Sony Xperia T im Test: "007"-Androide ohne Agenten-Gimmicks

  • Sonys Android-Flaggschiff Xperia T misst 129,4 x 67,3 x 9,35-10,45 mm und wiegt 139 Gramm.
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    foto: derstandard.at/riegler

    Sonys Android-Flaggschiff Xperia T misst 129,4 x 67,3 x 9,35-10,45 mm und wiegt 139 Gramm.

  • Die Tasten für Einschalten, Lautstärke und Kamera befinden sich an der Geräteseite neben dem Slots für SIM- und micro-SD-Karten.
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    Die Tasten für Einschalten, Lautstärke und Kamera befinden sich an der Geräteseite neben dem Slots für SIM- und micro-SD-Karten.

  • Eine abnehmbare Rückabdeckung gibt es nicht, das macht das Gerät robuster, allerdings kann auch der Akku nicht getauscht werden.
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    Eine abnehmbare Rückabdeckung gibt es nicht, das macht das Gerät robuster, allerdings kann auch der Akku nicht getauscht werden.

  • Das Display des Xperia T (unten im Bild) liefert kräftige, kontrastreiche Farben. Mit der Kamera aufgenommene Fotos wirken auf dem Display im direkten Vergleich mit dem Galaxy S3 eine Spur greller und weniger natürlich, obwohl dieser Unterschied bei den Aufnahmen am Monitor nicht so stark zu erkennen ist (sieht beide Testfotos unten).
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    Das Display des Xperia T (unten im Bild) liefert kräftige, kontrastreiche Farben. Mit der Kamera aufgenommene Fotos wirken auf dem Display im direkten Vergleich mit dem Galaxy S3 eine Spur greller und weniger natürlich, obwohl dieser Unterschied bei den Aufnahmen am Monitor nicht so stark zu erkennen ist (sieht beide Testfotos unten).

  • Foto mit dem Xperia T aufgenommen - hier der Link zur unkomprimierten Original-Aufnahme.
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    Foto mit dem Xperia T aufgenommen - hier der Link zur unkomprimierten Original-Aufnahme.

  • Foto mit dem Galaxy S3 aufgenommen - Link zur unkomprimierten Original-Aufnahme.
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    Foto mit dem Galaxy S3 aufgenommen - Link zur unkomprimierten Original-Aufnahme.

Ein gutes Android-Smartphone, dem jedoch der letzte Schliff fehlt

"James Bond"-Filme galten schon immer als besonders beliebtes Umfeld für Product Placement. Ein schneidiger Geheimagent, ultimative Bösewichte und schmachtende Bond-Girls eignen sich gut, um dem Publikum Mode, Autos, Uhren und diverse andere Gadgets zwischen Explosionen und Liebesszenen um die Ohren zu fetzen. Im aktuellen Bond-Teil "Skyfall" kommt unter anderem das Sony Xperia T zum Einsatz. Sony bewirbt das Android-Smartphone auch gleich als "as used by James Bond" und packt Agenten-Content auf das neue Modell. Ob das Xperia T tatsächlich Bonds Kragenweite hat, hat sich der WebStandard im Kurztest angesehen.

Design

Was ein echtes Bond-Gadget sein will, muss nicht nur viel können, sondern auch schick aussehen. Hier landet das Xperia T einen Punkt für eine schlichte, aber elegante Aufmachung mit leicht gebogenem Gehäuse. Das Gerät misst 129,4 x 67,3 x 9,35-10,45 mm und wiegt 139 Gramm. Damit ist es weder das dünnste noch das leichteste Smartphone, liegt aber gut in der Hand und fühlt sich robust verarbeitet an.

Etwas ungeschickt platziert sind die Buttons für Einschalten, Lautstärke und Kamera an der Seite, die man beim Telefonieren unweigerlich berührt und die unschön aus dem Gehäuse hervorragen. Allerdings sind die Tasten etwas strenger zu drücken, so dass ein versehentliches Auslösen nicht vorkommt. Da die Rückseite nicht abnehmbar ist, werden SIM- und Speicherkarte über einen verdeckten Einschub an der Geräteseite eingelegt.

Display

Herausstechend ist das Display, das fast die gesamte Frontseite einnimmt. Sony verbaut ein 4,6 Zoll großes LCD mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixel - das ergibt eine Pixeldichte von 319 ppi und reicht somit knapp an die "Retina"-Auflösung von Apples iPhone 4S und 5 heran, die beide trotz unterschiedlicher Display-Größe 326 ppi bieten.

Im Alltagstest liefert das Xperia T kräftige Farben und scharfe Kontraste, Pixel sind mit freiem Auge nur schwer wahrnehmbar. Mit der Kamera aufgenommene Fotos wirken auf dem Display im direkten Vergleich mit dem Galaxy S3 eine Spur greller und weniger natürlich, obwohl dieser Unterschied bei den Aufnahmen am Monitor nicht so stark zu erkennen ist (sieht beide Testfotos links). Allerdings fällt wie schon beim Xperia S der geringe Betrachtungswinkel auf: Hält man das Smartphone nur etwas schräger, verblassen die Farben schnell. Laut Sony wird kratzfestes Glas verwendet, was wir im Test allerdings nicht auf die Probe stellen wollten.

Performance

Im Inneren des Xperia T tickt ein 1,5 GHz schneller Dual-Core-Prozessor Qualcomm MSM8960 Snapdragon S4 Plus, der von 1 GB RAM unterstützt wird. Für Grafikaufgaben ist die Adreno-225-GPU verbaut. Im Alltag zeigt das Xperia T generell eine solide Performance. Teilweise sind die Interaktionen jedoch nicht ganz so flüssig wie etwa beim Galaxy S3. Das Drehen des Displays wirkt etwas verzögert und das Fokussieren der Kamera dauert ebenfalls länger als bei anderen Modellen. Beim Starten von Apps hingegen ist kein Unterschied zu bemerken.

Akkulaufzeit

Der 1.850 mAh starke Akku lieferte im Test eine Laufzeit von etwas mehr als einem Tag bei durchschnittlicher Nutzung - aktiviertes WLAN, die Helligkeit beim Display mit automatischer Regulierung, gelegentliches Surfen, Videowiedergabe unter einer halben Stunde et cetera. Bei Videowiedergabe und maximaler Display-Helligkeit kamen wir im Test auf gut fünf Stunden, wie Sony selbst auch angibt.

Wie beim Xperia S ist der Akku fix integriert und kann nicht vom Nutzer getauscht werden. Aufgefallen ist im Test auch, dass es länger dauert, bis das Gerät wieder eingeschaltet werden kann, wenn man den Akku nach vollständiger Entleerung wieder an eine Stromquelle anschließt. 

Kamera

Für Aufnahmen hat Sony wie beim Xperia S seinen Exmor-R-CMOS-Sensor integriert, allerdings mit 13 statt 12 Megapixeln. Die Kamera bietet LED-Blitz, Autofokus und 720p-Videoaufnahmen. Die Frontkamera knipst Fotos mit 1,3 Megapixeln und kann ebenfalls Videos mit 720p aufnehmen.

Die Anpassungen von Sony erweitern die Android-Kamera etwa durch eine automatische Motiverkennung, eine Schwenkpanorama-Funktion und einen Lächelauslöser. Nutzer können auswählen, ob ein Foto durch die Onscreen-Taste, Antippen des Displays oder die dedizierte Kamera-Taste ausgelöst werden soll. Allerdings ist nur ein Entweder-oder möglich.

Wie auch schon beim Xperia S fallen die Fotos bei optimalen Lichtverhältnissen gut aus. Besonders in dunkler Umgebung nimmt die Bildqualität ab, aber auch mit Gegenlicht kommt die Kamera nicht so gut zurecht. Im direkten Vergleich mit einem Galaxy S3 sind Bilddetails wie die feinen Federn einer Pfauenfeder im Testbild links verschwommener.

Android und Sony-Software

Ob ein echter Bond ein Smartphone aktzeptieren würde, auf dem nicht die aktuellste Software läuft? Ab Werk liefert Sony das Xperia T mit Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich und verspricht ein Update auf Jelly Bean, lässt bislang jedoch offen, wann mit der Aktualisierung zu rechnen ist. Sonys Anpassungen sind nicht so auffällig wie etwa die TouchWiz-Oberfläche von Samsung, aber dennoch spürbar.

Die Kamera ist durch eigene Funktionen erweitert, statt der Musik-App gibt es den Walkman-Player. Über Media Remote lassen sich Bravia-Fernseher fernsteuern. Mit dem LiveWare-Manager können bestimmte Apps gestartet werden, wenn Zubehör angeschlossen wird. Zudem ist das Xperia T Playstation-zertifiziert und bietet so Zugang zu exklusiven Spieletiteln. Damit aus dem Smartphone eine Bond-Edition wird, hat Sony Trailer und andere Clips zum Film sowie Wallpapers und einen Klingelton vorinstalliert.

Weitere Austattungsmerkmale

Aufseiten der Schnittstellen hat Sony zwar alles in das Xperia T gepackt, was aktuell Standard ist, das war allerdings auch schon beim Xperia S der Fall. Dazu gehören ein microUSB-Anschluss, HDMI, WLAN, Bluetooth und NFC. Der interne Speicher von 16 GB kann durch microSD-Karten erweitert werden. Mit den integrierten Lautsprechern kann man Filme, Clips und Musik sehr laut abspielen, die Tonqualität ist für ein Smartphone gut.

Fazit

Am meisten vermag das Xperia T beim Display zu punkten, das groß und gestochen scharf ist. Kamera und Performance des Xperia T sind gut, liefern für ein Flaggschiff-Modell aber doch einen Tick zu wenig. Trotz der guten Benchmarks fällt die Bedienung nicht so flüssig aus wie etwa beim Galaxy S3. Die Kamera beweist einmal mehr, dass eine hohe Megapixel-Anzahl kein Garant für gute Bildqualität ist.

Mit einem Preis ab circa 550 Euro ist das Xperia T teurer als das Galaxy S3, das im Handel bereits ab etwa 490 Euro zu haben ist (verglichen über geizhals.at). Beide Modelle werden bei Mobilfunkern ab 0 Euro angeboten. Sony hat es nicht geschafft, ein Flaggschiff auf den Markt zu bringen, das nicht nur die eigenen Modelle, sondern auch die Konkurrenz übertreffen kann. (Birgit Riegler, derStandard.at, 14.10.2012)

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