehrt.

Vor Menschen die Tieren bei vollem Bewußtsein den Hals aufschlitzen, um des Tier dann langsam ausbluten zu lassen, habe ich keinen Respekt.
Diese primitiven Gebräuche sollten wir auch nicht mehr in einem modernen Europa pflegen.

Respekt vor Tierquälerei? Tut mir Leid, nein.

Geldhahn zu, ohne wenn und aber

Beschneiden ist ok, schächten verboten.
Interessant.

Beim Beschneiden STIRBT niemand, falls es Ihnen entgangen ist. Außerdem: Wer sagt, dass das okay sei???

und ein geschlachtetes tier stirbt so oder so

deshalb ist ihr einwand bei der beschneidung stirbt niemand unzulässig

es geht nicht ums sterben sondern um unnötige qualen

Umgekehrt. Das eine ist - unter genau geregelten Bestimmungen - legal, die wurden von Frau L. nicht eingehalten, das andere ist in einer rechlichen Grauzone, aber nach allgemeiner Ansicht zu dulden (wenn Sie da als Laie/in anfangen herumzusäbeln, sieht es aber wohl auch wieder anders aus).

Gnädige Frau

Wie wär's, wenn man sich vorher erkundigt, was man darf und nicht darf?

Konzentrationslager

waren auch eine politische Entscheidung O_o

Wann werden Gernot S. und Herta L. nach Den Haag überstellt wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Was stimmt jetzt....

....angeblich war die Betreiberin der Saualm ja ein Menschen verschlingendes Ungetüm..O-Ton Brickner und Freunde! Jetzt macht die eine aufwendige Schlachtung für die "Insassen" welche sie ja angeblich vorher richtiggehend misshandelt hat! So what? Das ganze ist ein Affenzirkus und die liebe Standardredaktion ist mitten drin in dem Saustall!

Warum hat sie die Schlachtungen dann nicht ordnungsgemäß angemeldet und wie vorgeschrieben von einem Profi durchführen lassen, wenn eh alles okay und sogar "aufwendig(sic!)" war?

Weil ihr die Bewohner nicht vertraut haben, die Schächtungen aber sowieso nicht auf der Saualm durchgeführt werden hätten dürfen.

Viel schlimmer finde ich dass sie bei der Auswahl der Viecher nicht wirklich Wert auf Qualität gelegt haben soll...obwohl, die wussten ja dann eh was sie da schlachten.

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