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Drosera glanduligera verlässt sich nicht nur auf ihren Klebstoff.
Fleischfressende Pflanzen haben komplexe Mechanismen entwickelt, um in nährstoffarmer Umgebung zu überleben. Ihre Fallensysteme sorgen dafür, dass kleine Beutetiere wie Insekten angelockt, gefangen, getötet, verdaut und die daraus gewonnenen Nährstoffe aufgenommen werden. Führt die Pflanze mit ihrer Falle eine Bewegung aus, spricht man von einer aktiven Falle.
Videobeweis macht Schluss mit Spekulation
Sonnentau-Arten sind für ihre mit klebrigen Tentakeln besetzten Blätter bekannt, an denen Beutetiere haften bleiben und durch langsame, Minuten dauernde Bewegungen umschlungen werden. Die aus Australien stammende Art Drosera glanduligera bildet zusätzlich zu den klebrigen Leimtentakeln leimfreie Schnapptentakel aus, die sich nach Berührung innerhalb von 75 Millisekunden falleneinwärts biegen und schneller sind als die "Fangeisen" der berühmten Venusfliegenfalle. Bislang konnte über diese Funktion jedoch nur spekuliert werden.
Forschern um Thomas Speck der Plant Biomechanics Group des Botanischen Gartens Freiburg ist es nun gelungen, erstmals die Fangbewegung der extrem heiklen und seltenen Drosera glanduligera zu dokumentieren. Diese zu den spektakulärsten Bewegungen in der Pflanzenwelt gehörende Aktion wurde biophysikalisch beschrieben und die Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht. Auf YouTube findet sich außerdem das entsprechende Video zur Katapult-Leimfalle:
Die Biologen konnten darin zeigen, dass diese Schnapptentakel unvorsichtige Beutetiere auf die Mitte des klebrigen Fangblattes schleudern. Die Pflanze verfügt somit über einen kombinierten Katapult- und Klebemechanismus. (red, derStandard.at, 29.9.2012)
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