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Wien - Bei einem plötzlichen Herzstillstand entscheidet schnelle Erste Hilfe oft über Leben und Tod. In Wien werden deshalb in den nächsten Monaten 60 Defi-Säulen im öffentlichen Raum installiert. Dabei handelt es sich um umfunktionierte City Lights, die mit einem jederzeit entnehmbaren Defibrillator ausgestattet sind. Die Kosten von rund einer Million Euro werden von der Gewista, dem Wiener Platzhirschen für Außenwerbung, getragen. Weitere Säulen sollen später laufend dazukommen.
Mehr als 10.000 Menschen sterben in Österreich jährlich am plötzlichen Herztod. "Man kann nur einen Fehler machen, nämlich gar nichts zu machen", verwies Landtagspräsident Harry Kopietz, der auch "Botschafter" des kooperierenden Vereins Puls ist, in einer Pressekonferenz am Donnerstag auf die Wichtigkeit der schnellen Hilfeleistung. Um die Hemmschwelle für Laien zu senken, wird bei der Entnahme des Defis automatisch eine Verbindung zur Berufsrettung hergestellt. Diese unterstützt beim Reanimieren und schickt gleichzeitig ein Rettungsauto zum entsprechenden Standort, der dank GPS eindeutig identifiziert werden kann. Außerdem gibt das Defi-Gerät selbst genaue Anweisungen, wann was zu tun ist.
Die adaptierten Werbekästen werden vorrangig im innerstädtischen Bereich aufgestellt, da hier besonders viele Menschen unterwegs seien, hieß es. Abrufbar sind die Standorte auf http://www.puls.or.at bzw. über eine Gratis-App des Samariterbundes. Gewartet werden die Defibrillatoren, die durch einen kontrollierten Stromstoß das Kammerflimmern des Herzens beenden sollen, von der Rettung, sagte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Sie sah in der Wiener Initiative ein "avantgardistisches Projekt", das für andere Metropolen sicher Vorbildwirkung haben werde.
Wie wichtig schnelle Hilfe ist, unterstrich Mario Krammel, Geschäftsführer des Vereins Puls, der sich die Bekämpfung des plötzlichen Herztods zum Ziel gesetzt hat. Denn bereits drei Minuten nach dem Herzstillstand träten durch Sauerstoffmängel irreversible Gehirnschäden auf. Bis zum Eintreffen der Rettung vergingen durchschnittlich jedoch zehn Minuten. Laut Klaus Markstaller von der Med-Uni Wien wird bei einer möglichst früh durchgeführten Wiederbelebung die Überlebenschance von zehn auf bis zu mehr als 50 Prozent erhöht.
Nach den 60 Säulen sollen bald weitere folgen, kündigte Kopietz heute an. Für die erste Tranche übernimmt die Gewista jedenfalls die Kosten. Refinanzieren will man das Projekt mit Reklame, so Gewista-Chef Karl Javurek. Denn während die Vorderseite des City Lights für Logo und Kurzbeschreibung der Defi-Säule dient, bleibt die Rückseite frei für Werbeplakate.(APA, 27.9.2012)
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darauf hingewiesen, dass die defis "rund um die uhr" zur verfügung stehen.
vor 30 jahren hätts wohl noch geheißen "defibrillationen haben an werktagen 8-12 und 13-15:30 Uhr zu erfolgen nach einbringen des entsprechenden antrags f sowieso mit zweifachem durchschlag"
hat irgendwer daran gedacht die teile anzubinden?
"einem jederzeit entnehmbaren Defibrillator" ... man will doch nicht, dass die beinchen bekommen ;-)
(und weil das ding mit mir spricht kann das sicher auch alle möglichen sprachen - von kurdisch bis suaheli, weil sonst wer den defi gach verklagen könnte)
wenn ich es gewagt hätte, einen Patienten zu defibrillieren. Darf ja nur der Arzt, und wenn der noch nicht da ist, muß sich der Patient sich eben gedulden.
Würde mich interessieren, wieviele Leute damals wegen „Kurpfuscherei“ oder so wirklich angeklagt und verurteilt wurden.
die heutigen Defis enthalten ein trottelsicheres Anschlußschema (also wo man dranhalten soll, und wer nicht noch aller die Hand drauf haben sollte), sondern messen zunächst einmal selbsttätig den Puls. Wenn keiner erkannt wird, spricht das Gerät mit ihnen, und bittet sie, die Prozedur einzuleiten!
Man könnte ja drei ständig begleitende Oberärzte zahlen.
Folgendes: Sie bekommen auch professionelle Hilfe - die ist unterwegs, sobald jemand den Defi bedient.
ERSTE HILFE definiert sich hingegen fast darüber, dass es keine Profis sind. 1. Hilfe ist das, was einem Laien an Fachwissen zuzumuten ist. Einen Defi aus der Verpackung nehmen und den Anweisungen zu folgen (die klar unmissverständlich und auf meistens acht Sprachen verfügbar sind) gehört gerade noch dazu.
Erste Hilfe ist schön und gut. Bringen Sie mich bitte in die stabile seitenlage, beatmen Sie mich, wenn Sie wollen, aber gehen Sie nicht mit medizinischen Geräten auf mich los.
Was die absurde Unterstellung, ich wolle ständig von 3 Chefärzten begleitet werden, Verweise ich auf mein posting: holen Soe professionelle Hilfe oder LASSEN SIE MICH STERBEN!
Ich beatme niemanden in SSL - Wenn ich wen in die SSL bringe, schnauft der noch selbst.
Und ja, ich würde einen Defi anhängen. Das Gerät ist ja immerhin idiotensicher genug, dass es Sie nicht töter machen kann, als Sie es im Zweifelsfall nicht sowieso wären...
Conclusio: Ich hole professionelle Hilfe und leiste die entsprechende Vorarbeit, dass die nach 7 Minuten Anfahrt noch eine realistische Chance haben Sie weider flott zu bekommen.
Gezeigt hat sich, dass die Frühdefibrillation den Outcome von CPR-pflichtigen Patienten massiv verbessert.
Also wird geschossen. Der Patient hat in diesem Fall zwar ein Mitspracherecht, aber davon macht er selten Gebrauch, wenns soweit kommt.
Ein AED macht als erstes einen Check ob die Elektroden richtig angebracht sind, wenn ja wird ein EKG erstellt und per Software interpretiert. Wenn sich eine Indikation für eine Defibrillation ergibt errechnet der AED aufgrund der Patientendaten (Ungefähres Alter und Gewicht) die Defiernergie. Da kann nichts daneben gehen. Aber möglicherweise finden Sie ja wieder einen Grammatikfehler ;-)
Davon abgesehen kann man mit eine Defi nicht allzu viel falsch machen. Wenn mans wirklich nicht kann (das beinhaltet auch dass man unfähig ist der Anleitung zu folgen), dann macht das Gerät gar nichts.
Falls es funktioniert und nach 7 Minuten dann die Rettung da ist, dann hat man immerhin ein paar Minuten gewonnen. Wenn man nach 7 Minuten "richtig" wiederbelebt wird, dann ist das Resultat in der Regel schlechter als wenn das nach 2 Minuten "nicht ganz richtig" passiert.
Gab es im Vorfeld eine Untersuchung welcher Anteil der Bevölkerung im Ernstfall bereit wäre den Defi zu verwenden? Ich kenne die Dinger und die sind wirklich deppensicher. Wir haben mal so Dinger in einem öffentlichen Gebäude installiert und nicht mal 1% der Beschäftigten wären bereit gewesen so ein Ding einzusetzen.
gab es im vorfeld eine untersuchung wer mit einem wie grossem geldkoffer beim zuständigen ministerium aufgetaucht ist um sich einen lukrativen auftrag für diese sinnlosigkeit zu sichern?
was kommt als nächstes? schwimmreifen alle 10m an jedem flussufer?
nicht nur dass sich die meisten menschen komplett falsche vorstellungen von einer wiederbelebung machen (erfolgsquote sehr gering), noch dazu traut sich in unserer gaffergesellschaft ja ohnehin kaum jemand jemals so etwas einzusetzen
es gibt wohl kaum ein projekt in das man das dafür aufgewendete geld investieren hätte können das weniger menschenleben rettet als diese unsinnige defi-herumhängerei
In Innsbruck (bei Gott kein Paradebeispiel was den Rettungsdienst angeht) besteht eine genügend hohe Dichte an Sanitätern, dass einer, der da herumläuft handelt.
Und die Studienlage zeigt auch schön, dass bei sofortiger CPR mit Frühdefibrillation die Überlebensrate bei bis zu 50% liegen kann. Wenn dies nicht der Fall ist, sinkt diese pro Minute Atemstillstand um ca. 10%.
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