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Der Korruptions-Untersuchungsausschuss widmete sich heute neuerlich der Inseratenaffäre rund um Kanzler Werner Faymann (SPÖ). Geladen waren der frühere ÖBB-Sprecher Gary Pippan, Ex-Vorstandschef Martin Huber und Claudia Kroneder-Partisch vom Rechnungshof.
Martin Huber hat indirekt bestätigt, dass aus dem Büro des damaligen Verkehrsministers Werner Faymann die Forderung nach sieben Millionen Euro für die werbliche Verwendung durch Faymann gekommen ist. Er habe das dreimal bei seinen Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft Wien ausgesagt, zweimal als Zeuge unter Wahrheitspflicht, einmal als Beschuldigter, so Huber. Ansonsten gab sich Huber sehr wortkarg und entschlug sich mehrmals der Aussage mit dem Verweis auf drei laufende Verfahren gegen ihn - die er als politisch gesteuert von Grünen und FPÖ ortet.
Gary Pippan hat bei seiner Zeugenaussage erklärt, dass bei den ersten Inseraten der Bahn in der "Kronen Zeitung" weder der Vorstand noch die Pressestelle der Staatsbahn eingebunden gewesen sei. Man sei überrascht gewesen, den Schwerpunkt in der "Krone" zu sehen und habe bei den zuständigen Redakteuren nachgefragt, die auf das Verkehrsministerium verwiesen. Die ÖBB-Pressestelle habe sich dann um einen Termin im Ministerium gekümmert um zu klären, was es mit den Inseraten auf sich habe. Der Termin fand drei Tage später im Ministerium statt, der Minister war nicht anwesend. Man habe sich entschieden, sich den Wünschen des Ministeriums "zu fügen", auch wenn die Kommunikationsstelle der ÖBB mit den Inhalten der Inserate nicht glücklich gewesen sei. Medienplanung - wie bei einer Inseratenkampagne üblich - habe es in der Bahn dazu keine gegeben, so Pippan.Verkehrsminister war damals Werner Faymann. Dieser soll auch eine Sonderbeilage der Tageszeitung "Österreich" für die ÖBB vereinbart haben.
Claudia Kroneder-Partisch, im Rechnungshof für Verkehrsangelegenheiten zuständig, stellte einen Prüfbericht des Verkehrsministeriums an der Schnittstelle zur Öffentlichkeitsarbeit der ÖBB vor. Der Inhalt: Zusammenarbeit gab es zwischen den Pressestellen und dem Ministerbüro. Die Zusammenarbeit war hauptsächlich mündlich und es gab selten schriftliche Nachweise. Laut Kroneder hat sich der Rechnungshof die Serie "Unsere Bahn" in der Kronen Zeitung angesehen. Charakteristisch dabei war die Kolumne des Ministers Werner Faymann. Was der Rechnungshof kritisiert hat: Diese Kolumne war eher eine Imagekampagne für den Minister, weniger für die ÖBB, die die Kampagne bezahlt hatte.
Der grüne Fraktionsführer im U-Ausschuss, Peter Pilz, hat einen Aktenvermerk zitiert, der Faymann belastet. Der Inhalt: ein Anruf von Ex-ÖBB-Aufsichtsrat Günther Gfatter bei der Staatsanwaltschaft. Darin gab Gfatterer an, Huber habe ihm erzählt, dass Faymann von der ÖBB zehn Millionen für die "Kronen Zeitung" verlangt habe und von der Asfinag fünf Millionen.
derStandard.at berichtete live aus dem Parlament. Die Nachlese:



27.9., 16:54Lisa Aigner
Ich verabschiede mich für heute! Vielen Dank fürs mitposten und bis zum nächsten Mal!