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Eine der monumetalen Barockvasen in Leopoldskron in einer historischen Aufnahme.
Salzburg - Für die meisten Salzburger gilt der Park des Schlosses Leopoldskron in der Stadt Salzburg als eine unzugängliche Wildnis, die von hohen Bäumen und Gebüsch auf sumpfigen Gelände geprägt ist. Doch die Wildnis birgt ein Geheimnis: Auf dem Gelände ließ Festspielgründer Max Reinhardt einen neobarocken Park samt Gartentheater und Spiegelteich errichten. Eine fast vergessene Anlage, die vom Bundesdenkmal und vom Grundbesitzer Salzburg Global Seminar nun zum Teil freigelegt wurde - und die im Rahmen des österreichweiten "Tags des Denkmals" am 30. September mit Führungen öffentlich präsentiert wird.
"Denkmäler erzählen Geschichte und Geschichten", sagte Landeskonservator Ronald Gobiet am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Und der Park des Schlosses Leopoldskron berge besonders viele Geschichten. In den 1920er Jahren ließ Reinhardt, der das Schloss zuvor in verfallenem Zustand samt dem parkähnlichen Grundstück am Rande des Leopoldskroner Weihers gekauft hatte, eine aufwendige Freiluftbühne bauen. Er wollte dort seine Vision barocker Theatervorstellungen realisieren.
Ein riesiges Rasenparterre mit Skulpturen, reich verzierten Marmorvasen, kleinen Brunnen, Teichen und Hecken war dem eigentlichen Theater - samt Orchestergraben, Spalierwänden und Balustraden - vorgelagert. In ganz Österreich wurden bei Schlössern und Parks barocke Skulpturen angekauft, um die Anlage des Festspielgründers zu schmücken. 1931 wurde das Theater mit einer Aufführung von Shakespeares "Was ihr wollt" eröffnet. Die erste und einzige Aufführung musste allerdings wegen eines Gewitters abgebrochen werden. Als Reinhardt wegen der Nationalsozialisten ins Exil ging, verfiel der Garten und geriet in Vergessenheit. Die Vasen und Skulpturen versanken im Lauf der Jahre im weichen Moorboden, wurden überwuchert und verwitterten.
Seit 2001 arbeitet das Bundesdenkmalamt gemeinsam mit dem Salzburg Global Seminar an der Rettung der historischen Anlage, rund 200.000 Euro wurden bisher in die Restauration der Skulpturen investiert. Insgesamt 55 von ihnen seien mittlerweile geborgen, restauriert und neu aufgestellt worden, sagte Gobiet. In den vergangenen Monaten ist auch ein 900 Quadratmeter großes Teilstück des Rasenparterres samt Wasserkanälen und Wegen rekonstruiert worden. Es soll zeigen, welche Pracht einst den Park prägte. (APA, 26.9.2012)
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