Stronach-Partei: Viel Geld und flotte Sprüche

Kommentar |

Politiker kommen wie gerufen, die einfache Lösungen anbieten

Ach, wäre die Welt doch einfach! Könnte man doch auf einen Blick erkennen, was gut und was böse, was richtig und was falsch ist! Dann müsste man sich nicht mit dieser lästigen Komplexität herumschlagen! Da kommen Politiker wie gerufen, die einfache Lösungen anbieten: Der Vereinfacher Jörg Haider war so einer - seinen rasanten Aufstieg begann er als Gegenpol zum damaligen sozialistischen Bundeskanzler Fred Sinowatz, der schon in seiner Regierungserklärung bekannt hatte, dass die Dinge sehr kompliziert sind.

Sie sind seither noch viel komplizierter geworden - und die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist gestiegen. Die FPÖ bietet sie nach wie vor an - aber natürlich interessiert ein neues Angebot wie Stronachs Revolution von oben in ähnlicher Weise. Jeder Zweite wünscht sich Stronach im Parlament, 40 Prozent wollen ihn in der Regierung sehen.

Das heißt aber nicht, dass das Rennen für Frank Stronach schon gelaufen wäre: Zwar kann man mit flotten Sprüchen Aufmerksamkeit erregen, noch dazu, wenn man neue Gesichter als Verkörperung von frischem Schwung herzeigen kann. Aber das haben vor Stronach auch andere gekonnt - darunter Parteigründer mit unbestrittener Erfahrung wie Franz Olah und Fritz Dinkhauser. Aber ihnen fehlte eine schlagkräftige Parteiorganisation zum Erfolg. Das kann möglicherweise mit Geld aufgewogen werden - der Beweis dafür müsste aber erst erbracht werden. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 27.9.2012)

Share if you care