Wie Salzwiesen den Klimawandel verlangsamen

Steigt der Meeresspiegel, wird an der biologischen Grenze zwischen Land und Meer mehr Kohlenstoff gebunden

London/Wien - Es ist das vielleicht berühmteste Zitat eines Meeresbiologen aus den letzten Jahren - und leider ist es nicht ganz richtig: "Gebt mir einen halben Tanker voll Eisen, und ich bringe euch die nächste Eiszeit", behauptete der US-Ozeanograf John Martin vollmundig in den 1980er-Jahren.

Der Hintergrund: Mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre führe zur Erderwärmung. Gelöstes Eisen wiederum bewirke im Meer eine künstlichen Algenblüte; die Algen sterben und nehmen den gebundenen Kohlenstoff mit hinunter auf den Meeresgrund - und dadurch wiederum würde der Atmosphäre CO2 entzogen werden.

In diesem Jahr veröffentlichte Auswertungen eines älteren Eisendüngungsexperiments im Südpolarmeer zeigten zwar, dass die Methode im Prinzip klappt. Doch dazu würde man zum einen viel zu viel Eisen brauchen, um globale Effekte zu erzielen, sagte der international renommierte Wiener Meeresbiologe Gerhard Herndl am Montag bei einem " Science Talk" in der Aula der Wissenschaften in Wien.

Geo-Engineering wirkt nicht

Zum anderen funktioniere der Trick wohl nur in bestimmten Meeresregionen, so der Forscher, der an der Studie beteiligt war. Auch andere Methoden des maritimen Geo-Engineerings - also von Eingriffen mit technologischen Mitteln in geochemische oder biochemische Kreisläufe der Meere - seien zumindest heute wenig Erfolg versprechend.

Ein neue Studie US-amerikanischer Forscher macht nun allerdings etwas Hoffnung, wie der Klimawandel und der Anstieg des Meeresspiegels gebremst werden könnte. Die Hoffnung ruht auf den sogenannten Salzwiesen und Salzsümpfen, die den natürlichen Übergang und die biologische Grenze zwischen Land und Meer bilden und mehr oder weniger regelmäßig vom Meer geflutet werden.

Enorme Kohlenstoffspeicher

Aufgrund ihres Pflanzenbewuchses sind die Salzwiesen schon jetzt enorme Kohlenstoffspeicher: Die Pflanzen holen sich Kohlendioxid aus der Atmosphäre und binden Kohlenstoff, der auch dann gebunden bleibt, wenn die Pflanzen gestorben sind.

Wie nun Matt Kirwan und Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Nature" berichten, dürfte der Anstieg des Meeresspiegels im Fall der Salzwiesen dazu führen, dass diese noch mehr Kohlenstoff binden. Das dahinter liegende Prinzip ist einfach: Damit die Wiesen über Wasser bleiben, müssen sie etwas höher liegen als bisher. Das wiederum erreichen sie durch den Einbau von mehr Kohlenstoff - und zwar um bis zu vier Mal so viel wie bisher. (tasch/DER STANDARD, 27. 9. 2012)

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Salzsümpfe wie hier auf Plum Island vor Massachusetts bilden einen natürlichen Übergang zwischen Land und Meer.
    foto: matthew kirwan

    Salzwiesen und Salzsümpfe wie hier auf Plum Island vor Massachusetts bilden einen natürlichen Übergang zwischen Land und Meer.

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