Amnesty: Zustände in Kaliforniens Gefängnissen "schockierend"

Menschenrechtsorganisation kritisiert Isolationszellen: "Unnötig strafend und unter keinen Umständen zu rechtfertigen"

Los Angeles - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat scharfe Kritik an den Zuständen in kalifornischen Gefängnissen geäußert. Rund 3000 Häftlinge seien in Gefängnissen des US-Bundesstaats in fensterlosen Isolationszellen inhaftiert ohne Zugang zu Arbeit, Mithäftlingen oder Rehabilitierungsprogrammen, erklärte Amnesty am Donnerstag. 78 Häftlinge seien bereits mehr als zwei Jahrzehnte in derartigen Zellen eingesperrt.

"Die Bedingungen und die Dauer der Haft in Kaliforniens Isolationseinheiten ist einfach schockierend", erklärte die Amnesty-Expertin Angela Wright, die eine Reihe von Gefängnissen besuchte. Gefangenen natürliches Licht, körperliche Bewegung und menschlichen Kontakt vorzuenthalten sei "unnötig strafend und unter keinen Umständen zu rechtfertigen". Die kalifornischen Justizbehörden gaben zunächst keinen Kommentar zu den Vorwürfen ab.

Laut Amnesty sind die Isolationszellen eigentlich für besonders gefährliche Häftlinge wie Gang-Mitglieder vorgesehen, doch viele der Insassen litten unter Geistes- und Verhaltensstörungen oder würden für wiederholte kleinere Vergehen bestraft. Wright erklärte, Amnesty erkenne zwar die Notwendigkeit an, im Falle von Bandenkriminalität einzelne Häftlinge zu isolieren. Doch sollte Isolationshaft nur in außergewöhnlichen Fällen und nur für kurze Zeit eingesetzt werden. (APA, 27.9.2012)

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