John Terry wegen Rassismus für vier Spiele gesperrt

27. September 2012, 16:26

Die FA verdonnerte Englands Ex-Teamspieler obendrein zu einer sechsstelligen Geldstrafe

London - Chelsea-Kapitän John Terry ist vom englischen Fußball-Verband (FA) wegen rassistischer Äußerungen gegenüber Queens-Park-Rangers-Verteidiger Anton Ferdinand für vier Spiele gesperrt worden. Das gab die FA am Donnerstag bekannt. Der 31-jährige Ex-Nationalspieler muss zudem 220.000 Pfund (277.000 Euro) Strafe zahlen.

Terry hatte die im vergangenen Oktober in einem Ligaspiel erfolgten diskriminierenden Äußerungen zurückgewiesen, für die er sich im Juli auch vor Gericht verantworten musste. Im Gegensatz zur englischen Justiz verfolgte die FA den Fall weiter. Der Innenverteidiger gab daraufhin seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt. "Indem die FA gegen mich ein Verfahren führt, obwohl ich von einem ordentlichen Gericht freigesprochen worden bin, hat sie meine Position im Nationalteam unhaltbar gemacht",  begründete Terry seinen Rücktrittsentschluss.

Terry fordert detaillierte Urteilsbegründung

Terry hat von der FA eine detaillierte Urteilsbegründung angefordert, danach will er über eine Berufung gegen das Urteil entscheiden. Der frühere englische Teamkapitän hat dafür 14 Tage Zeit. Bis zu seiner endgültigen Entscheidung über einen Einspruch werden sowohl Sperre als auch Geldstrafe nicht wirksam.

Terry steht Chelsea damit am Samstag im Ligaschlager gegen den Londoner Stadtrivalen Arsenal aller Voraussicht nach zur Verfügung. Die nächsten Gegner des Champions-League-Siegers in der Meisterschaft sind Norwich City, Tottenham und am 28. Oktober Rekordmeister Manchester United. Nach derzeitigem Stand würde Terry für den Schlager gegen United ausfallen. Internationale Spiele sind von der Sperre nicht betroffen.

Im Juli war Terry noch von einem Gericht in Westminster vom Rassismusvorwurf freigesprochen worden. In einer Mitteilung seines Managements gab sich der 78-fache Internationale "enttäuscht, dass die FA-Commission zu einem anderen Schluss gekommen" sei als das ordentliche Gericht bei seinem "klaren Freispruch". Die Beleidigungen Terrys hätten sich auf die Hautfarbe beziehungsweise die Rasse von Anton Ferdinand bezogen, hieß es allerdings in einer FA-Mitteilung.

Vier Tage dauerte das Verbandsverfahren, bei dem Terry, 2005, 2006 und 2010 mit Chelsea jeweils Meister, auch selbst anwesend war. Die Kapitänsbinde im Nationalteam hatte ihm die FA nach dem Rassismusvorfall bereits im Februar abgenommen. Teamchef Fabio Capello trat daraufhin nur drei Monate vor der EURO 2012 in Polen und der Ukraine aus Protest gegen die Einmischung in seinen Zuständigkeitsbereich zurück. (APA/Reuters, 27.9.2012)

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Terry hat richtig gehandelt

Für einen Verband, der mich - trotz Freispruch eines ordentlichen Gerichtes - verurteilt, würde ich auch nicht spielen wollen.
Schade, hat mir bei der letzten EM sehr gut gefallen.
Hoch Chelsea!!!

Interessant finde ich, dass sich hier (Forum) Personen anmassen, einem "Schwarzen" zu erklären was Rassismus ist, und was nicht.

"Schwarze F**ze" -nein
"Ne*er"- naja
"Bi*bo" -ja

scumbag FA

zum einen bekam Sir Alex Ferguson eine 5 Spiele dauernde Sperre für "the referee seemed a lil unfit" während Terry für "black c**t 4 Spiele bekommt.
Was läuft hier nur falsch...

Hätte er das "black" weggelassen dann wäre das wohl ein Wort das in jedem Match tausend mal gesagt wird.

Aber so war's natürlich nicht OK, und ein Exempel musste statuiert werden.

JT ist natürlich ein riesen A-loch, aber das weiss eh jeder.

Die Verwendung von "race" im anglosächsischen Raum wird sogar dort zunehmend hinterfragt, aber das einfach als "Rasse" in einem deutschsprachigen Artikel zu übersetzen und ganz ohne Anführungszeichen stehen zu lassen, ist mir sehr befremdlich.

bin kein großer freund...

...von chelsea oder john terry und lehne auch jede art von rassismus entschieden ab. was für mediengeiler schauprozess aber hier abgelaufen ist, geht mir gegen den strich. meiner ansicht nach hätte man die sache im beisein der beiden betroffenen unter ausschluss der öffentlichkeit rasch klären sollen. mir ist schon klar, dass durch die "externe" anzeige dieser offizelle stein erst ins rollen gebracht wurde. bin aber in zukunft sehr gespannt, sollte mal ein fan einen anderen verklagt, weil er den schiedrichter auf grund einer vermeintlichen fehlentscheidung insultiert hat. da hätten die gerichte wieder viel zu tun. bitte nicht falsch verstehen: auch insultierungen gegenüber schiedsrichtern sind nicht zu tollerieren.

Also ich würde mich nicht mit demjenigen, der mich rassistisch beleidigt hat an einen Tisch setzen, und das "klären". Den Typen zeige ich an, Basta!

und genau deshalb...

...sind die gerichte mit zivilklagen zugeschissen. intelligente menschen lösen ihre konflikte anders. das hat nichts mit rassismus zu tun, den ich seit jeher verachte!

Ich habe "anzeigen" geschrieben, und nichts von einer Zivilklage. Das Urteil eines Gerichtes akzeptiere ich selbstverständlich. Die FA hat dies nicht, da sie jegliche "Beschimpfungen", welche nach Rassismus "riechen" im Keim ersticken will. Wem das nicht passt kann ins EU-Ausland wechseln, Bosman machts möglich.

Terry inteligent?!
Ansichtssache...

Sie sind als ein Vertreter der Blatter-Linie: Eine hingemurmelte Entschuldigung und ein Handschlag lassen einen rassistischen Ausfall vergessen.

Ja, man sieht, die Rassisten haben eine große Lobby.

mit so einem unsinn, den sie da von sich geben...

...können sie mich nicht beleidigen! hier geht es nicht um lobby oder nicht. hier geht es darum, dass menschen wieder lernen, miteinander wertschätzend umzugehen, wovon sie offensichtlich weit entfernt sind!

Sie sind also der Meinung, Terry ist "miteinander wertschätzend umgegangen" mit Ferdinand; nur der "dumme Schwarze" hats offensichtlich nicht verstanden?

Warum aber ich weit davon entfernt bin, "miteinander wertschätzend umzugehen", nur weil ich meine, dass ein rassistischer Ausfall nicht mit einem Handschlag vergessen ist, sollten Sie mir schon noch erläutern (ich bin leider zu dumm, es ohne Erläuterung zu verstehen).

da muss man schon beide spieler in die pficht nehmen...

...terry (falls es sich derlei abfällig geäußert hat) hat sich auf alle fälle zu entschuldigen. es wäre ja ein viel besserer weg terry zb eine soziale aufgabe zu überantworten, um vielleicht - wenn es so ist - zu verstehen, was er mit deratig abfälligen worten (beschimpfungen) anrichtet. und ferdinand sollte eine deratige problemlösung auch akzeptieren können. das auf einander zugehen würde mehr sinn machen. nienamd sagt, dass sie freunde werden müssen. was ihren persönliche "fall" betrifft, sollten sie nicht meine meinung mit der von herrn blatter vergleichen. das empfinde ich ich in ihrem fall nicht wertschätzen, was sie mir da diesbezüglich unterstellen wollen in hinblick auf rassismus und so. alles klar. jetzt kapiert!

Das ist doch nicht rassismus. jedenfalls nicht bei mir.
lächerlich

"Fu**ing black cunt" ist also nicht rassistisch,ok. Soll er ihm erst eine Banane hinwerfen?

ich finde die aussage auch nicht rassistisch

das einzige wort, das bei dieser schimpftirade überhaupt in den verdacht kommt rassistisch zu sein ist in dem fall "black".

hätte er "my black friend" gesagt, wäre das als rassistisch zu werten? ich denke nicht.

Ferdinand hats aufjedenfall als "rassistisch" empfunden, das respektiere ich.
Dass das den meisten Österreichern "egal" ist, weiss ich schon. Der "Bi*bo" soll sich halt "ned aufpudln".

Ferdinand hats aufjedenfall als "rassistisch" empfunden

Richtig... RIO Ferdinand, der dämliche Bruder von Anton. Wärs nach Anton selbst gegangen, wär die ganze Geschichte noch am selben Tag gegessen gewesen...

Sieht irgendwie nicht so aus, als ob es immer egal ist:

http://www.dailymail.co.uk/sport/foo... shake.html

Ich lese zwar fu**ing ba*tard von seinen Lippen aber bitte.

Finde diesen Video Beweis mehr als lächerlich. Wenn das jemand akustisch auf Band hat OK, aber so.

Auszug aus den FA Rules Seite 418, 6.8

"Where the subject matter of a complaint or matter before the Regulatory Commission has been the subject of previous civil or criminal proceedings, the result of such proceedings and the facts and matters upon which such result is based shall be presumed to be correct and the facts presumed to be true unless it is shown, by clear and convincing evidence, that this is not the case."

Na da bin ich aber gespannt welch "clear and convicing evidence" die FA hervorzaubert, die das ordentliches Gerichtsverfahren NICHT zu Tage geführt hat.

da is der alte jt ohnehin gut weggekommen - sein rücktritt vom nationalteam war eh schon ein schuldeingeständnis! wäre der vorfall nicht in london passiert, müsste er gerechterweise auch für 10 spiele gesperrt werden (suarez). da wird jetski schon wieder was gedeichselt haben.

Jedes Vergehen wird exakt und immer

mit der gleichen Strafe belegt, d.h. alle Raddiebstähle 2 Monate oder so ?
Interessante "Rechtsauffassung"..

Und wo der Rücktritt vom Team bei einem nicht mehr ganz so jungen Spieler ein Schuldeingeständnis sein soll, das entzieht sich mir ebenfalls...

Von wegen Schuldeingeständnis, das ist reine Berechnung, eine rein kommerzielle Entscheidung:
Bei manchen Spielern steigt der Marktwert, wenn sie im Team spielen, bei anderen, wenn sie nicht fürs Team abgestellt werden müssen. Bei einem (Ex)- Teamkapitän nähme ich doch an, daß er ohne Teamverpflichtung mehr wert ist, odr?

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