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Bei Raubkäfern sind sowohl die Larven als auch die ausgewachsenen Tiere Jäger. Hier die zwei Zentimeter lange Larve eines Totenschiffkäfers, der vor etwa 140 Millionen Jahren lebte.
Jena - Käfer sind eine enorme evolutionäre Erfolgsgeschichte: Etwa 265 Millionen Jahre alt, stellt diese Gruppe mit bislang 350.000 entdeckten Arten heute die größte Ordnung unter den Insekten. Knapp ein Zehntel davon machen wiederum die Raubkäfer (Adephaga) aus, zu denen unter anderem Schwimmkäfer, Laufkäfer, Taumelkäfer und die ausgestorbenen Totenschiffkäfer zählen. Ein internationales Forscherteam widmete sich nun dieser Gruppe, wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena berichtet, und ging dabei unter anderem der Frage nach, warum sich im Adephaga-Stammbaum nicht alle Zweige halten konnten.
Die Forscher stellten unter anderem fest, dass die Raubkäfer wahrscheinlich ursprünglich im Wasser gelebt haben, und dass die heute extrem erfolgreichen Laufkäfer erst relativ spät sekundär zum Landleben übergegangen sind. Die früheste Abspaltung im Stammbaum der Raubkäfer sind die hochgradig spezialisierten Taumelkäfer, die wie einst die Totenschiffkäfer (Coptoclavidae) völlig getrennte Über- und Unterwasseraugen besitzen und sehr schnell über die Wasseroberfläche gleiten können.
Trotz ähnlicher körperlicher Voraussetzungen gibt es die Taumelkäfer aber noch, während die deutlich größeren Totenschiffkäfer ausgestorben sind. Und das obwohl die üblicherweise in Seen lebenden Tiere laut Rolf Beutel von der Universität Jena zu den ganz wenigen Insekten gehörten, denen es gelang, auch das Meer als Lebensraum zu nutzen. Entscheidend für das Aussterben in der mittleren Kreidezeit vor rund 100 Millionen Jahren dürfte das Aufkommen der modernen Fische gewesen sein.
"Das Überleben beispielsweise der Taumelkäfer seit ca. 250 Millionen Jahren wurde wohl durch extrem spezialisierte Sinnes- und Antriebsorgane gesichert, während die Schwimmkäfer durch äußerst wirksame Abwehrsekrete geschützt sind, die dem männlichen Sexualhormon der Wirbeltiere - dem Testosteron - sehr ähnlich sind", erläutert Beutel. Durch solcherlei Spezialisierungen dürften sich andere Wasserkäfer besser auf die neuen Fressfeinde eingestellt haben als ihre glücklosen Vettern. (red, derStandard.at, 30. 9. 2012)
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Schwimmkäfer und Taumelkäfer leben auch im Wasser und das bis heute. Die haben die Kurve also gekriegt weil sie sich den neuen Freßfeinden entsprechend angepaßt haben. Warum haben's die Totenschiffkäfer dann nicht auch mit entsprechenden Anpassungen gepackt?
Klingelt's?
Die Frage ist wohl diese: Weshalb gab es im gesamten Genpool der Totenschiffkäfer nicht genügend Variationen, welche im Wettbewerb mit den nun neu in ihrem Habiat vorhandenen Fischen selektiert werden hätten können, während Taumel- und Schwimmkäfer offenbar solche Variationen hervorbrachten?
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