Spanien will Mammut-Sparprogramm

Das Budget soll um 40 Milliarden Euro entlastet werden. Eine IWF-Studie zeigt aber, dass Sparen alleine zu wenig ist

Madrid - Die spanische Regierung hat das strengste Sparbudget in der jüngeren Geschichte des Landes verabschiedet. Das Staatsbudget soll im kommenden Jahr durch Einsparungen und zusätzliche Einnahmen um 40 Milliarden Euro entlastet werden. Nur die Pensionen sollen erneut von der Rotstiftpolitik ausgenommen werden und 2013 um ein Prozent steigen.

Gehälter werden eingefroren

In diesem Jahr hatte die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy den Spaniern bereits Einsparungen in Höhe von 27,3 Milliarden Euro zugemutet. Die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone sieht sich zu einem drastischen Sparkurs gezwungen, weil sie ihr Budgetdefizit abbauen muss. so sollen 2013 die Gehälter der Beamten und der Angestellten im öffentlichen Dienst  das dritte Jahr in Folge eingefroren werden.

Genauere Details sind noch nicht bekannt. Gerechnet wurde im Vorfeld auch mit der Einführung einer Steueraufsichtsbehörde, mit Einschränkungen bei der Frühverrentung sowie neuen Steuern auf die Emission von Treibhausgasen und auf Aktientransaktionen. Auch Steuervergünstigungen dürften gestrichen werden.

Hohe Zinsen fressen Einsparungen auf

Trotz der radikalen Einsparungen werden die Ausgaben des Staates im Vergleich zu 2012 nicht sinken, sondern noch ansteigen. Dies geht vor allem darauf zurück, dass Spanien für Staatsanleihen hohe Risikoaufschläge auf die Zinssätze zahlen muss. Nach Informationen der Zeitung "El Pais" werden die Ausgaben für den Schuldendienst 2013 voraussichtlich um 9,1 auf 38,0 Milliarden Euro steigen. Damit wird der spanische Staat für die Zinsen deutlich mehr ausgeben als für die Löhne und Gehälter sämtlicher staatlicher Bediensteten.

Spanien hatte sich bei der EU dazu verpflichtet, die Neuverschuldung von 8,9 Prozent (2011) in diesem Jahr auf 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken. Das wird angesichts der schlechten Wirtschaftslage immer schwerer.

In Spanien wird die Wirtschafts- und Finanzkrise von einer Krise der Banken verschärft. Brüssel sagte Kredithilfen von bis zu 100 Milliarden Euro zu. Ein Bankenprüfbericht, dessen Ergebnisse an diesem Freitag veröffentlicht werden, soll den Kapitalbedarf näher festlegen. 

ESM durch Gauck ratifiziert

Wenige Stunden vor ihrem spanischen Pendant hatte auch die griechische Regierung ein neues Sparpaket geschnürt. Und auch der permanente Rettungsschirm ESM macht einen Satz nach vorne. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat die Urkunde zur Ratifizierung des Vertrags zum Hilfsschirm unterzeichnet. Damit ist die letzte Hürde für den 500 Milliarden Euro umfassenden ESM genommen. Der dauerhafte Rettungsschirm soll am 8. Oktober aus der Taufe gehoben werden.

Bürger ziehen Geld ab

In Spanien nehmen Bankkunden wegen der Schuldenkrise weiter Geld von ihren Konten. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik der Europäischen Zentralbank (EZB) verringerten spanische Privatkunden und Unternehmen auch im August ihre Guthaben. Den Angaben zufolge schmolzen die Einlagen bei den Banken des Landes um etwa 17,2 Milliarden Euro auf rund 1,492 Billionen Euro.

Im Vergleich zum Vormonat schwächten sich die Abflüsse von spanischen Bankkonten aber deutlich ab. Die EZB hatte für Juli noch einen massiven Rückgang um etwa 74 Milliarden Euro gemeldet. In den vergangenen zwölf Monaten sorgte die Schuldenkrise laut der EZB-Statistik bei den Einlagen spanischer Geldhäuser mittlerweile für einen Einbruch um fast 220 Milliarden Euro. 

Brisante IWF-Studie stellt Austerität in Frage

Zu den strikten Sparprogrammen allerorts gesellt der Internationale Währungsfonds (IWF) eine neue Studie. Dieser zufolge ist Sparen allein keine Lösung zur Reduzierung der weltweit hohen Staatsschulden. "Zum Schuldenabbau bedarf es einer Kombination aus finanzpolitischer Konsolidierung und wachstumsfördernden politischen Maßnahmen", lautet die zentrale Botschaft einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse von historischen Schuldenkrisen. Und die Geldpolitik sollte "so unterstützend wie möglich" ausfallen.

Die Rückführung der öffentlichen Schulden brauche Zeit. Nur in Nachkriegs-Zeiten konnten Defizitentwicklungen schnell umgekehrt werden, schildert der Fonds. Der IWF sieht hohe Schulden mit besonderer Sorge, da dies in den aktuellen Krisenländern mit einem relativ geringem Wachstumstempo, anhaltenden Haushaltsdefiziten, hohen Zukunftslasten und einer alternden Bevölkerung einhergeht. (APA, 27.9.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 131
1 2 3 4
alle Machtlosen sollen die Abzocker bezahlen - NEIN

LIVE aus Bacelona:

http://www.livestream.com/icbcn

Österreich wach auf!

Erst kürzlich hat die kleine unabhängige für seine realistische Einschätzung bekannte Ratingagentur Egan Morgan Spanien neuerlich zurückgestuft. Das undiffernzierte Sparprogramm könnte dazu führen, dass Spanien ein griechisches Schicksal erleidet und bald nur mehr Ramschstatus aufweist.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen... uropa.html

"Deutscher Euro-Austritt könnte Krise beenden"

Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro wäre nach Ansicht des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi "keine Tragödie".

http://bit.ly/RlFO7P

mit Minderjährigen ...

Bunga Bunga parties zu veranstalten waren für Silvio B. auch keine Tragödie.

und Österreich übernimmt dann den deutschen Anteil. Viel Spass damit

Auf den Karten wird bald ...

Sparnien zu lesen sein, so wie in Griechenland werden nur die Spartanier leben ...
Und wir bekommen einen Franko-nach, der dort den Spar€froh mit einem Sparnien€ spielen will ...
Der Bürgerkrieg ist noch fern, zum Glück hört man derzeit noch nicht viel von rechts (ausser Griechenland), aber der Nährboden wird gerade geschaffen.

Ihr wollt's echt noch einen Volksaufstand.

Ich find den einen Rothakler ja immer süss.

Willst nicht mein Anhänger werden? Ich erzähl's auch keinem. ;)

mittlerweile kennts wohl jeder aber es passt einfach so gut:

"Insanity: doing the same thing over and over again and expecting different results." - Albert Einstein

Draghi Monti Barroso Merkel Schäuble leisten ganze Arbeit für Goldman sachs und für denn vorsitzenden der Bilderberger konferenz Helmut Schmidt! Da steckt ja system dahinter leute,als nächsters kommt dann die Zentralisierung Europas indem sie sagen werden nur wenn Brüssel die alleinige macht bekommt können wir das Problem lösen. Abwarten

Ich bin mir ziemlich sicher dass die Illuminaten und die Freimaurer da auch mit drinhängen! Ein Fall für das Galileo Mystery Team!

Alternativlos

ich bin schon gespannt wieviele milliarden spanien angeblich bald einsparen wird

ändern wird das allerdings nichts an der pleite spaniens.

einsparen gar nichts. Die kürzen nur. Warum immer in den Medien von Sparen geredet wird damit es es besser klingt wissen die selbst.

man kann bei seinen ausgaben einsparen ohne sich etwas zu ersparen

Die schulden können rein mathematisch nicht sinken in spanien nicht und im Rest europas auch nicht solange wir nicht denn schulden gegenüberliegenden Guthaben besteuern und abschöpfen !! mittleirweile haben 10 % der beölkerung schon 70 % des gesamtkapitals ! nur die wohlahbenden können die krise beenden aber bestimmt nicht das breite Volk wo sich das kapital ja garnicht befindet !! das ist eher eine versklavung als eine sanierungsmassnahme

Ob die in Spanien wohl auch einen José Proellos haben, der ihnen eingeredet hat was für ein glänzendes Geschäft die Bankenhilfe sein wird?

weg mit dem dreckssystem!

Da ist es dann vorbei mit "Siesta"

Und so wird das dann in Madrid umgesetzt

http://www.youtube.com/watch?fea... DCRgqspmyU

Mal ehrlich, egal ob Spanien, Griechenland, Portugal, Italien oder Irland, und wer auch noch dazu kommen sollte, das Problem ist das Gleiche.
Die Regierungen waren nicht in der Lage ihre Einnahmen den Ausgaben anzupassen. Dazu kommen noch die überbezahlten Bankmanager die ihre Banken risikoreich in den Ruin steuern und die Steuerzahler sollen letzendlich dafür aufkommen. Ich weis, immer der Gleiche Brei beim posten aber der Ganze Haufen, Regierung als auch Banken gehören ausgetauscht gegen Manager die in der realen Wirtschaft wirkliche Gewinne erwirtschaften. Nur das kann sich die Bevölkerung auch nicht leisten.

in der realen Wirtschaft

können keine ehrlichen Gewinne mehr erwirtschaftet werden..
Drum haben alle Konzerne (egal welche Sparte), ihre eigene Bank oder ihre eigenen (Hedge) Fonds....
Sie sind also Teil des Übels, nur eben mit Maske....

...Manager die in der realen Wirtschaft wirkliche Gewinne erwirtschaften

Tja, diese führen ja die Länder durch Schmiergelder und Lobbyarbeit.

Na, Sie haben's geschnallt. Respekt!!!

Posting 1 bis 25 von 131
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.