Fiebermessen: Verlässliche Werte im Mund

  • Die Meinungen darüber, wo die Messergebnisse am genauesten sind, gehen auseinander.
    foto: sigrid roßmann/pixelio.de

    Die Meinungen darüber, wo die Messergebnisse am genauesten sind, gehen auseinander.

Fiebermessen unter der Zunge liefert brauchbare Ergebnisse

Regensburg - Fieber ist eine wichtige Reaktion des menschlichen Organismus. Sie unterstützt das Immunsystem bei der Bekämpfung von Krankheitserregern. Deshalb sollten bei Temperaturerhöhungen unter 39 Grad Celsius im Normalfall keine Fieber senkenden Mittel genommen werden, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt. 

Liegt die Vermutung nahe, dass eine Person Fieber hat, dann kommt das Fieberthermometer auf den Plan. Das Messen der Körpertemperatur ist dabei eine kleine Wissenschaft für sich. Wo sollte gemessen werden? Unter der Achsel? Im Ohr? Im Mund? Im Rektum? In einem Beitrag in der Fachzeitschrift "Therapeutische Umschau" gibt der Schweizer Arzt Andreas Gerber Antworten: Weder das Messen im After, noch das Messen mit dem elektronischen Fieberthermometer durch Infrarot am Trommelfell im Ohr liefern demnach wirklich verlässliche Werte.

Ungenaue Werte

Die rektale Messung, die seit vielen Jahren als verlässlicher Standard gilt, liefert meist um 0,4 Grad höhere, bei Herz-Kreislauf-Patienten jedoch manchmal auch niedrigere Werte. Und das Messen im Ohr hat nach mehreren Studien ebenfalls häufig deutlich abweichende Werte ergeben. Wer axillär misst, muss mit Abweichungen bis zu 2 Grad Celsius rechnen. Besonders ungenaue Werte liefert das sogenannte Stirnmessverfahren.

Gerber hält die Messung im Mund für die verlässlichste Methode, wenn dabei einige wichtige Voraussetzungen berücksichtigt werden. So sollte das elektronisch-digitale Fieberthermometer so weit wie möglich unter die rechte oder linke Zungenseite geschoben werden. Der Patient muss dann in der Lage sein, bei geschlossenem Mund zu atmen, sollte also keinen Schnupfen oder eine verstopfte Nase haben. Außerdem darf der Betroffene kurz vor der Messung weder kalte noch heiße Flüssigkeiten trinken und auch nicht intensiv kauen. Bei Babys und Kleinkindern ist eine Messung im Mund nicht anzuraten. Es besteht die Gefahr, dass ein Kind das Thermometer zerbeißt. Hier bewährt sich die rektale Methode. (red, derStandard.at, 27.9.2012)

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