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vergrößern 600x220Einen wesentlichen Beitrag zur Restaurierung des Großen Theaters in Ephesos hat das ÖAI geleistet.
Ephesos - Es ist eines der größten Amphitheater der Antike: Das Große Theater in Ephesos. Es geht zurück auf einen hellenistischen Vorgängerbau aus dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, die größte Ausdehnung erreichte es jedoch während der römischen Kaiserzeit im 2. Jahrhundert. Damals hatte es eine Kapazität von 22.000 bis 25.000 Sitzplätzen.
Im Theater wurden künstlerische Darbietungen aufgeführt und Gladiatorenkämpfen ausgetragen, es war aber auch eine wichtige Station im Rahmen der Kultprozessionen für die ephesische Göttin Artemis. Zudem diente es als Ort der Volksversammlung, der sogenannten Ekklesia. In dieser Funktion wird das Theater von Ephesos auch in der Apostelgeschichte erwähnt, wo von einem Aufstand der ephesischen Silberschmiede gegen die Missionstätigkeit des heiligen Paulus berichtet wird.
Restauration mit österreichischer Unterstützung
Noch bis in die 1990er Jahre gab es viele Konzerte, auch Rock und Pop, in dem Amphitheater, bis es aufgrund von statischen und konservatorischen Problemen geschlossen wurde. Seit 17 Jahren wird das Theater nun schon restauriert, und einen wesentlichen Beitrag hat das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) geleistet, das bereits seit 1895 in Ephesos gräbt.
Nach 17 Jahren Restaurierungsarbeiten wird das Große Theater nun am Freitag erstmals wieder bespielt und erhalte damit "seine ursprüngliche Funktion - als Aufführungsort von Theaterstücken und gesellschaftlicher Treffpunkt - zurück", erklärte die ÖAI-Direktorin und Grabungsleiterin in Ephesos, Sabine Ladstätter, am Donnerstag. Die Neueröffnung sei allerdings mit rigiden Auflagen verknüpft. So dürfen die Konzerte maximal 2.500 Besucher haben, akustische Verstärker sind verboten.
Zurückhaltende Eingriffe
Die restauratorischen Eingriffe im Theater hätten sich auf das Notwendigste beschränkt, von Rekonstruktionen oder Verkleidungen mit Marmor etc. habe man Abstand genommen. "Der Besucher der Veranstaltungen soll das authentische Ambiente einer Ruinenstätte spüren und nicht den Eindruck einer künstlich geschaffenen Kulisse haben", so die Archäologin.
Zeichen für Zusammenarbeit von Österreich und der Türkei
Die Revitalisierung sei nur durch eine enge Zusammenarbeit österreichischer und türkischer Behörden sowie durch Beiträge privater Sponsoren möglich gewesen. Österreich finanziert mit rund 630.000 Euro die Restaurierung der antiken Substanz als Teil des wissenschaftlichen Grabungsprogramms, die Gesellschaft der Freunde von Ephesos trug die Kosten für die statischen Berechnungen, die eine Wiedereröffnung erst möglich machten. Die Kosten für die Adaption des Bauwerkes für eine moderne Nutzung werden von der türkischen Regierung und türkischen Sponsoren getragen. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sieht in der Eröffnung "ein sichtbares Zeichen für die weitere Stärkung der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit" von Österreich und der Türkei.
Am Freitag gastieren die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle in dem mächtigen Amphitheater, die offizielle Eröffnung soll im Mai 2013 erfolgen. (APA, 27.9.2012)
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