Wo und warum Europas Bürger protestieren

Proteste, Demonstrationen, Aufstand: Ein Überblick, wo und warum die Krise in Europa die Leute auf die Straßen treibt

Spanien: Empörtes Sparen

Die Spanier sind empört. Unter diesem Motto protestieren sie seit über einem Jahr gegen das rigorose Sparprogramm der Regierung. Hunderttausende versammeln sich diesen Sommer in mehreren spanischen Städten, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Allein in diesem Jahr sollen 27,3 Milliarden Euro eingespart werden. Das geht nicht ohne drastische Einschnitte. Die Bildungsausgaben in Spanien sollen um drei Milliarden gekürzt werden. Die Mehrwertsteuer wird erhöht, dafür das Arbeitslosengeld gekürzt. Angestellten im öffentlichen Dienst wird das Weihnachtsgeld gestrichen. All das zur Rettung Spaniens. Die Protestierenden glauben jedoch nicht mehr, dass dieser Plan aufgeht. Vielmehr beobachten sie eine Verarmung in der Mittelschicht, einen Absturz in die Ausweglosigkeit.

Auch für Spanien ist das nicht das erste Sparpaket. Es ist auch nicht die erste große Protestwelle. Schon im Frühsommer 2011 machten die "Indignados", die Empörten, auf sich aufmerksam. Mit Protestcamps und Massendemonstrationen setzten sie ein gut sichtbares Zeichen: Wir können so nicht leben. Vor allem Junge haben es schwer. Wie in Griechenland hat auch jeder zweite junge Spanier keinen Job. Und damit keine Perspektive.

Während die Spanier also mehr und mehr auf die Straße drängen und der Politik ein Stoppschild entgegenhalten, verhandelt die spanische Regierung mit der EU über ein Hilfspaket für den strauchelnden Bankensektor. Eine Zusage dafür hat Madrid bereits, nun ist nur noch die Höhe offen. Damit wird das Sparen in Spanien kein schnelles Ende finden.

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