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Thomas Höhne von Höhne, In der Maur & Partner moderierte die Urheberrechtsdebatte auf den Medientagen mit Gerald Grünberger (VÖZ), Matthias Leonardy (GVU), Michel Reimon (Grüne), Hannes Eder (Universal Music Austria), Rechtsanwalt Alfred Noll und Ferdinand Morawetz (Verein Anti Piraterie).
"Kein sexy Thema" ist das Urheberrecht, sagt Hannes Eder schon zu Beginn der Medientage-Debatte "Das Öl des 21. Jahrhunderts" im großen Saal vor kleinem Publikum. Der Chef von Universal Austria kritisiert, dass es in Österreich weder eine politische Debatte über das gesellschaftspolitische Problem gibt noch Lösungsvorschläge. Dabei sei der Zugang zu Content überall möglich. Player wie Google entziehen sich laut Eder der Verantwortung und machen Profit aus Angeboten wie YouTube. Kreative gehen leer aus.
Ähnlich sieht das Medienanwalt Alfred Noll. Er charakterisiert die Urheberrechtsdebatte hierzulande als "extrem oberflächlich". Laien wie Kreative kennen sich nicht aus. Es sei viel zu tun, doch Noll zeigt sich skeptisch, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändern werde.
Die einzige Chance ist laut Noll eine Reorientierung der Diskussion. "Wir dürfen uns nicht darüber unterhalten, wer was wann im Internet macht, sondern darüber, was wir in unserer Gesellschaft wollen, welche Produktionen, welche Ressourcen und Mittel wir dafür einsetzen wollen. Man müsste Produktion, Vertrieb und Nutzung zusammendenken und fragen: Wo soll der Weg hingehen." Die zentrale Frage müsse dabei sein, wie man Kreative nicht enteignen könne.
Das Urheberrecht ist heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen, stellt Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU), fest. Es sei nicht mehr nur ein Thema für wenige Experten. Dabei bleibe die Grundwahrheit von Urheberrecht, "dass man als Urheber entscheiden kann, ob man von kreativer Leistung leben möchte oder nicht." Momentan herrschen im Umgang mit Urheberrechten Zustände "wie im Wilden Westen, jeder macht was er will".
Der GVU gehe es nicht darum, den Tausch am Schulhof zu kriminalisieren, sondern die Betreiber von Angeboten wie der Video-On-Demand-Website Kino.to, betont Leonardy. Ferdinand Morawetz vom Verein Anti Piraterie kritisiert, dass Urheberrechtsverletzungen sogar "werbefinanzierte Straftaten" seien.
Als Brückenbauer zwischen Vertretern der Industrie und dem Publikum versucht sich Michel Reimon. Der Grünen-Politiker hat einen Roman über den Kampf um das Urheberrecht geschrieben (#incommunicado) und kostenlos ins Netz gestellt. Er spricht sich dagegen aus, Regelungen zu verschärfen, um die traditionelle Lieferkette zu erhalten. Der Politik könne es nicht darum gehen, Verknappung zu regulieren. "Ich kenne niemanden, der es gut findet, Urheber zu enteignen." Es brauche aber neue Geschäftsmodelle. Rechtliche und technische Maßnahmen gegen Piraterie sind Zensurmöglichkeiten, findet Reimon.
"Wir wollen nicht das Internet überwachen und gegen Downloader vorgehen, sondern gegen Uploader", entgegnet Eder. "Niemand will Bürgerrechte einschränken."
Gerald Grünberger, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), fordert ebenfalls eine Sensibilisierung zum Thema Urheberrecht und Gratiskultur. "Diese Bewusstseinsbildung, dass nicht alles gratis sein kann, sondern auch Kreatives abgegolten werden muss, muss schon in der Schule anfangen."
Verleger müssen sich heute die Frage stellen, gibt es in 20 bis 30 Jahren Inhalte und wo werden diese Inhalte monetarisiert. Als Zeitung versucht man zwei Strategien: Werbung und Paid Content. Ein Leistungsschutzrecht wie in Deutschland sei "eine Maßnahme von mehreren". Laut Grünberger leistet das Justizministerium bereits Vorarbeiten.
Freier Zugang sei "ein wesentliches Gut, aber nicht gleich bedeutend mit gratis." Grünberger erwähnt das Freemium-Modell, bei dem es ein kostenfreies Basisangebot gibt und ein kostenpflichtiges Premiumangebot. "Die zehn Top-Meldungen des Tages, die der ORF gratis anbietet, wird man auch anbieten müssen." Dahinter erst könne es eine Paywall geben. Für Hintergrundinformationen oder Analysen müsse bezahlt werden. "Das ist ein Weg, um Content zu monetarisieren", sagt Grünberger. (Sabine Bürger, derStandard.at, 26.9.2012)
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Auch ein treffender Titel bezüglich der Zustände der hunderten Onlineredakteure, die von der Hand im Mund leben und, wenn überhaupt, unter IT-Kollektiv angestellt werden.
Vielleicht sollte man darüber mal schreiben... das wäre (selbst-)kritischer Journalismus...
Kommentare auf Zeitungszeiten zählen dann wohl zum Premiumkontent.. (wie es hier wäre, sofern der Standard so etwas einführen würde ..?)
Ein nettes Thema um die freie Meinungsbildung im Volk noch mehr zu steuern! Zenus, wie im Mittelalter bei Wahlen, wer mitbestimmen möchte muss zahlen (und nicht gerade wenig.)
:( - gegen so einen Mist
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