Wiener Parkpickerl: ÖAMTC erarbeitet eigene Vorschläge

  • Wenn es nach dem ÖAMTC geht soll in Wien künftig in gelben, roten, grünen und blauen Zonen geparkt werden.
    foto: apa/guenter r. artinger

    Wenn es nach dem ÖAMTC geht soll in Wien künftig in gelben, roten, grünen und blauen Zonen geparkt werden.

  • Die Zoneneinteilung nach Vorschlag des Verkehrsclubs
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    grafik: der standard

    Die Zoneneinteilung nach Vorschlag des Verkehrsclubs

Ein Zonensystem, bei dem die Parkgebühren sinken und die Abstelldauer steigt, hat nun der ÖAMTC vorgelegt. So könnten Verdrängungseffekte bei der Ausweitung der Pickerlzonen vermieden werden. Die Verkehrsstadträtin findet den Beitrag "konstruktiv"

Wien - Selbstverständlich benötige der urbane Raum eine Form von Parkraumbewirtschaftung, das steht auch für den ÖAMTC außer Frage. Bloß sollte diese nach Ansicht der Autofahrerklubs ganz anders aussehen als das Kurzparkzonenkonzept der rot-grünen Stadtregierung, das kommenden Montag in fünf weiteren Wiener Bezirken in Kraft tritt.

Wenige Tage vor der Ausweitung der Pickerlzonen, fand der ÖAMTC am Mittwoch, dass es "höchste Zeit" sei, Stellung zu beziehen und das eigene Konzept "Fair Parken" vorzustellen, wie es Generalsekretär Oliver Schmerold am Mittwoch formulierte. Dieses sieht ein Zonenmodell vor ( siehe Grafik), bei dem sowohl die Parkdauer als auch die Tarife flexibel gestaffelt würden. Sprich, je weiter weg von der City, umso günstiger die Parkgebühr und umso länger darf das Auto abgestellt werden - in Stadtrandnähe auch den ganzen Tag. Dadurch würden laut Schmerold "harte Außengrenzen" und Verdrängungseffekte vermieden werden.

  • Rote Kernzone Umfasst jenen Bereich in der Innenstadt, in dem es bereits jetzt Fußgängerzonen gibt oder wo weitere eingerichtet werden könnten, ebenso wie Begegnungszonen oder Wohnstraßen. Die Anrainer sollten laut ÖAMTC in kostengünstigen Garagen mit einfachen Zufahrten parken.
  • Gelbe Kernzone Im restlichen Teil der City, etwa jenseits des Ringes wäre für den Klubs der ideale Platz für Shared Space. Dauerparken sollte nur für "besonders Berechtigte" erlaubt sein, wie etwa Anrainer mit " erheblichem Interesse". Darüber hinaus sollte es nur Kurzparkzonen geben.
  • Blaue Zone Für die Bezirke innerhalb des Gürtels sowie den 2. und den 20. (dunkelblau), als auch den 15. und den gürtelnahen Teilen von Ottakring und Hernals (hellblau) sieht das Konzept eine Kurzparkzone in den Geschäftsstraßen vor. In den anderen Straßenzügen sollte kostenpflichtiges Dauerparken möglich sein.
  • Grüne Zone In Meidling und den entfernteren Teilen von Hernals und Ottakring sollte zeitlich unbegrenzt geparkt werden dürfen. Bis zur Vorortelinie wäre ein Euro pro Stunde zu berappen, außerhalb 50 Cent. Anrainer und auch Zweitwohnsitzer sollten um 25 bis 30 Euro pro Jahr dauerparken dürfen.

Die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou betonte in einer Aussendung ihre Freude darüber, dass sich der ÖAMTC nun wieder "mit konstruktiven und konkreten Vorschlägen" an der Diskussion beteilige - und lud den Klub erneut ein, an der Expertengruppen teilzunehmen, die derzeit neue Ansätze für die Parkraumbewirtschaftung erarbeitet. Das hatte der ÖAMTC bisher abgelehnt.

Schärfere Worte hatte Vassilakous roter Amtsvorgänger Rudolf Schicker für den ÖAMTC parat. Sich ins Winkerl zu stellen und zu rufen "Ich hätt' eh alles besser gewusst!" zeuge nicht von hohem Interesse an einem gemeinsamen Konsens, meinte der SP-Klubchef. Dass es ein Gesamtkonzept geben soll, findet auch Schmerold. Welche Fragestellung es bei der Volksbefragung im Frühjahr geben soll? "Abgesehen davon, ob das rechtlich möglich ist - sollte schon die Parkgebührenregelung abgefragt werden." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, 26.9.2012)

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kompletter humbug das konzept -

... man merkt nur dass der ÖAMTC damit seine eigene Zukunft absicher will, und zwar: MEHR Autos, in dem pamphlet steht ernsthaft drin dass ALLE einnahmen der Parkraumbewirtschaftung für den Garagenbau zweckgewidmet werden sollen - ja genau ...

Die freien Zonen sind schwarze Zonen

Siehe Ergebnis Bezirksvertretungswahlen 2010
http://www.wien.gv.at/wahl/NET/... 01-109.htm

So einen schwachen Vorschlag ...

... habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

0 Kreativität

Und ganz wichtige Gegenden vergessen (18. in Gürtelnähe (Volksoper, WIFI, ..), U4 Heiligenstadt, U4 Hütteldorf, 19. nähe WU, etc. etc. etc.

ÖVP GEGEN GEBÜHRENABSTIMMUNG

ÖVP GEGEN GEBÜHRENABSTIMMUNG

Schon 1980 wurde klar entschieden:

http://www.kiv.at/servlet/C... 2103694807

Das Parkpickerl in den Aussenbezirken kostet für 2 Jahre 90 Euro x 2 = 180 Euro plus 50 Euro Verwaltungsabgabe, Summe 230 Euro dividiert durch 24 Monate = 9,59 Euro pro Monat dividiert durch 30 Tage macht 32 Cent pro Kalendertag.
Das "Abzocke" zu nennen ist eine reine Veridiotisierungskampagne der Autolobby.
ÖVP und FPÖ liefern damit einen Beleg, dass sie - möglicherweise zu Recht - ihre Hetzkampagne dem Intelligenzniveau einer potentiellen Wählerschaft anpassen, deren IQ etwa dem Centpreis des Parkpickerls pro Kalendertag entspricht: 32.

die Abzocke liegt daran, die Kurzparkgebühren so hoch zu setzen.

soso...

...scharfe Worte von Schicker, die Null ist wenigstens weg...

soso...

...scharfe Worte von Schicker, die Null ist wenigstens weg...

Durchaus interessante Ansätze

nur müssten mindestens auch Teile des 10., 13. und 18. Bezirks einbezogen werden, und die angedachten Gebühren sind viel zu billig. Auch wird das eher nur mit einem elektronischen System umsetzbar sein, und schwer mit den bisherigen Parkscheinen zum Ankreuzen.

Diese Falotten!

Erst Unterschriften bei den Mitgliedern gegen die Einführung dieser sinnlosen Geldbeschaffungsaktion sammeln und dann mit einem so unverfroren schlechten Alternativabzockplan daherkommen! Das ist eine Ohrfeige für alle, die geglaubt haben, der Verein würde die berechtigten Interessen der Melkkühe der Nation vertreten!

der Hund liegt im Detail

Grundsätzlich hört sich dieser Vorschlag sinnvoll an. Ein paar Details müßten noch genauer betrachtet werden.

Zum Beispiel: Parkpickerl für Zweitwohnsitzer. Ich frage mich, ob die Stadt Wien das will. Immerhin bringten Hauptwohnsitze Geld. Warum soll die Stadt also Infrastruktur zur Verfügung stellen, ohne dafür Geld vom Staat zu bekommen?

Dass der SPÖ-Klubchef gegen den ÖAMTC ist scheint klar

der ÖAMTC ist der "schwarze" Autofahrerklub

Der ARBÖ der "rote" und wurde erst kürzlich von der Partei als Vorfeldorganisation ausgegliedert

Sorry, dies ist ein SPÖ-Mythos...

Dass der ÖAMTC schwarz ist, hat die SPÖ erfunden, um die SPÖ-Vorfeldorganisation ARBÖ rechtzufertigen.
Der ÖAMTC hat mit der ÖVP oder einer anderen Partei genausowenig zu tun wie das Rote Kreuz oder die Freiwillige Feuerwehr. Der ÖAMTC wird z.B. in Tirol als Konkurrent der Heli-Austria als Feind gesehen, während er in Wien (nachdem der ARBÖ schwächelt) sogar von der Rathaus SPÖ unterstützt wird...
Ich war in beiden langjähriges Mitglied (jetzt aber überhaupt nicht mehr dabei) und kann folgendes sagen: Der ARBÖ ist ausser in Ostösterreich eigentlich nirgendwo mehr existent - der ÖAMTC ist durch den Club-Verbund mit Schwesternorganisationen weltweit "verwendbar". Während der ARBÖ eher die SPÖ-Vertretung bei den Autofahrern ist, ...

DAs stimmt aus Kundensicht aber oben in der Organisation ist die Verbandelung nicht nur aufgrund hoher Interessensüberschneidung gegeben - und beim roten Kreuz ist die ÖVP Nähe etwas das ich selbst erlebt habe

Außerdem sieht man es am Verhalten dieser ORganisationen im politischen Diskurs.

Jetzt erst kommt der ÖAMTC daher und will Vorschläge unterbreiten - statt seine Mitgliederinteressen ordentlich zu vertreten und von Beginn an konstruktiv mit zu wirken zu einem Zeitpunkt wo man noch was gestalten kann.

Detto das rote Kreuz in der Wehrpflichtfrage. Da ist ganz klar die Haltung einer Vorfeldorganisation zu sehen - ich verstehe sonst nicht wo "Freiwilliges Sozialjahr" Mitarbeiter schlechter als Zivildiener währen. NEin - da muß ein Haar in der Suppe gefunden werden weil das nunmal die ÖVP Linie ist.

die grüne V. will doch gar keine Vorschläge hören, sondern nur ihren Dickkopf durchsetzen.

Vor mittlerweile 15 Jahren habe ich eine Diskussion mit einer Grünen geführt, währendesse diese auch nur keinen einzigen mm von ihrer Position abgerückt ist.

Thema damals U4 Verlängerung nach Auhof - die Parkplatzfrage wäre 15 Jahre eine ganz andere.

danke für die ausführliche Erklärung
bin selbst seit 27 jahren beim ÖAMTC und hatte NIE irgendwelche "Partei-Gschichtln" beim ÖAMTC erlebt

vom ARBÖ natürlich sehr oft.

wollte auch nur erklären warum der SPÖ-Klubobmann so gegen den ÖAMTC wettert.
denn echte SPÖ-Parteigenossen sind alle beim ARBÖ und haben die Versicherungen bei der WienerStädtischen (sorry jetzt VIG ) ...

Der ÖAMTC schafft es zwar ganz gut, nicht als direkte ÖVP-Organisation wahrgenommen zu werden (der VCÖ wird ja üblicherweise auch nicht als grüne Organisation bezeichnet), aber er hat seine Ursprünge eben im bürgerlichen Lager, als Gegenstück zum "Arbeiter-Radfahrbund".

..., habe ich den ÖAMTC ale Vertreter der Autofahrer bei den Parteien erlebt. Während der ARBÖ das SPÖ-Parteisoldatenleben mit div. Veanstalungen pflegt, gab es b eim ÖAMTC "nur" reine Service-Leistungen für Auto, Reise usw ...
Der ÖAMTC ist schlichtweg eine NPO, bei der man Mitglied werden und dann als Vereinsmitglied mitbestimmen kann - nicht mehr und nicht weniger.
Aber wie gesagt. Wurde mir zu teuer und bin seit letztem Jahr nirgendwo mehr dabei.

Warum sind eigentlich die lautesten Schreier nach einem Parkpickerl die Leute die sowieso kein Auto haben und somit von der Regelung garnicht getroffen werden?

abgesehen davon, dass das so nicht ist:

weniger pkw-verkehr, bessere luft, mehr verkehrssicherheit, mehr platz, bessere optik (keine verdreckten provinz-dauerparker).

Ich wär für ein Parkpickerlmodell, das die Autogröße, die Schuhgröße sowie die Beinlänge des Antragstellers in die Tarifberechnung miteinbezieht.

Nicht mal eine richtige Legende für die Grafik...

Wusste gar nicht dass der 2. Bez. "gürtelnahe ist", eher schon der 15.

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