Mohammed-Karikaturen: Ägyptische Zeitung kontert mit Cartoons

27. September 2012, 05:10
  • "Westliche Brillen für die islamische Welt"
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    foto: al watan

    "Westliche Brillen für die islamische Welt"

  • Eine Taschenlampe und ihre einseitige Sicht der Dinge.
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    foto: al watan

    Eine Taschenlampe und ihre einseitige Sicht der Dinge.

  • Eine neue Mohammed-Karikatur aus Spanien.
    foto: el jueves

    Eine neue Mohammed-Karikatur aus Spanien.

"Brandschatzen und morden" nicht die richtige Antwort - Spanische Zeitschrift veröffentlicht neue Mohammed-Karikaturen

Kairo - Die ägyptische Zeitung "Al Watan" hat mit eigenen Karikaturen auf die Veröffentlichung von Mohammed-Spottzeichnungen durch die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" reagiert. Inmitten der gewalttätigen Proteste gegen den Mohammed-Schmähfilm solle damit eine "zivilisierte" Antwort gegeben werden, hiess es.

"Brandschatzen und morden" sei nicht die richtige Antwort auf Beleidigungen des Islam, sagte am Mittwoch der Redakteur Mohammed el-Barguti. "Nichts knackt Cartoons besser als Cartoons", sind die zwei Seiten mit den Bildern überschrieben.

Auf einem ist unter dem Titel "Westliche Brillen für die islamische Welt" das brennende World Trade Center durch die Gläser einer Brille zu sehen. Ein anderes Motiv zeigt eine Taschenlampe, eingehüllt in die US-Flagge, deren Lichtkegel nur auf einen verärgerten Mann mit Turban und Dolch gerichtet ist - und einen friedlichen Muslim ignoriert. 

Neue Mohammed-Karikaturen aus Spanien

Die spanische Botschaft in Ägypten hat unterdessen alle Spanier, die sich im Lande aufhalten, zu besonderer Vorsicht gemahnt. Grund ist die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in der spanischen Satirezeitschrift "El Jueves", wie die Zeitung "El Pais" am Donnerstag berichtetete.

Vor dem Hintergrund der Polemiken wegen des islamfeindlichen Videos in den USA und der Mohammed-Karikaturen in der französischen Zeitschrift "Charlie Hebdo" mache die Veröffentlichung dieser Zeichnungen erhöhte Vorsicht notwendig, heißt es in einem an die spanischen Bürger in Ägypten gerichteten Schreiben der Botschaft. Im Falle von eventuellen Vorfällen werde die diplomatische Vertretung ihre Hilfe anbieten.

Spanien hat Ägypten gebeten, die Sicherheitsvorkehrungen für die Botschaft sowie spanische Einrichtungen wie das Kulturinstitut Cervantes zu verstärken. Dieser Bitte sei entsprochen worden, verlautete aus diplomatischer Quelle.

Die spanische Satirezeitschrift "El Jueves" ("Der Donnerstag") zeigt auf der Titelseite ihrer neuen Ausgabe eine Karikatur, in der mehrere bärtige Männer in muslimischem Outfit bei einer offensichtlichen Identifikationsrunde bei der Polizei zu sehen sind. Darüber fragt ein Schriftzug: "Weiß jemand, wer Mohammed ist?"

Die Direktorin von "El Jueves", Mayte Quílez, erklärte, das Letzte was sie wolle sei, "dass etwas passiert". Auf dem Titelblatt würde Mohammed "wirklich nicht dargestellt". (APA, 27.9.2012)

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@Karrikatur 2

also ich finden den Typen rechts bedrohlicher, weil er in meinen Augen realistischer und genauso fundamentalistisch Aussieht

Hä? Wenn der in Wien wohnen und da so rumlaufen würde, dann vielleicht. Das Minarett im Hintergrund sieht mir aber gar nicht nach Österreich aus. Der trägt offensichtlich einfach nur die Nationaltracht und sieht folglich im richtigen Kontext weniger fundamentalistisch aus als ein Typ mit Gamsbart und Lederhose.

Satire?

Wenn Ihr post nicht satirisch gemeint ist, finde ich es sehr bedrohlich. Der Typ sieht nämlich ungefähr so aus wie 80% der Männer in Ägypten. Wenn das für Sie fundamentalistisch ist, dann Gute Nacht mit der Völkerverständigung....
Was genau empfinden Sie als fundamentalistisch an diesem Bild?

Würd mir ehrlich gesagt ziemlich am auf die NErven gehen, wenn mein Arsch in der arabischen Welt gefährdet wäre, weil eine ZEeitung aus meinem Heimatland deppate Karikaturen veröffentlicht. Was soll das eigentlich?

Ganz einfach:

Nicht hinfahren!

Sie machen die Täter zu den Opfern ...

ja und nein. Natürlich sind die Täter auch weiterhin Täter, trotzdem würde es auch mir auf die Nerven gehen, wenn dauernd weiter Öl ins Feuer gegossen wird nur um zu beweisen, dass die Pressefreiheit noch funktioniert. Das ist wie wenn Sie Nachts zu Fuß durch ein ungutes Viertel gehen und über Ihnen leuchtet ein Hubschrauber der Presse auf Sie, damit alle unguten Typen in der Gegend Sie ja sehen. Dadurch werden die unguten Typen nicht besser, aber Ihnen wirds dennoch auf die Nerven gehen, oder?

Was hat es mit "öl ins Feuer giessen" zu tun, wenn Leute regelmässig ihre Grundrechte ausüben ?

Ui ui ui

Jetzt fühle ich mich so dermaßen ur gekränkt.
Ich bin jetzt ganz arg aufgewühlt, ich werde jetzt zum Zeichen des Protestes bei der nächsten Haltestelle aussteigen.

So. Bäh.

Schweinefleisch?

Und irgendwas anzünden hoffe ich!

Aus Protest einen Tschick angezündet.

Zählt das?

kann man durchgehen lassen!

Der Grill brennt schon..

Das öffentliche Bild einer Religion zu verbessern, die den Mord an "Ungläubigen" predigt,

ist sicher eine besondere Herausforderung für's Marketing. Die offizielle Streichung von Sure 9/Vers 5, einem eher unhöflich formulierten Teil des Koran ("Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet"), könnte den Job vereinfachen.

Die humorigen Karrikatur-Ansätze wirken noch ein bisschen unbeholfen, aber so in ein- zweihundert Jahren klappt's auch mit dem Lachen....

Seit wann streichen die Monotheisten Teile ihrer heiligen Schriften? Das ist wirklich zuviel verlangt. Weit sinnvoller wäre die Forderung, dass man solche Stellen einfach ignoriert oder umdeutet - wie das der weit überwiegende Teil der Muslime ja auch tut.

Ignorieren

ist unmöglich wenn man diesen Stoff WIRKLICH glaubt.
Denn dann muss man ja auch glauben, dass der (hl) Koran das Wort Gottes ist.

Echt schwierig auf dieser Basis irgendwas zu verbessern ohne den gesamten Glauben abzulegen - und Apostasie ist im Islam leider
mit dem Tode (eh klar) zu bestrafen.

... also etwas riskant ... kommt auf die Bekanntheit , und die Wohngegend (bzw.Region) an...

Anders sieht es natürlich für "Papiergläubige" Pragmatiker aus ... "innere Kündigung" nennt man es in der Arbeitswelt.

In der Praxis klappt es mit dem Ignorieren aber durchaus. Ein paar Beispiele:

* Der Koran ist voller Widersprüche, z.B. was das Verhältnis zu Juden und Christen betrifft. Die meisten Muslime beachten die Suren, in denen es um friedliche Koexistenz geht und ignorieren den Rest. Nur Fanatiker machen es umgekehrt.
* Die meisten Christen sind so unglaublich gut im Ignorieren der Bergpredigt, dass niemand auch nur auf die Idee kam, dass die Klage Papst gegen Titanic schon deshalb eine Schnapsidee war.
* Der jüdische Staat ist auf Grund seiner besonderen Situation nicht besonders zimperlich, aber trotzdem kann man ihm nicht nachsagen, alttestamentarische Prinzipien gegen seine Feine anzuwenden.

Ein etwas konkreteres Beispiel ist 2. Mose 31, 15:

Sechs Tage soll man seine Arbeit verrichten, aber am siebten Tag ist Sabbat, ein Tag völliger Ruhe, heilig dem Herrn. Jeder, der am Tag des Sabbats eine Arbeit verrichtet, muss getötet werden.

Dieses Gesetz ist eigentlich mal genauso wichtig gewesen wie das, das die Beschneidung vorschreibt, aber heute ist es weitgehend obsolet. Insbesondere der 2. Satz wird nirgends mehr praktiziert. Aber aus der Bibel/Torah gestrichen wird er trotzdem nicht. Das wäre zuviel verlangt.

An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen

nun, das öffentliche Bild einer Kultur aufzubessern, die in 500 Jahren ca. 500 Mio. Kriegstote verursacht hat, die in etlichen Kolonialkriegen Millionen Menschen massakriert oder versklavt hat und bis heute die Welt mit Krieg und Ausbeutung erschüttert, erscheint mir genauso schwierig, finden Sie nicht? Und stellen Sie sich vor, dazu brauche ich nicht einmal ein 1.500 Jahre altes Buch zu bemühen.
Im Ernst: der Großteil der Muslime will auch nur, so wie Sie und ich, in Würde und Freiheit leben.

Karrikatur
-r

Guter Ansatz, auch wenn die Karikaturen jetzt nicht wirklich brillieren. Aber die Idee ist super und darf sich ruhig durchsetzen.

großartige satire in der heute show

unbedingt die ersten 5 minuten anschauen und am ende der "aufregen-abregen" diskussion so ca. ab minute 9 wird es auch sehr genial:

http://www.zdf.de/ZDFmediat... m-21092012

ps. nur mehr bis morgen freitag ca. 22.00 online!

wow. super lustig ..nicht.

Doppelmoral ist nicht auszuhalten

Am besten gezeichnet von folgender Karikatur:
http://www.mahjoob.com/en/archiv... oonid=1713

In der ersten Reihe könnte noch eine Wikileaks-Sanduhr durchgestrichen werden.

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