Wo und warum Europas Bürger protestieren

Proteste, Demonstrationen, Aufstand: Ein Überblick, wo und warum die Krise in Europa die Leute auf die Straßen treibt

Irland: Gute Miene zum Sparspiel

Die Iren folgen den Griechen. Im Herbst 2010 schlüpft der Inselstaat als zweites Euro-Land unter den Rettungsschirm der EU und des Währungsfonds. Mit dem rettenden Geld flattern der irischen Regierung auch die Sparvorgaben der Geldgeber ins Haus. Mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen saniert sich das Land.

Anders als in Griechenland oder Spanien führt der Sparkurs in Irland aber nicht zu einer breiten Protestwelle in der Bevölkerung. Die Anzahl der Streiktage sank im vergangenen Jahr sogar im Vergleich zur Zeit vor der Krise. Das liegt vor allem daran, dass die großen irischen Gewerkschaften der Staatsbediensteten das Sparprogramm von Anfang an mitgetragen haben.

Irland erwartet 2012 einen deutlichen Dämpfer beim Wirtschaftswachstum. Das schreibt hinter die Sparbemühungen auch ein großes Fragezeichen. Die Arbeitslosenquote ist recht hoch, über 14 Prozent der Iren haben keinen Job.

Die EU feierte nahezu, als Irland dieses Jahr über Staatsanleihen wieder Geld an den Finanzmärkten aufnehmen konnte. Irland sei ein Vorbild, wer brav spart, wird am Ende auch belohnt, so der Tenor in der europäischen Politik.

Dabei hätten gerade die Iren eine Möglichkeit gehabt, den Sparmeistern in Brüssel und Dublin einen Denkzettel zu verpassen. Mit der Volksabstimmung zum EU-Fiskalpakt segneten die Iren diesen im Frühling aber ab. Den Regierungen der Eurozone wird der Fiskalpakt noch mehr Disziplin bei den Staatsfinanzen abringen. (Daniela Rom, derStandard.at, 28.9.2012)

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