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vergrößern 900x628Emil Jakob Schindler: "Dampfschiffstation an der Donau bei Kaisermühlen" (um 1871/72), eine der Fluss-Darstellungen vor dessen Regulierung.
Wien - Als "Tiefdruckmaler", dessen nebelüberzogene Gemälde von Schlammfarben dominiert werden und der an "klarem Postkartenwetter überhaupt nicht interessiert war" - so Kurator Alexander Klee -, wird der österreichische Maler Emil Jakob Schindler (1842-1892) bis 13. Januar in einer Ausstellung im Oberen Belvedere präsentiert, seit 70 Jahren die erste museale Einzelpräsentation Schindlers.
"Poetischer Realismus" war der Begriff, den der Künstler selbst für seine Stimmungsmalerei wählte, die gleichzeitig mit dem so unterschiedlichen opulenten Historismus des Hans Makart entstand. "Schindler war ein Poet - und einer der ersten Grünen", befand Belvedere-Chefin Agnes Husslein-Arco bei der Presseführung am Mittwoch.
In den Praterauen fand der Maler, der mit seinem Stimmungsimpressionismus Künstler wie Carl Moll, Olga Wisinger-Florian oder Theodor von Hörmann beeinflusste, seine bevorzugten Motive. Umso härter wurde er vom Kahlschlag in den Auen im Zuge der Donaubegradigung getroffen. Klee verwies darauf, dass auch die Maler der französischen Schule von Barbizon gegen Schlägerungen im Wald von Fontainebleau aufgetreten seien, ebenso wie ihre holländischen Kollegen, die Eingriffe in die Dünenlandschaften zu verhindern suchten.
Wie malerisch und urtümlich sich einst die Praterauen präsentierten, sieht man gleich an einem der ersten der an die 30 Gemälde, die für diese kleine Schau der "Meisterwerke im Fokus"-Reihe zusammengetragen wurden: "Mondaufgang in der Praterau" (um 1877/78) zeigt eine verwunschene Dschungel-Landschaft, inklusive Seerosen im Vordergrund, eine "Entenjagd im Prater" (1881) wird zum Suchbild in einer grau verhangenen Naturlandschaft.
"Schindler hat eine ganz wichtige Position in der Entwicklung der Landschaftsmalerei eingenommen", betonte Husslein-Arco und zeigte sich stolz, dass das Belvedere mit 36 Gemälden den größten Museums-Bestand dieses Künstlers sein Eigen nennen kann. Knapp die Hälfte davon ist in der Ausstellung zu sehen, der Rest der Exponate kommt als Leihgaben aus Museums- und Privatsammlungen. Zu sehen sind u.a. Hauptwerke wie das Großformat "Pax" oder die bekannte "Dampfschiffstation an der Donau gegenüber Kaisermühlen". (APA, 26.9.2012)
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