Das Soziale am Gebührenfernsehen

26. September 2012, 19:13
  • "Alex, wir sind's, dein Bildungsauftrag", protestierten freie 
ORF-Mitarbeiter gegen prekäre Bezahlung für öffentlich-rechtliche 
Inhalte.
    foto: standard/cremer

    "Alex, wir sind's, dein Bildungsauftrag", protestierten freie ORF-Mitarbeiter gegen prekäre Bezahlung für öffentlich-rechtliche Inhalte.

  • ORF-Chef Alexander Wrabetz nahm vorgewarnt einen anderen Weg zu
 den Medientagen. Finanzdirektor Richard Grasl (oben) stellte sich, 
versprach eine Lösung heuer.
    foto: apa/neubauer

    ORF-Chef Alexander Wrabetz nahm vorgewarnt einen anderen Weg zu den Medientagen. Finanzdirektor Richard Grasl (oben) stellte sich, versprach eine Lösung heuer.

Drinnen erklärte der ORF-Chef, dass soziale Medien für das Haus "überlebenswichtig" sind, draußen protestierten seine freien Mitarbeiter, dass sie für asoziale Bezahlung den Bildungsauftrag erfüllen

Wien - Medienberater Hans Mahr sieht eine "Renaissance" öffentlich-rechtlicher Sender. Weil die Menschen "in schwierigen Zeiten seriöse Information" suchen. Mahr war lang RTL-Infodirektor.

Medialen Öffis helfe zudem, dass ihre Gebühren nicht mit der Konjunktur einknicken wie Werbung. Künftig für alle Haushalte, ab 2013 in Deutschland. ORF-Finanzdirektor Richard Grasl hofft auf diese Haushaltsabgabe unabhängig von der tatsächlichen Empfangsmöglichkeit ab 2015.

"Unverwechselbarkeit" statt US-Serien

Um die Gebühr zu rechtfertigen, brauche der ORF "Unverwechselbarkeit" statt US-Serien, sagt Grasl. Die laufenden Programmreformen gingen in die Richtung. Und doch erinnert an den ORF, was Carola Wille vom deutschen MDR über Private sagt: "Werbefinanzierung stärkt den Trend zur Standardisierung des Angebots."

Schweizer Respekt

Ein Drittel der ORF-Umsätze kommt aus Werbung. Grasl unterstreicht den ORF-Anspruch auf Werbung auch in seiner TVthek. Darüber entscheidet die unabhängige Medienbehörde, freut sich Markus Breitenecker (ProSieben, Puls 4). Er findet den Antrag "nicht genehmigungsfähig". Deutschen und Schweizer Gebührenfunkern ist Onlinewerbung ganz verboten. Zwar ist "Neid dem Schweizer fremd", aber Rudolf Matter von der SRG staunt über die Möglichkeiten des ORF: "Mit Respekt schauen wir nach Österreich und sehen, was der ORF alles macht und alles erreicht." ORF-General Alexander Wrabetz verlangt bei den Medientagen freie Hand im Social TV, Web und TV also im Wesentlichen.

RTL vertritt Lobbyist Tobias Schmid auf dem Podium, und der ist lang nicht so optimistisch für die Öffis wie Hans Mahr, jedenfalls die deutschen mit ihrer internen Bürokratie: "Wenn etwas die Öffentlich-Rechtlichen erledigt, dann sie selbst." (fid, DER STANDARD, 27.9.2012)

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4 Postings
Frechheit

wie diese Apparatschiks auf Gedeih und Verderb an ihrem zwangsbezahltes Fernsehen festhalten obwohl dieses weniger notwendig ist denn je.

Mei, hat sich der Mahr Hansi wohl für den ORF General beworben:)

ich brauch ihn nicht, den orf..

ich will ihn auch nicht sehen, geschweige denn zahlen.

Ich verzichte seit knapp 4 Jahren auf Fernsehen. Dafür hab ich eine ständig wachsende DVD-/BluRay-Sammlung.
Denn, seien wir ehrlich, 99% von dem was im Fernsehen läuft will man ja gar nicht sehen (meist geschmacksbedingt), da kann man sich gleich das rauspicken was man wirklich will.

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