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"Social Media wie Facebook und Twitter muss man als Unternehmen grundsätzlich ernst nehmen", sagt ÖBB-Kommunikationschefin Kristin Hanusch-Linser. Man müsse zwar nicht auf jeden Shitstorm reagieren, sondern könne sich davon auch distanzieren, aber man soll als Unternehmen zumindest prüfen, was an der Kritik dran ist, meinte Volker Gaßner, Leiter des Bereichs Presse, Recherche und Neue Medien bei Greenpeace Deutschland im Rahmen der Podiumsdiskussion "Unternehmen und Organisationen im Zwielicht sozialer Kommunikation" am Mittwoch.
Regeln
Problematisch empfanden einige Diskutanten, dass es im Social Media Raum keine Regeln gebe. "profil"-Chefredakteur Christian Rainer kritisierte vor allem die Anonymität im Netz: "Es kann doch nicht sein, dass im Netz anonym und ohne Klarnamen Beleidigungen und falsche Behauptungen über andere verbreitet werden, ohne dass jemand zur Rechenschaft gezogen wird." In Print oder im Fernsehen könne das nicht passieren und dementsprechend müssen auch Social Media Verantwortung übernehmen. Auch Claus Pandi, Innenpolitikchef der "Kronen Zeitung" und Vieltwitterer, plädierte dafür, dass die User im Netz unter ihrem Namen auftreten.
Weltmedien
Dem hielt der ehemalige ORF On-Chef Franz Manola entgegen, dass Facebook und Twitter Weltmedien seien, über die man nicht "unsere kleine Welt mit unseren Befindlichkeiten" stürzen könne. Schließlich könne man nicht verlangen, dass die Organisatoren des arabischen Frühlings sich outen müssen. Manola nutzte das Podium, um das Facebook-Verbot für den ORF zu kritisieren und betonte, dass "der ORF als einzige juristische Person der Welt von Social Media ausgeschlossen ist. Das ist eine sonderbare Verwerfung der Medienpolitik", die auf Verlangen des Verlegerverbandes entstanden sei.
Für Hanusch-Linser war klar, dass große Unternehmen auf Social Media präsent sein müssen und künftig auch mehr Geld für diese Art der Kommunikation in die Hand nehmen werden, um näher bei ihren Kunden zu sein. "Wer da nicht einsetzt, agiert grob fahrlässig." Gaßner sieht für Politiker große Chancen in Social Media, um wieder in den direkten Kontakt zum Wähler zu treten. Aber vor allem NGOs profitieren von den sozialen Netzwerken: "Wir hatten noch nie die Möglichkeit, unsere Kampagnen so direkt zu kommunizieren, wie mit Hilfe von Social Media. Es ist uns möglich, eine Gegenöffentlichkeit herstellen, und das ist ein wichtiges Gut."(APA, 26.09. 2012)
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