Google-Forderungen zwangen Apple zu eigener Maps-Lösung

27. September 2012, 10:33
  • Google stellte hohe Forderungen für Turn-by-Turn-Navigation, Apple entschied sich für eine eigene Lösung.
    foto: apa

    Google stellte hohe Forderungen für Turn-by-Turn-Navigation, Apple entschied sich für eine eigene Lösung.

Konkurrent stellte hohe Forderungen im Gegenzug für Turn-by-Turn-Navigation

Google und Apple haben offenbar intensive Verhandlungen geführt, bevor sich Apple zur Entwicklung eines eigenen Kartendienstes für iOS 6 entschlossen hat. Wie AllThingsD berichtet, scheiterten die Gespräche hauptsächlich an der Turn-by-Turn-Navigation, die Google nicht im konkurrierenden Betriebssystem sehen wollte.

In-App-Branding oder Latitude

Bis iOS 5 verwendete Apple den Google Maps-Dienst für die integrierte Karten-App. Die Basis dafür legte ein Vertrag, der theoretisch noch über ein Jahr Bestand gehabt hätte. In Cupertino wollte man seinen Usern jedoch endlich auch Turn-by-Turn-Navigation mit Sprachausgabe anbieten. Ein Feature, das Android schon seit geraumer Zeit bietet.

Und als solches scheint, so die ungenannten Quellen, Google dies auch betrachtet zu haben. Der Webriese wollte seinen Konkurrenten diese Funktion bestenfalls gegen harte Bedingungen gewähren, denn im Kontrakt war sie nicht integriert. So soll das Unternehmen aus Mountain View unter anderem In-App-Branding verlangt haben. Als Apple dies ablehnte, forderte man die Hereinnahme von Google Latitude. Auch das wurde verneint.

Keine Überraschung für Google

Apple hat bereits während der Verhandlungen mit dem Erwerb von Mapping-Firmen begonnen. Als man sich sicher war, bis zum iOS 6-Release eine eigene Lösung auf die Beine gestellt zu haben, verließ man den Verhandlungstisch und kündigte im Juni „Apple Maps" an. Ein Umstand, der Google entgegen anders lautender Vermutungen zu diesem Zeitpunkt nicht überrascht haben soll.

Den Aufwand hinter einem Maps-Dienst dürfte man allerdings unterschätzt haben. Apples eigene Karten-App bekam aufgrund von Fehlern in der 3D-Darstellung, stellenweise mangelhaftem Kartenmaterial, fehlenden und versetzten Locations sowie wenig funktionaler, lokaler Suche einen eher säuerlichen Empfang unter dem Beinamen „Mapocalypse".

Lose-Lose-Situation

Trotz der schlechten Presse für Apple war die Entscheidung auch für Google ein schwerer Schlag. Immerhin hat man damit einen durchaus signifikanten Nutzeranteil auf einer rivalisierenden Plattform schlagartig verloren. Nun wird an einer eigenen iOS-App gearbeitet, um trotzdem vom Patzer des Konkurrenten zu profitieren und den Schaden einzudämmen. (red, derStandard.at, 27.09.2012)

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apl wird zum pferdeapfel und stinkt zum himmel...lol

Google wird verlieren

...weil sie keine Hardware haben.... Und die "Karten" werden bald upgedated. Google hat massiv von Apple profitiert... Die gute Seite der Macht wird wieder zurückschlagen ;-)

ich warte schon drauf bis Nokia für unsummen von Geld seine navteq Lösung an Apple lizenziert

apple ended the contract with Google Maps one year before it was supposed to expire

schon komisch, warum hat apple eigentlich das jahr nicht ausgenützt?

die opfer rolle kommt dadurch nicht so glaubwürdig.

kindisch...

das is ja wohl logisch

wenn die jetzt Iphones mit GoogleMaps verkaufen und dann läuft der Vertrag ist, müssten neue Geräte mit etwas anderen verkauft werden. Dazu sind ist der Kartendienst recht tief ins System integriert. So hättest du bei IOS6 eine recht inkonsquente Linie...

Google hat wahrscheinlich eh drauf spekuliert dass Apple nicht so dumm ist und schnell selbst was zusammenschustern zu wollen (sonst gäbe es jetzt eine iOS6 Anwendung).

sinnlos drüber zu reden … google ist ganz lieb und apple total böse

google hat jahre an seinen karten gearbeitet und dienste nach und nach eingebaut … das auf einen schlag zu machen ist fast aussichtslos,

ABER der kartendienst von apple wird sich sicher in den nächsten jahren auf das gleiche level annähern.

google ist wie alle andren unternehmen am gewinn orientiert und presst alle andren unternehmen genauso aus, auch wenn es die ferngesteuerten nicht so sehen wollen.

wird sich sicher in den nächsten jahren

Ha, Ha, in wenigen Monaten....

Google hat etliche jahre gebraucht,

bis ich halbwegs zufrieden war ;)

Und keine Karte kann mich bislang wirklich zufriedenstellen.

interessanterweise

dürften die turn by turn navigationen das einzig funktionierende an den apple maps sein.

Mission accomplished. ;)

Naja, bei einem Gerät für über 1000Eur sollte man schon erwarten können, dass sie nicht alles in die eigene Tasche stecken, sondern für zugekaufte Produkte und Dienstleistungen auch entsprechend bezahlen.

Keine Ahnung wie sie auf über 1000€ kommen, aber im Apple Store wird es für 679€ verkauft.

Andere Online-Anbieter müssen es zu dem gleichen Preis kaufen und diese schlagen dann natürlich ihren Anteil noch drauf.

Also sollten Sie Ihre kaufmännischen Rechenkünste vielleicht noch einmal überdenken.

haben sie ja auch

aber es bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass solche dienstleistungen endlos viel kosten können.

Ich glaube nicht, dass es um "endlose" Kosten geht. Nochmal: Wenn ich ein Billigphone für 200Eur anbiete, kann ich knausern. Bei der von keinem anderen Anbieter erreichten Gewinnspanne von Apple ist es berechtigt, dass auch Zulieferer jedweder Art ihre Preispolitik dem anpassen.

Das geschieht in allen anderen Wirtschaftsbereichen Tag für Tag. Warum genau soll dies für Apple anders laufen? Jobs rotiert im Grab, wenn er sich die Slapstick-Performance seiner Nachfolger in viel zu großen Schuhen ansieht.

Die Presse fällt wohl auf jeden PR-Schachzug von Apple hinein: Einfach mal Google schlecht reden, um von den eigenen Fehlleistungen abzulenken.

Google wollte sich wohl nicht den üblich hirnrissigen Forderungen von Apple beugen - andere sind da wesentlich weniger selbstbewusst und lassen sich von Apple zu absonderlichen Bedingungen zwingen.

Noch besser ist das Ganze ja auf Design bezogen: Apple nimmt sich die Freiheit, sich "inspirieren" zu lassen, andere machen sich strafbar?

Fakt ist und bleibt: Einen solch epischen Fehler hätte es unter Mr. Jobs garantiert nicht gegeben. Und wenn doch, wären wohl einige Leute jetzt einen Kopf kürzer.

google ist ja so lieb…

Zum ersten Teil ihres Kommentar: Google ist genau so ein unsympathischer Konzern wie Apple, also Gewinnmaximierung als oberstes Ziel.

Zu Jobs gebe ich ihnen Recht, das hätte es nicht gegeben.

Kindergarten-Rhetorik ...

Was fuer ein epischer Fehler?

Wo genau wird Google schlechtgeredet?

TomTom freuts

das glaub ich weniger...

...denn das fehlerhafte Kartenmaterial kommt im Wesentlichen von TomTom...

ich kann mir vorstellen

dass Tomtom nicht freiwillig einer gratis Kartenlösung (also Gratis ist bei einem iPhone ja relativ ;D ) seine daten zur verfügung stellt und damit einen direkten konkurrenten für die eigenen Navigationslösungen schafft. Sprich, zuerst kauft man denen Navigationsdaten ab und dann schiebt man ihnen den schwarzen Peter zu, wenn man selber Mist baut? Ist natürlich kompletter Unsinn. Wurde bereits mehrfach bestätigt, dass Tomtom-Navigationen ganz normal funktionieren, wo Apple Maps versagt. Muss man wohl doch einen anderen Sündenbock suchen. Open Street Maps, anyone?

glauben sie wirklich dass tom tom sein kartenmaterial gratis hergibt?????

da fließen garantiert fette lizenzbeträge …

es gibt kein fehlerhaftes datenmaterial von tomtom - es gibt NUR eine fehlerhafte app die das datenmaterial falsch zusammenschustert.

aber lustige idee den anderen die schuld zu geben.

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