Vom falschen Hoffen auf Lösungen

26. September 2012, 18:05
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Arthur Ley und Ed Hus: "Die Aporie - Eine bizarre Begegnung von Management und Philosophie"

Ob im Kaufhaus, beim Zahnarzt oder in der Autowerkstatt: Überall werden Lösungen für vermeintliche oder tatsächliche Probleme angeboten. Einmal ist es eine Creme gegen unreine Haut, ein anderes Mal eine Füllung für den wehen Zahn und jetzt, stark im Kommen - der Wintercheck gegen die Unbilden der kalten Jahreszeit. Krass geht es zuweilen auch in Führungsetagen von Unternehmen zu: Abgesehen von normalen Wehwehchen setzen Eurokrise, Energiewende und andere Nebengeräusche den Führungskräften immer heftiger zu. Lösungen sind gefragt, dafür wurden die meist gut bis sehr gut bezahlten Manager angeheuert. Endgültige Lösungen aber gibt es nicht. Zu dieser auf den ersten Blick verwirrenden Conclusio kommen Arthur Ley & Ed Hus - beides Synonyme - in dem Buch Die Aporie - Eine bizarre Begegnung von Management und Philosophie.

Die Hauptfiguren in dem Buch, Manfred Oger (Manager) und Philipp Osoph (Philosoph), versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen. Der großteils per E-Mail geführte Dialog der beiden erstreckt sich über den Zeitraum von gut einem Jahr. Nicht die Lösung könne zum Verschwinden des Problems führen, sondern es müsste der Träger des Problems verschwinden. Erst dann sei das Problem tatsächlich, nicht nur vermeintlich abgehakt. Auf die Eurokrise gemünzt heißt das, dass wir lernen müssen, damit umzugehen, und nicht hoffen können, dass irgendwann irgendwer mit der Lösung kommt. Ein außergewöhnliches, aber auch ernüchterndes Buch. (Günther Strobl, DER STANDARD, 27.9.2012)

  • Arthur Ley & Ed Hus, "Die Aporie - Eine bizarre Begegnung von Management und Philosophie". Verlag Novum Pro, 2012, 238 Seiten, 16,90 Euro
    foto: verlag novum pro

    Arthur Ley & Ed Hus, "Die Aporie - Eine bizarre Begegnung von Management und Philosophie". Verlag Novum Pro, 2012, 238 Seiten, 16,90 Euro

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