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Wohnst du noch oder klebst du schon? Im 8. Bezirk gilt das Parkpickerl für Anrainer bereits seit 1995. Ab 1. Oktober 2012 müssen auch die Bewohner einiger Gegenden auf der anderen Seite des Gürtels picken.
vergrößern 500x760So verlaufen die Grenzen der neuen Pickerlzonen.
Am Montag tritt in Wien eine Neuregelung für das Abstellen von Fahrzeugen in Kraft, die der Magistrat amtssprachlich "Parkraumbewirtschaftung neu" nennt. Bisher waren die kompletten Bezirke 1, 4 bis 9 und 20 als Kurzparkzonen geführt; in den Bezirken 2, 3 und 15 galt die Regelung nur in ausgewiesenen Gegenden. Ab 1. Oktober kommen dazu Teile der Bezirke 12, 14, 15, 16 und 17.
Anders als in den schon bisher gebührenpflichtigen Gebieten gilt die Kurzparkzone in den neuen werktags nicht von 9 bis 22 Uhr, sondern nur von 9 bis 19 Uhr. Auch die Maximalparkdauer unterscheidet sich mit drei Stunden von jenen zwei Stunden, die in den jetzt schon bewirtschafteten Gebieten erlaubt sind.
Wie bisher gilt in der nun nach Westen ausgeweiteten Zone: Wer in einem "Gebiet mit flächendeckender Parkraumbewirtschaftung" wohnt, muss für das Auto nicht alle paar Stunden einen neuen Stellplatz finden. Anrainer können sich die von der Stadt Parkpickerl genannte "Ausnahmebewilligung von der Kurzparkzone" gegen eine Pauschalgebühr aufs Fahrzeug kleben und die Kurzparkzone in ihrem Bezirk guten Gewissens ignorieren.
Weil in den Bezirksteilen außerhalb des Gürtels die gebührenpflichtige Parkzeit um 19 Uhr endet, ist dort auch die Gebühr für das Parkpickerl geringer als in den alten Zonen. 90 statt 120 Euro pro Jahr kostet die Parkometerabgabe für die betroffenen Meidlinger, Penzinger, Ottakringer und Hernalser sowie für jene Bewohner von Rudolfsheim-Fünfhaus, die außerhalb der jetzt schon gebührenpflichtigen Gegend um die Stadthalle, aber innerhalb des neuen Pickerlareals wohnen. Voraussetzung für ein Pickerl sind immer der Hauptwohnsitz und die Abgabe eines rund 50 Euro teuren Antrags.
Die Ausweitung macht das umstrittene Parkpickerlsystem nicht unbedingt durchschaubarer: Während etwa für den 12. Gemeindebezirk nur der Aufkleber für den 12. Bezirk gilt, können Bewohner des 14. Bezirks auch im 15. Bezirk parken und umgekehrt. Wer ein Pickerl für den 16. am Auto hat, darf wiederum in "Überlappungsbereichen" der Bezirke 14, 15 und 17 parken.
Ausnahmen gelten nicht nur für die Bewohner der betroffenen Bezirke und Bezirksteile. Beschäftigte und Gewerbetreibende können unter strengen Auflagen eine Parkkarte für Firmen- oder Pendlerwagen beantragen. Noch strikter ist nur die generelle Befreiung von der Pauschalgebühr geregelt: Ärzte und Pfleger im Dienst sowie körperbehinderte Menschen haben noch am ehesten Bewilligungsaussichten.
Eine weitere Ausnahme gilt für Besitzer von Kleingärten. Diese müssen für ein Parkpickerl keinen Hauptwohnsitz im betroffenen Bezirk vorweisen, sondern können ein "Saisonpickerl" erwerben. Gültig ist ein solches in den acht Monaten von März bis Oktober (hier die genaue Regelung).
Wer kein gültiges Pickerl am mehrspurigen Kfz hat und die maximale Kurzparkdauer von drei Stunden überzieht, muss entweder das Glück haben, den Parksheriffs nicht aufzufallen, oder mit einer Strafe von 36 Euro leben. Bis 1. Mai kostete Falschparken noch 21 Euro. Die Einnahmen aus den Parkstrafen werden laut Stadt Wien für Verkehrssicherheit und Sozialhilfe zweckgebunden.
Rund um das Parkpickerl entbrannte in den vergangenen Monaten eine heftige Diskussion. Die Wiener Landesorganisationen von FPÖ und ÖVP und zum Teil auch Bezirkspolitiker aus den eigenen Reihen warfen der rot-grünen Stadtregierung vor, das Budget auf dem Rücken der Autofahrer sanieren zu wollen.
Die Opposition sammelte 150.000 Unterschriften, davon allerdings rund 45.000 ungültige. Die Unterschriftenliste wurde mit der Forderung übergeben, die Stadtbevölkerung - nachträglich - über die Ausweitung der Pickerlzone abstimmen zu lassen.
Weil die Abstimmung über Gebühren laut Experten aber nicht rechtskonform ist, bleibt die Möglichkeit einer solchen Befragung weiterhin ungewiss. In einem ersten Bescheid schmetterte die Magistratsabteilung 62 den Antrag als unzulässig ab. ÖVP-Stadtchef Manfred Juraczka kündigte Berufung an und will nötigenfalls auch Verwaltungs- oder Verfassungsgerichtshof anrufen. (Michael Matzenberger, derStandard.at, 27.9.2012)
Eine kurze Geschichte der Wiener Parkgebühren
Erste Kurzparkzonen wurden im 1. Wiener Gemeindebezirk 1959 eingeführt. Ab 1975 wurde das Parken dort mit vier Schilling pro Stunde gebührenpflichtig, 1986 erhöhte die Gemeinde die Stundengebühr auf zwölf Schilling. Mit Juli 1993 erklärte die Gemeinde mit der Inneren Stadt erstmals einen kompletten Bezirk zur Kurzparkzone. Zwischen 1995 und 1999 folgten große Teile der Bezirke 2 und 3 sowie die kompletten Bezirke 4 bis 9 und 20. Mit der Euro-Einführung 2002 sanken die Gebühren auf 80 Cent pro Stunde, 2007 steigen sie auf 1,20 Euro und 2012 auf 2 Euro.
Ab 2005 mussten Autofahrer erstmals auch außerhalb des Gürtels Kurzparkgebühren bzw. die Pauschalabgabe für Anrainer entrichten - das Pilotprojekt im 15. Bezirk umfasste jedoch nur die Gegend um die Wiener Stadthalle. In der Folge wurden die Bemühungen um eine Ausweitung der Pickerlzone seitens der Stadtregierung verstärkt. Einige Bezirkskaiser - etwa in Favoriten, Hietzing und Währing - legten sich quer. Ab 1. Oktober 2012 tritt die neue "flächendeckende Parkraumbewirtschaftung" in klar abgegrenzten Teilen der Bezirke 12, 14, 15, 16 und 17 in Kraft. Außerdem wurden kleinere Gebiete um die Messe im 2. Bezirk und um St. Marx im 3. Bezirk zur Zone hinzugefügt.
Links
wien.gv.at: Antrag inkl. Formular
wien.gv.at: Kurzparkzonen und Parkpickerl
wien.gv.at: Entwicklung der Parkraumbewirtschaftung in Wien
Folder "Das Wichtigste zum Pickerl" (PDF)
Studie: Entscheidungsgrundlagen für die Ausweitung (PDF)
Grüne Wien: FAQ rund ums Parkpickerl
Hintergrund
Wiener Parkpickerl: Antragsflut kurz vor dem Start
Abfuhr für schwarze Parkpickerl-Befragung in Wien
Parkpickerl fix im Herbst, Volksbefragung später
derStandard.at-Schwerpunkt: Parken in Wien
25 Prozent der Stellplätze sollen für Bezirksbewohner reserviert werden - Brief an Vassilakou - Stadt lehnt Ansinnen ab
Gratis-Parkzeit künftig 15 statt zehn Minuten - Vorerst keine Staffelung - Ausnahme für Hebammen
Änderung soll im September in Kraft treten, ARBÖ und ÖVP begrüßen Entscheidung
Wegen Zonen-Ausweitung fließen heuer 138 Millionen Euro in die Kassen der Stadt
Der ehemalige Planungsdirektor Arnold Klotz hat in den 90er-Jahren das Wiener Parkpickerl "erfunden"
Klare Mehrheit von 78,5 Prozent dagegen - Beteiligung von rund 59 Prozent
Sollte die Entscheidungsgewalt über das Wiener Parkpickerl nach der Volksbefragung ins Rathaus wandern, hätten Bezirkschefs dennoch das letzte Wort. Stadträtin Vassilakou hofft auf deren Einsichtigkeit
Rote Bezirkschefs empfehlen, bei Volksbefragung gegen Zentralisierung der Parkraumbewirtschaftung zu stimmen
56,05 Prozent stimmten dagegen - Homole: "Schallende Ohrfeige" für Rot-Grün - Vassilakou führt Ablehnung auf VP-Desinformation zurück
Das Befragungsergebnis wird heute verkündet - 37.000 Stimmberechtigte
Autofahrer sollen besonders bei Schnee achten, ob sie Öffis Weg versperren
Dienst-Pkws brauchen Parkpickerl, Privatnutzung muss versteuert werden
Laut der Stadt handelt es sich um kein Privileg, sondern um eine "übliche Regelung"
Bezirksvorsitzender Homole gab mittels Notkompetenz Geld frei, wurde nachträglich im Ausschuss nicht genehmigt
Die Formel "Parkpickerlausweitung bringt Parkplätze plus wütende Anrainer in den Gratiszonen" wiederholt sich auch bei der Ausweitung der Ausweitung. Doch für Pickerlflüchtlinge und Pendler wird es eng in Wien - manche fühlen sich von der Stadt erpresst
Städtischer Parkpickerlkoordinator: Prozedere würde vier bis sechs Monate dauern
Warum Wien für Parkplätze im Umland zahlt und ein Verkehrsplaner das nicht Zusammenarbeit nennt
An Wochenenden und Feiertagen kann man weiterhin gebührenfrei parken
Unterlagen inklusive Stimmzettel werden noch im Jänner verschickt - Ergebnisse für Februar erwartet - Döbling will nur unter Zugzwang abstimmen lassen
Bezirksvorsteher Homole lehnt Beschlussantrag mit Verweis auf Stadtverfassung ab
Expertenrunde hat Vorschläge vorgelegt: Größere Parkzonen und Preisstaffelung möglich
Rot-grüne Mehrheit will ÖVP-Bezirksvorsteher Homole überstimmen
Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik sieht in der Ausweitung einen Impuls in Richtung nachhaltige Mobilität und Klimaschutz im urbanen Raum
Club sieht sich in Forderung nach Zonen bestärkt - SPÖ will gemeinsame Zone für 18. und 19. Bezirk
gerade der austausch zwischen stadt und land wird behindert. sie werden gegeneinander ausgespielt.
die städte begreifen sich nicht als etwas gemeinsames, das den staat ergibt, sondern als gegner, die feilschen, streiten, und einander abzocken.
die parkpickerl-erfindung zusammen mit dem ausschluss gleichberechtigter, mehrerer wohnsitze, ist ein destruktives attentat auf die modernität und weiterentwicklung der gesellschaft.
es gibt computer seit 50 jahren. die zugeteilten steuern und abgaben können auch in halben und dritteln korrekt berechnet werden, den bürger gibts eh nur einmal.
Pröll hat Wien abgezockt und WienerInnen mit Wohnbauförderung aufs Land gelockt, das land NÖ muss die Infrastruktur aufbringen, damit ihre BürgerInnen in Wien arbeiten können, und nicht Wien!
Pröll hat genau gewusst, dass, wie weltweit alle Städte und daher auch Wien die Pforten für MIV Pendler dicht machen wird!
Infrastuktur ist sehr teuer, er hat nichts getan! Wien baut U-Bahnen, neue Straßenbahnen und und und...
verbilligt die Jahreskarte!
nur aus dem Finanzlastenausgleich nehmen und sich nicht um die BürgerInnen kümmern, geht eben nicht!
und, dadurch die Anzahl der Pendler erhöht, denn wozu sollte man sich einen Zweitwohnsitz in Wien leisten, und das Problem wohin mit dem Auto, wenn man übers pendeln billiger davonkommt! Da ja das öffentliche Verkehrsnetzt außerhalb Wien´s (ÖBB) bis auf wenige Ausnahmen so besch.. ist, dass man es als Tagespendler nicht sinnvoll verwenden kann... tja.. dann werden eben die Tagespendler mehr.. Ach, das ist doch das was die Griechin will... oder etwa nicht?... Mal nachdenken ihr grünen Extremisten, denn ohne die Arbeitnehmer aus NÖ/BGLD etc. liegt die Wirtschaft Wiens am Boden und somit auch die Einnahmen der Stadt / Bundesland Wien! Wenn die Firmen aus Wien abwandern.. habt´s dann Platz genug für eure "tollen" Ideen.. viel Spaß noch ;-)
"wozu sollte man sich einen Zweitwohnsitz in Wien leisten, und das Problem wohin mit dem Auto, wenn man übers pendeln billiger davonkommt"
wieviele personen stehen wohl jährlich vor dieser entscheidung? 5? 12?
"ohne die Arbeitnehmer aus NÖ/BGLD etc. liegt die Wirtschaft Wiens am Boden"
na, ganz so schlimm wirds net werden. schau ma mal...
"Wenn die Firmen aus Wien abwandern.."
dann sind wohl dafür eher die fördermilliarden vom "onkel" verantwortlich (so wie bisher auch).
Das Parkpickerl ist ein Schritt weiter zu diesem Ziel.
Alles andere ist zweitrangig.
Dieses Konzept hat auch in der Vergangenheit hervorragend funktioniert wie man an der internationalen Stellung und der Lebenswertreihung Wiens leicht erkennen kann.
für die schickimickis die auf der mahü flanieren wollen, oder für die leute die auch als kleinunternehmer schwer arbeiten und den verkehr als ihren blutkreislauf benötigen?
für die senioren, die sich nicht leisten können, mit dem taxi in die shopping city zu fahren, und es dort auch nicht derkrabbeln, und nicht die stufen auf den bus hoch schaffen? die enkel die die dann versorgen?
die WienerInnen dürfen auf ihren Straßen flanieren, wie sie wollen, das werden sie Ihnen doch nicht vorschreiben! Kleinstunternehmer haben meist eh nur ein Auto (oder keins) mit Privatnutzung über 20% und kriegen ein Pickerl!
sie sprechen eher vom Kleingewerbtreibenden, der sich keine Stellplätze leisten will und der alles in der Vorstadt mit Kleinlkws zupflastert, seit jeher ein Ärgernis!
Am Land gibt es sehr selten Radwege.
Dort dominiert ebenso der Autoverkehr.
Leider gibt es am Land kaum Menschen. Die soziale und kulturelle Interaktion ist viel geringer.
Die Stadt ist der Lebensraum für Menschen, nicht für übergewichtige, protzige, umweltverschmutzende, ungesunde, platzverschwendende, unzeitgemäße Blechkübel.
ich wohne an der grenze zu einem parkpickerl-neubezirk. bislang wenige autos, weil einbahn- und reine wohnstraße. ich FREUE mich schon auf eine verdoppelung des verkehrs und die parkenden nicht-anrainern vor meinem haus...
eine glanzleistung, sowas auch noch als verbesserung der lebensqualität zu benamsen...
die Grünen wollten das Parkpickerl bis zur Stadtgrenze, das haben sie der SPÖ und ihrer Angst vor den Blauen zu verdanken!
sie hätten halt auch 90 Euro zahlen müssen und wären aber auch geschützt gewesen, ich wohne gürtelnah und weiß, was auf sie zukommt, meine Wohnung allerdings wird auf dem Markt wieder mehr bringen, da nun verkehrsberuhigte Lage!
Falls ich nicht verkaufe, kann ich wieder bei öffenem Fenster frühstücken! Super! ich kann auch erst um 19 Uhr heimkommen und muss nicht um 16:30 wieder da sein!
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