Al Jaber übernimmt Backhausens Ruder

27. September 2012, 16:56
  • Herbert Backhausen (l.), Scheich Mohamed Al Jaber (m.) und Reinhard Backhausen freuen sich, dem Unternehmen eine Zukunft gegeben zu haben.
    foto: apa/neubauer herbert

    Herbert Backhausen (l.), Scheich Mohamed Al Jaber (m.) und Reinhard Backhausen freuen sich, dem Unternehmen eine Zukunft gegeben zu haben.

Der neue Mehrheitseigentümer schießt Geld zu, um Firma schuldenfrei zu machen

Wien - Der austro-saudische Scheich und Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber hat am Donnerstag seinen Einstieg beim traditionsreichen Textilbetrieb Backhausen offiziell gemacht. Was noch nicht bekannt war: Er wird die Mehrheit an dem in der sechsten Generation geführten Familienunternehmen übernehmen. Welchen Anteil Al Jaber nun genau an Backhausen hält und wie viel Geld er zuschießt, blieb wie so vieles unbeantwortet.

"Es ist so viel, dass wir danach schuldenfrei sind", sagte Firmenchef Reinhard Backhausen. 2010 betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Banken laut Firmencompass rund drei Millionen Euro. Die gesamte Verschuldung belief sich auf 5,6 Millionen Euro.

Firma drohte an Asien-Konkurrenz zu zerbrechen

Al Jaber führte die Hintergründe seines Investments aus. Es sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen, die 160-jährige Tradition des Unternehmens am Leben zu erhalten und zu helfen, dass dieses historische Unternehmen weiterbestehe. Er sei froh, nun Teil der Familie zu sein. Auf die Frage, ob er daran denkt, seinen Anteil weiterzuverkaufen, schüttelte der Araber mit österreichischem Pass den Kopf. Sein Interesse gelte der Firma und dass es ihr gut geht.

Die Wirtschaftskrise traf die Stoffproduzentenfirma hart, die Umsätze gingen zurück, Projekte mussten auf Eis gelegt werden. Die Konkurrenz aus Asien verschärfte den Druck zusätzlich. "Wir mussten sofort reagieren und Maßnahmen ergreifen", meinte Backhausen. Bei der Suche nach einem strategischen Partner sei man auf Al Jaber gestoßen, den man schon als Kunde kannte. Backhausen stattete Al Jabers Grand Hotel in Wien mit seinen Stoffen aus. Künftig will die Textilfirma von Al Jabers Kontakten vor allem in den arabischen Raum und in die Hotelbranche profitieren. Bedenken, mit dem Scheich einen unzuverlässigen Investor an Bord zu haben, hat man offenbar nicht.

Umstrittener Geschäftemacher

Al Jaber machte in der Vergangenheit immer wieder mit verzögert eingelösten Zahlungsversprechen von sich reden - bei Kneissl etwa kam zwischen den ersten Rettungsplänen und der finalen Geldspritze die Pleite des Skiherstellers dazwischen. Backhausen räumte heute eine "leichte Verzögerung" bei den vereinbarten Zahlungsverpflichtungen ein, die er jedoch als "ganz normal" erachte. Die Kapitalmaßnahme sei derzeit am Laufen und solle "dieser Tage" abgeschlossen sein, sagte der Firmenchef. Die Finanzierung sei zudem durch Bankgarantien abgesichert.

"Demnächst" soll die Textilfirma wieder Gewinne schreiben, ließ sich Backhausen nicht auf einen Zeitraum festnageln. Heuer wolle man "weitestgehend positiv" sein, hieß es vage. Für 2010 weist das Unternehmen bei einem Umsatz von 11,98 Mio. Euro (nach 12,23 Mio. Euro) unter dem Strich einen Verlust von rund 647.000 Euro aus. An der Bilanz 2011 werde noch gearbeitet. Für 2012 erwartet Backhausen einen Umsatz von 12 Mio. Euro. Die Produktion in Hoheneich im Waldviertel, in der derzeit 80 Mitarbeiter beschäftigt sind, soll ausgebaut werden.

Aufgaben der Al-Jaber-Tochter nicht bekannt

Neben Reinhard Backhausen und seinem Bruder Herbert werden künftig auch die 26-jährige Tochter des Scheichs, Mashael Al Jaber, sowie ein Manager aus den Reihen des Scheichs im Vorstand der Firma sitzen. Mashael, die das Studium des Business-Managements am Kings College absolvierte, war heute nicht bei dem Pressegespräch. Sie sei "verhindert" gewesen, hieß es lediglich. Welche Aufgabenbereiche sie in Zukunft über hat, sei noch nicht vereinbart worden.

Zum Rechtsstreit mit der AUA wollte sich Al Jaber heute ebenso wenig äußern wie zu Spekulationen über sein Vermögen. Vom US-Magazin Forbes wird sein Vermögen auf sieben Milliarden Dollar geschätzt. An dem Wiener Hotel Schwarzenberg habe Al Jaber nach wie vor Interesse, sagte sein Sprecher. Er habe immerhin schon 17 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. (APA, 27.9.2012)

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Es sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen, die 160-jährige Tradition des Unternehmens am Leben zu erhalten..

das ist doch ein schlechter scherz. seit anfang oktober werden keine gehälter mehr an die mitarbeiter von backhausen ausbezahlt - schnallt da niemand, was passiert? jetzt steht dem vernehmen nach der konkurs im raum. der typ zieht sowas immer wieder ab, es ist mir ein rätsel, warum der in österreich noch geschäfte machen darf.

er zahlt doch?

laut WKÖ zahlt onkel ALI BABA (sorry al jaber) die aussenstände fürs modul und für wkö stipendiaten. vielleicht ist die vermittlung an backhausen eine form der neuen dankbarkeit?

Wenn das Unternemen

so gut da steht wieso brauch es dann "hilfe"! Oder will sich da jemand der sich als erstes durch fette Gewinne bereichert hat jetzt auf einmal was verschenken um zur Familie zu gehören. Sehr unglaubwürdig!

Wie es auch aus dem Artikel hervorgeht

steht es nicht gut da, sondern hat bei den Banken hohe Schulden. Die Alternative zu Al Jaber lautet Konkurs.
Da schluckt man auch noch seine Tochter im Vorstand. Obwohl das fuer eine Patrizier-Famile wie den Backhausens eine ziemliche Schmach ist. Vielleicht hoffen sie, dass sie - wie diesmal - eh nicht auftaucht.

Wobei so schlecht schaut die optisch auch nicht aus.

Zwerge ohne Hals sind mir verdächtig.

Arme Firma Backhausen

Nach dem die Firma Backhausen in die gierigen Hände von diesem Al Jaber geraten ist, kann man die betroffenen Mitarbeiter nur mehr bedauern. Jetzt geht es nur mehr bergab, wie mit so vielen Firmen, welche dank EU ins Aus getrieben wurden. Weil den Chinesen für fast alles Zollfreiheit zugestanden wird und weil sie einfach ohne irgendwelche Umweltauflagen und menschenunwürdigen Niedrigstlöhnen produzieren können.

Gierig sind da eher die Backhausens und die Banken - anstatt in Konkurs zu gehen (und evtl. persönlich zu haften???) findet man einen Deppen, der die Schulden übernimmt.

und vor allem:

weil es vor allem bei uns millionen von menschen gibt, die diesen billigen china-ramsch dann auch noch lieber kaufen, als qualität, die vor der haustür produziert wurde.

also hören's doch auf zu jammern, und gehen's mal mit offenen augen durch ihre wohnung und ihren kleiderschrank. und dann werfen sie alles weg, was im "pösen china" produziert wurde.

und was bleibt dann noch über?

jaja

schuld sind wie immer die anderen, die ausländer...

der österreicher an sich ist ja makellos.

@Gerh...

100% Zustimmung meinerseits

böse eu, böse chinesen, böser rest der welt...?

vielleicht hat backhausen aber auch nur - so wie viele "traditionsunternehmen" die es heute nicht mehr gibt - einfach schlecht gewirtschaftet?

im übrigen muss man schon sehr verzweifelt sein, wenn man sich entscheidet, sich einem *solchen* investor auszuliefern. welche firma, die herr al jaber "sanieren" wollte, hat er eigentlich *nicht* ruiniert....??

der EU und China zuschreiben was USA gebührt ist schon reichlich naiv...
mindestens so naiv wie zu glauben al jaber zahlt aber vielleicht wollen die herren backhausen lernen wie man milliardär wird und als solcher behandelt obwohl man keine vereinbarungen einhält und vereinbarte geldflüsse nur in eine richtung einhält...

was dieser AL Jaber schon alles in den Händen gehabt hat und alles gesagt hat - würg

Bei sich daheim, hat der sicher einen ganz eigenen Ruf.

die haben auch ein Museum

(pssst: die haben auch einen Outletstore im 10ten)

im 10. auch?

Jetzt kommt bzw. beginnt das Ende. Fakt!

NA Bumm - des war a mal a Gute Firme!

iss'es ja eigentlich immer noch.

aber mit den asiatischen lohnstückkosten können sie eben nicht mithalten. und die letzten jahre waren für diese hochqualitäts-schiene sicher eher "zach"...

Mohammed Sohn des Jesus des Trösters

... und wann gründet ER endlich eine Partei?

haben die herren bei backhausen eigentlich zeitungen gelesen

in den letzten 5 jahren ?

kann man(n) wirklich so bescheu... sein=

Bescheuert nicht, aber verzweifelt

Denen steht das Wasser bis zum Hals. Da klammert man sich halt an jeden Rettungsstrohhalm.

dieser strohhalm ist -

nicht nur optisch - nur ein mühlstein.

neueste meldung aus dem internet

al jaber kauft sich bei magan austria von stronach ein. das ist business

viel glück!

dass al jaber sich verpflichtet fühlt, sich an getroffene vereinbarungen zu halten, ist großer optimismus!

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