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Neo-Vorsitzender Walter Rosenkranz allein im Hohen Haus: Drei von vier Zeugen ließen den U-Ausschuss am Mittwoch sitzen. Nur Thomas Landgraf, Ex-Sprecher von Werner Faymann, kam, um zur Inseratenaffäre rund um den Kanzler auszusagen.
Inseratenkampagnen für den Verkehrsminister waren gestern, heute diktiert die Sojabohne Mathias Reichholds Leben: Der einst unter Werner Faymann (SPÖ) abgelöste Asfinag-Vorstand, nun Biobauer in St. Georgen am Kärntner Längsee, konnte am Mittwoch nicht im U-Ausschuss erscheinen, denn: Wenn Reichhold seine reifen Hülsenfrüchtler jetzt nicht sofort aberntet, platzen die Bohnen auf - und der Jahresertrag von 60.000 Euro wäre vernichtet. Und überhaupt: "Nächste Woche beginnt die Herbstaussaat."
Mittwoch, im U-Ausschuss: Ex-Asfinag-Sprecher Marc Zimmermann (Auslandsaufenthalt) und Ex-Asfinag-Vorstand Franz Lückler (Auslandsaufenthalt) haben ihr Kommen auch abgesagt - damit tritt von vier geladenen Zeugen zur Inseratenaffäre nur Thomas Landgraf, Faymanns ehemaliger Sprecher, vor das mittlerweile heillos zerstrittene Gremium, das offiziell mit dem Ablaufdatum "16. Oktober" versehen ist.
Der neue Vorsitzende Walter Rosenkranz (FPÖ), der Gabriela Moser (Grüne) beerbt hat, gibt zu: "Der erste Tag der Wiederaufnahme ist ein Bauchfleck." Angesichts des Zeugenschwunds ist der U-Ausschuss bis am Nachmittag damit beschäftigt, einen Weg aus der neuesten Misere zu finden. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) hat angeregt, zu "drastischen Mitteln" zu greifen. "Ich wäre da hart." Es gebe gegen leichtfertige Absagen durchaus Instrumente wie die polizeiliche Vorführung. "Die stehen ja nicht aus Jux und Tollerei in der Geschäftsordnung."
Bis auf die SPÖ sprechen sich alle Fraktionen für härtere Bandagen gegenüber unwilligen Auskunftspersonen aus. Der Grüne Peter Pilz insistiert, ferngebliebene Zeugen müssten unter Androhung von Vorführung geladen werden. Und grimmig in Richtung Reichhold: "Die Eier-Ernte des Hendl- und Hühnerbauers werden wir genau beobachten." Auch für ÖVP-Fraktionsleiter Werner Amon reicht Reichholds Entschuldigung nicht aus. FPÖ-Mann Harald Vilimsky erklärt, dass der U-Ausschuss nicht "durch lapidare Erklärungen abgewürgt" werden könne. Und Stefan Petzner vom BZÖ stellt klar: "Faule Ausreden akzeptieren wir nicht!"
Nur für SPÖ-Fraktionschef Otto Pendl ist Vorführung "keine Option" - und zwar wegen des Fristenlaufs und der Einspruchsmöglichkeiten der Betroffenen.
Tatsächlich wäre für dieses Zwangsmittel eine Mehrheit im U-Ausschuss nötig - erst dann könnte nach zweimaliger Ladung samt ungerechtfertigter Verweigerung der Aussage ein entsprechender Antrag beim Bezirksgericht Innere Stadt gestellt werden. Den Entscheid für einen Polizeieinsatz würde also die Justiz fällen.
Doch nachdem die ÖVP der SPÖ schon die Ladung von Kanzler Werner Faymann zur Inseratenaffäre erspart hat, werden die Regierungspartner nun einander wohl kaum bei Vorführungen überstimmen. Skeptisch sieht eine solche Vorgangsweise auch Neo-Vorsitzender Rosenkranz: "Das wäre das allerletzte Mittel. Bis jetzt haben alle verhinderten Zeugen Ersatztermine angeboten - einzig Reichhold fällt für mehrere Wochen aus."
Die Befragung des einzigen Zeugen Landgraf drehte sich um die Frage, ob das Verkehrsministerium unter Faymann Medienkooperationen nur "initiiert" (Landgraf) oder auf Kosten der Unternehmen Asfinag und ÖBB auch abgeschlossen hat. Blaue, Grüne und Orange zitierten Mails, in denen sich Anzeigenabteilungen von Zeitungen unter Berufung auf Landgraf etwa an die Asfinag wandten, um scheinbar vereinbarte Kooperationen bestätigen zu lassen. Landgraf stellt das anders dar: Er habe die Anliegen an die zuständige Firma weitergeleitet. (jo, nw, pm, stein, DER STANDARD, 27.9.2012)
Der Unternehmer kam als letzte Auskunftsperson und verglich die Befragung mit "Gestapo-Methoden", nahm den Vergleich aber wieder zurück. Beim Verkauf der Mobiltel gibt es Hinweise auf ein Scheingeschäft
Investor entschlug sich zum Thema Ostgeschäfte der Telekom Austria
Hoffmann: Sehr erfolgreiche Arbeit bis zum Sommer, danach nicht mehr so intensiv
Investor Martin Schlaff lieferte bei seiner Befragung keine neuen Erkenntnisse - Er empörte die Abgeordenten mit einem Gestapo-Vergleich
derStandard.at berichtete 330 Stunden live aus dem U-Ausschuss - eine Zusammenfassung
Der frühere Asfinag-Vorstand Franz Lückler und der ehemalige ÖBB-Mediensprecher Walter Sattlberger haben ausgesagt
Petzner-Anzeige gegen Landwirtschaftsminister und Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll - Sachverhaltsdarstellung von BZÖ
"Bauernzeitung ist größte landwirtschaftlich Zeitung"
Staatssekretär statt Kanzler im U-Ausschuss: Josef Ostermayer erklärte den Abgeordneten eloquent, wieso er nie Druck auf Asfinag und ÖBB ausgeübt habe, Inserate zu schalten - Umweltminister Nikolaus Berlakovich geriet hingegen in Erklärungsnot
Nur vier Sektionschefs sagten vor dem U-Ausschuss über die Vergabe von Staatsbürgerschaften aus, die Ladung von Politikern hatten die Regierungsparteien verhindert
Gegen Meinung der Fachbeamten - Vier Sektionschefs zu Staatsbürgerschafts-Thema geladen
Ex-Asfinag-Vorstand Reichhold machte trotz Androhung einer Beugestrafe "keine Angaben"
Ex-Bahnsprecher Pippan: ÖBB fügte sich Wunsch des Ministeriums - RH-Prüferin: Krone-Kolumne war eher Imagekampagne für Faymann
Der Bundeskanzler unter Beschuss: Ein Ex-ÖBB-Sprecher erzählt, wie Faymanns Verkehrsministerium bei Kampagnen Regie geführt habe. Für den Boulevard soll der heutige SPÖ-Chef Millionen gefordert haben
Die Justiz wirft Kanzler Faymann vor, an den Inseratenvergaben aktiv beteiligt gewesen zu sein. Bei der ÖBB-Kampagne in der "Kronen Zeitung" habe das Verkehrsministerium sogar die Artikel freigegeben
Amon über U-Ausschuss: "Gab immer Pläne, im Frühherbst fertig zu werden" - Ex-Minister Reichhold sagt wegen Ernteeinsatzes ab - Faymann-Sprecher Landgraf sagte aus
SPÖ soll Druck auf Berichterstattung erhöht haben - ÖVP-Kritik an "Zeit im Bild"-Berichterstattung - "Konsequenzen" in Fragen des ORF-Gesetzes
Ex-ÖBB-Pressesprecher Pippan: Inseratenauftrag kam aus Kabinett - Es gab keine Mediaplanung für die Inseratenschaltungen in der "Kronen Zeitung" - Huber entschlug sich großteils
Letzte Sitzung vor der Sommerpause zum Thema Glücksspiel - Befragung von Ex-Casinos-Austria-Vorstand Leo Wallner abgebrochen
Als Friedrich Stickler von der geplanten Änderung des Glücksspielmonopols erfahren hatte, war er fassungslos - Hektisch habe der Lotterienchef die ÖVP über die Konsequenzen informiert, sagte er im U-Ausschuss - Sie zog ihre Zustimmung zurück
Stickler: Telekom und Novomatic planten "Staatsstreich" - "Hat mich kalt erwischt" - Hektische Telefonate mit ÖVP, Wirtschaftskammer, Sportvertretern
Ex-Finanzminister über dubiose Zahlungen während seiner Amtszeit - Hochegger mit Erinnerungslücken: Meischberger war "Mastermind"
Causa Glücksspiel letzter Tagespunkt - Antrag auf Ladung von Westenthaler abgelehnt
Lobbyist wortkarg - Ex-Vorstand Fischer: Telekom bezahlte Mensdorff für Tetron - Bis zu 4,4 Millionen Euro sollen an Mensdorff geflossen sein
Langsam entwirren die Abgeordneten die Fäden um die Vergabe des Blaulichtfunkvertrags
Oder: Wie eine harmlose Pflanze ein ganzes Land pflanzen kann.
Wenigstens ist der Kakao, durch den der Reichhold in den nächsten Tagen gezogen wird, mit echter Bio-Sojamilch. ;-)
Weit hat er es gebracht, der ehemalige Tankwart, der vom Haider ausgesucht wurde, weil er so hübsch und lieb ist.
Damit enteignen Elektrizitätswerke, Wiener-Linien, Gemeinden, Städte privaten Besitz.
Die Ergebnisse eines Untersuchungsausschusses sind eindeutig ein Gemeinnutz und die abgehandelten Beträge eindeutig Höher als die Sojaernte des Herrn Reichhold.
Womit hat dieser Herr eigentlich seinen Hof gekauft und ausgebaut?
vor einen Untersuchunsausschuss ist eindeutig geregelt.
Der § 3 VO-UA (Verfahrensordnung für Untersuchunsausschüsse) normiert derlei Angelegenheiten.
Es geht hier weder um Zeugen, noch um Beschuldigte - es sind Auskunftspersonen und selbst in dieser Verfahrensordnung ist von "Einladung" die Rede.
Österreich ist ein Rechtsstaat und so soll es auch bleiben - auch wenn dieser Glaube manchmal schwerfällt!
Trotzdem ist eine "Einladung" die Aufforderung zu kommen. Hier wurde nicht zu einer beschwingten Party geladen sondern zu einer Befragung über mysteriöse Umstände.
Leider werden U-Ausschüsse nur bei Lapalien gebildet. Interessant wäre ein U-Ausschuss zu Frage des Eurofighterkaufs gewesen. Aber da habe der Staat "selbst" auferlegte Verschwiegenheitspflicht.
Den Dreck am Stecken hätte ich gerne aufgedeckt gewusst.
Solange diese U-Ausschüsse einer Mehrheit bedürfen, um überhaupt eingerichtet werden zu können und es dann wieder einer Mehrheit bedarf, Zeugen zu laden, Akten anzufordern usw., solange haben diese Gremien keinen Sinn und beschädigen nur die Demokratie und den Parlamentarismus.
Sollte eine Regierung mit anderen Mehrheitsverhältnissen einen U-Ausschuss einsetzen, setzt sie sich dem Vorwurf der Polit-Justiz aus.
Ein U-Ausschuss muss Minderheitenrecht werden, der vielleicht mit 25 od. 33 % eingesetzt werden kann.
Es darf/soll nie wieder vorkommen, dass Hauptbeschuldigte (Faymann) nicht geladen bzw. wichtige Themen (Telekom-Ostgeschäfte) einfach nicht abgehandelt werden.
Diese Farce jetzt kann man sich ersparen!
Auf Seite 1 plärrt man über Faymanns bestellte Millionen für die Kronenzeitung, und auf Seite 2 wird nahezu täglich Stronach hochgeschrieben, damit der im Nationalratswahlkampf 2013 sein Füllhorn über das Blatt ausschüttet.
Also, unter einem Qualitätsblatt habe ich mir was anderes vorgestellt!
...als Vorsitzender der Korruptions-U-Ausschusses und Verteidiger der Demokratie?
Mit Walter Rosenkranz wurde nicht irgendein FPÖ-ler zum Leiter des Untersuchungssauschuss gemacht, sondern einer jener Vertreter der FPÖ, die man getrost als rechtsextrem einstufen darf.
http://www.linkswende.org/6054/Walt... Demokratie
Fahr am Acker vom bauernbuam und machts a foto wie er am Tracktor sitzt.
Sollte so ein Foto nicht moeglcih sein aus mangelndem Motiv bitte den Leeren Acker fotographieren und in die Zeitung stellen.
Wo ist die Presse wenn sie einer braucht.
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