Keine Einbahnstraße

Jubiläum für "KKA Artists in Residence"-Programm: Katalog im Gefolge einer Viennafair-Ausstellung

Wien - Auf der Postkarte, die der moldauische Künstler Pavel Braila geschickt hat, sind vier Menschen zu sehen. Sie spielen ein bisschen mit Gemüse herum. An den Rändern ist zu lesen: "Was ist das? Das ist Kontakt! Was Kontakt? Kultur Kontakt!"

Im Rahmen eines Artists-in-Residence-Stipendiums von Kulturkontakt Austria (KKA) kam Braila 2001 nach Wien. So wie alle 248 Ex-Stipendiaten wurde er zum 20-jährigen Jubiläum des Programms nun gebeten, eine Postkarte zu schicken. 113 kleine Kunstwerke kamen bisher zurück, Fotografien, Collagen oder Zeichnungen. Auf der Viennafair wurden die Karten ausgestellt, in einem Schuber versammelt bilden sie zudem den Jubiläumskatalog 20 Years: KKA Artists in Residence.

Seit 1992 vergibt das Programm Aufenthaltsstipendien in Wien an bildende Künstler und Fotografen aus Ost- und Südosteuropa. Drei Monate lang können sie hier bei sicherem Einkommen in eigenen Ateliers arbeiten. Am Ende steht eine Werkpräsentation in der Galerie ArtPoint.

Jährlich bewerben sich etwa 260 Künstler um zwölf Plätze. Diese Bewerbungen, sagt Annemarie Türk, Leiterin der KKA-Kulturförderung, sind auch ein " Gradmesser für politische und ökonomische Veränderungen". Im Moment zeige sich das etwa an den auffallend zahlreichen Bewerbungen aus Russland.

Die aus Riga stammende Fotografin Ida Räther kam bereits 2001 nach Wien. Nach dem Studium sei sie hier plötzlich auf sich allein gestellt gewesen - und habe so erst herausgefunden, was ihr als Künstlerin wirklich wichtig ist. "Es war eine Herausforderung. Und ein Geschenk."

Das sieht Annemarie Türk nicht anders. Die Stipendiaten brächten neue Zugänge und Sichtweisen mit - oft auch über die Dauer der Stipendien hinaus. "Das ist alles andere als eine Einbahnstraße - der Kontakt bleibt bestehen."   (Andrea Heinz, DER STANDARD, 27.9.2012)

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