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Hayrettin Karaca gilt als Vater der türkischen Umweltbewegung.

Gene Sharp gilt als weltweit führender Experte für gewaltlose Revolutionen.
Stockholm - Die diesjährigen Right Livelihoods Awards (Alternative Nobelpreise) gehen in diesem Jahr an die britische Anti-Rüstungsexportkampagne Campaign Against Arms Trade (CAAT), die afghanische Ärztin und Menschenrechtlerin Sima Samar sowie den amerikanischen Politikwissenschaftler Gene Sharp. Die drei Preise sind mit insgesamt 150.000 Euro dotiert.
Den undotierten Ehrenpreis 2012 erhält der türkische Unternehmer und Umweltaktivist Hayrettin Karaca, der als "der Vater der türkischen Umweltbewegung" gilt. Die Jury ehrte den 90-Jährigen "für sein lebenslanges Eintreten für den Schutz der Natur, das den eigenen unternehmerischen Erfolg mit dem erfolgreichen Einsatz für die Umwelt verbindet."
Karaca ist Mitgründer der Umweltorganisation TEMA, die sich für den Schutz von Erdboden und natürlichen Habitaten einsetzt. Seit ihrer Gründung 1992 hat die TEMA-Stiftung um die 150 Demonstrationsprojekte über nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes, Wiederaufforstung, Erhaltung der Biodiversität und nachhaltiges Landmanagement im ganzen Land entwickelt und durchgeführt.
Karaca ist in der Türkei sehr bekannt und angesehen, bekommt aber auch Gegenwind. Derzeit läuft gegen ihn und zahlreiche Dorfbewohner ein Verfahren, wegen widerrechtlichen Betretens von Privatland einer Bergbaufirma. Aus Sicht der Dorfbewohner handelt es sich um öffentliches Land, auf dem das Unternehmen Tausende von Bäumen abgeholzt hatte. Karaca und die Dorfbewohner können zu einer Haftstrafe von bis zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt werden.
Der Politikwissenschaftler Gene Sharp gilt als weltweit führender Experte für gewaltlose Revolutionen. Als Doktorand stellte Sharp fest, dass die Erfolge gewaltfreier Aktionen oftmals aus den Geschichtsbüchern gestrichen wurden, während gewalttätige Konflikte und militärische Strategien ausführlich erforscht waren. Er begann daraufhin Fälle von gewaltlosem Protest zu untersuchen. Seine Schriften zu gewaltfreiem Protest wurden von sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt angewandt. Seine bekannteste Arbeit, "Von der Diktatur zur Demokratie", wurde in mehr als 34 Sprachen übersetzt.
Zum ersten Mal in der über 30-jährigen Geschichte der Alternativen Nobelpreise geht die Auszeichnung auch nach Afghanistan: Sima Samar gründete 1989 die Shuhada-Organisation und die Shuhada-Klinik, die heute zwölf Ambulanzen und drei Krankenhäuser in Afghanistan betreiben. Seit 2004 ist Samar Vorsitzende der unabhängigen Menschenrechtskommission von Afghanistan (AIHRC).
Der Campaign Against Arms Trade ("Kampagne gegen Waffenhandel", CAAT) werde der Preis "für ihren innovativen und effektiven Widerstand gegen den globalen Waffenhandel" verliehen, begründete die Jury ihre Entscheidung. Dank CAAT habe das öffentliche Bewusstsein für den Waffenhandel zugenommen.
Preise bislang drei Mal an Österreicher vergeben
Die vom deutsch-schwedischen Publizisten und ehemaligen grünen Europa-Abgeordneten Jakob von Uexküll ins Leben gerufenen Preise werden seit 1980 jedes Jahr vergeben. Bereits drei Österreicher erhielten den renommierten Preis: Der aus Vorarlberg stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler wurde 2010 für seinen Einsatz für die Rechte indigener Völker in seiner Diözese und für seinen unermüdlichen Kampf gegen das Amazonas-Staudammprojekt Belo Monte geehrt.
Die anderen beiden österreichischen Right-Livelihood-Preisträger, der Ökonom Leopold Kohr und der Zukunftsforscher Robert Jungk, sind mittlerweile verstorben. (APA, 27.9.2012)
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