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"Mein Beruf besteht darin, die Ergebnisse von Recherchen öffentlich zu machen. Auf gedrucktem Papier, auf meinem Weblog und auch über kurze Twitter-Mitteilungen", sagt "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk bei den Medientagen im Rahmen einer Diskussionen zum Thema "Selbstdarsteller, Redaktionsmitglied oder Web-2-0-Netzwerker - Was muss der Journalist von morgen sein?". Als österreichischen "Obertwitterer" stellt ihn Moderator Fred Turnheim vom Österreichischen Journalistenclub vor, Klenk hat über 11.000 Follower. "Twitter ist auch auch meine persönliche Presseagentur", sagt Klenk und ein "angenehmes Ergänzungsmedium". "Ich versuche, keine Details über mein Privatleben zu twittern und lösche auch Tweets. Auch Twitter soll vergessen lernen. Twitter ist für ihn ein wichtiges Werkzeug, "Facebook hat mir Zeit gestohlen".
derStandard.at-Chefredakteurin Gerlinde Hinterleitner empfiehlt Redakteuren zu twittern. Sie sieht Social Media-Aktivitäten als zusätzliche Aufgabe von Journalisten. Hinterleitner: "Als Redakteur ist man auch für die Verbreitung der eigenen Geschichten zuständig." Auch Facebook sei natürlich ein weiterer Vertriebskanal.
Johannes Bruckenberger, stellvertretender APA-Chefredakteur und Mitglied im Verein Initiative Qualität im Journalismus ist nicht auf Facebook und verfolgt Twitter nur passiv. "Mich nervt persönlcih, wenn Twitter der Pflege einer Ich-Marke dient. Wenn Journalisten dort oft ihre Arbeit gegenseitig bewerten und abwerten. Oder auch wenn sich Journalisten, die die Rolle des Beobachters und Chronisten haben sollten, selbst zu Akteuren werden." Twitter bediene "Emotion und nicht so sehr Information". Das sei die "digitale Entsprechung zum Boulevard".
Klenk teilt die Kritik, dass Twitter auch Selbstdarstellung sei, und "dass Journalisten zur Selbstdarstellerei neigen, ist kein Geheimnis." Aber diese Selbstdarstellung passiere auch anderswo in klassischen journalistischen Formaten. Es komme immer darauf an, wie das Medium genutzt werde, darüber müssten sich freilich auch Journalisten bewusst sein.
Hinterleitner: "Die Glaubwürdigkeit des Absenders ist natürlich relevant, es kommt darauf an, wer eine bestimme Nachricht aussendet. Die Leser nehmen die Bewertung ja automatisch mit rein. Man ist dort nicht in einem reaktionsfreien Raum."
Twitter eröffne neue Erkenntnisquellen, so Klenk. Hier entstehe eine "schöne neue Welt". Stichwort Arabischer Frühling oder auch ORF-Pelinka-Affäre. Wie könnten Quellen überprüft werden, will Turnheim wissen. Bruckenberger: "Natürlich könne es sein, das man Propaganda aufsitzt." Hier gebe es die Möglichkeit, die Quellen transparent zu nennen. "Man findet aber schon heraus, wer gute Quellen sind", so Bruckenberger. Generell würden die Medien natürlich auch im Umgang mit sozialen Medien eine hohe Verantwortung haben. Die Verbreitung von falschen Gerüchten sei ein Problem. Er verweist auf die Causa Bettina Wulff, die Escort-Service-Gerüchte haben es bis in die klassischen Medien geschafft.
Klenk: "Wir haben als Wochenmagazin die Möglichkeit, Dinge genau zu überprüfen. Unser Kerngeschäft besteht in der Verifizierung, der Analyse und des Auswählens der Information." Die meisten investigativen Geschichten würden aus Information bestehen, die öffentlich verfügbar sind, und neu erzählt werden. Klenk: "Und das Erzählen von Geschichten ist unser Brot für die Zukunft." Und: "Das Erzählen von guten Geschichten wird nie aufhören."
Aber viele junge Journalisten würden dieses Erzählen von guten Geschichten nicht mehr beherrschen. "Es gibt keine Spezialisten mehr, das ist eine Sackgasse." Keiner studiere mehr Wirtschaft, Medizin, Jus oder Politikwissenschaften. An die Fachhochschulen für Journalisten sollen nur Leute gehen, die einen Beruf erlernt haben", so Klenk.
"Fachhochschulen haben ihre Berechtigung, aber es braucht Leute mit unterschiedlichen Ausbildungen und aus unterschiedlichen Branchen. Ein Jurist oder Wirtschaftswissenschafter zum Beispiel stellen andere Fragen", sagt auch Elisabeth Wasserbauer vom Kuratorium für Journalismusausbildung.
Generell sei es Aufgabe von Journalisten Dinge zu erzählen, die sonst nicht an Öffentlichkeit kämen. Wasserbauer: "Das ändert sich auch nicht aufgrund von Twitter oder Facebook. Ich muss als Journalist glaubwürdig sein und Informationen so erzählen, dass ich sie verständlich weiterverbreite. Dann ist es egal, auf welchen Kanälen."
"Die Rolle, das Selbstverständnis des Journalisten ändert sich", sagt Hinterleitner. Sie seien nicht mehr die einzigen, die Nachrichten, Meinungen verbreiten. Generell würde sich der ganze Prozess, wie eine Geschichte erzählt wird, komplett verändern. "Das ist ein gemeinsamer Prozess mit Lesern." Es gehe darum, Leser bereits bei den Vorbereitungen zu einer Geschichte miteinzubeziehen, danach Ergänzungen und Feedback des Publikums aufzunehmen. Hinterleitner: "Traditionelle Journalisten müssen sich mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen."
Kommunikationsberater Werenfried Ressl: "Natürlich sollten sich die Verlage hier Weiterbildung leisten." Aber es sei schwierig, Journalisten in einem Unternehmen auf ein Level zu bringen. Manchmal höre er noch von Journalisten, dass "der Leser lesen und nicht mit mir reden soll". Journalisten, die so denken, seien für für Social Media-Aktivitäten freilich nicht geeignet. (Astrid Ebenführer, derStandard.at, 26.9.2012)
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"twitter ist die permamente gegegenseitige bestätigung der eigenen relevanz innerhalb einer von der außenwelt völlig ignorierten gruppe von wichtigmachern."
(http://derstandard.at/plink/134... d27767646)
Aja, ich bin Jurist mit journalistischer Ausbildung. Hat wer einen Job für mich???
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