Gesundheitsgefährdende Stoffe in Gummistiefeln

26. September 2012, 15:46
  • Es gibt keine sicheren Hinweise darauf, ob ein Gummistiefel mit Schadstoffen belastet ist oder nicht. Produkte mit intensivem Geruch sollten vorsichtshalber nicht - oder möglichst nur kurze Zeit - getragen werden, lautet die Empfehlung der AK.
    foto: pixelio.de/rainer sturm

    Es gibt keine sicheren Hinweise darauf, ob ein Gummistiefel mit Schadstoffen belastet ist oder nicht. Produkte mit intensivem Geruch sollten vorsichtshalber nicht - oder möglichst nur kurze Zeit - getragen werden, lautet die Empfehlung der AK.

Fast jeder zweite Schuh enthält laut einem Arbeiterkammer-Test Phthalate. Sie stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen

Eisenstadt - Mittlerweile werden Gummistiefel in allen Farben und Mustern angeboten. Das nützliche und zunehmend trendige Schuhwerk hat im Herbst Hochsaison.  Die Arbeiterkammer Burgenland, beauftragte deshalb das Umweltbundesamt, die Stiefel auf gesundheitsgefährdende Stoffe zu testen. Das ernüchternde Ergebnis: Neun von 20 analysierten Kinder-, Damen- und Arbeitsgummistiefeln enthielten in zum Großteil hohen Konzentrationen Phthalate, die im Verdacht stehen die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wurden in keiner Probe gefunden, teilte die AK am Mittwoch mit.

Ausgangspunkt für den Produkttest waren zehn Gummistiefel, die das Umweltbundesamt im Auftrag der AK untersuchte. Zehn weitere Modelle testete das Amt in Eigeninitiative. Alle Gummistiefel wurden in Handelsketten- und Baumarktfilialen in Wien, Eisenstadt, Neusiedl am See und Gerasdorf gekauft. Die Suche nach krebserregenden PAK blieb zur Freude der Tester erfolglos. Allerdings wurden Phthalate nachgewiesen. Sie kommen als Weichmacher in Kunststoffen zum Einsatz und können unter anderem auch Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben.

Verboten ist das allerdings nicht. "Obwohl keines der getesteten Produkte eine gesetzliche Vorgabe verletzt, sind die Ergebnisse absolut nicht zufriedenstellend", lautet das Resümee von AK-Konsumentenschützerin Eva Schreiber. "Stoffe, die die Gesundheit gefährden, haben in der Verbraucherproduktion nichts verloren. Aus Konsumentensicht dauere es viel zu lange, bis der Einsatz gefährlicher Stoffe verboten werde. Die Chemikalie DEHP wurde beispielsweise bereits im Februar 2011 von der EU als "gefährlicher Stoff" klassifiziert, aber erst ab Februar 2015 ist der Einsatz ohne gültige Zulassung verboten", erklärt Schreiber.

Schadstoffe vermeidbar

Deshalb fordere man die Hersteller auf, bereits vor Inkrafttreten der Zulassungspflicht auf diese gefährlichen Stoffe zu verzichten. Der Einsatz der gefundenen Schadstoffe sei nach dem Stand der Technik vermeidbar. "Prinzipiell sollten Konsumentenprodukte frei von reproduktionstoxischen, hormonell wirksamen oder umweltschädlichen Stoffen sein. Zumal sie durch ungefährliche Alternativen ersetzt werden können", ist Sabine Cladrowa, Leiterin der Abteilung Chemikalien und Biozide im Umweltbundesamt, überzeugt.

Den Konsumenten empfiehlt die AK, Gummistiefel mit intensivem Geruch vorsichtshalber gar nicht oder zumindest nur kurze Zeit zu tragen. Sichere Hinweise darauf, ob ein Stiefel mit Schadstoffen belastet sei oder nicht, gebe es nicht. Auch teure Produkte seien nicht automatisch die besseren. Im billigsten der getesteten Produkte, ein Kindergummistiefel um drei Euro, wurden beispielsweise keine Schadstoffe nachgewiesen.

Innenfutter bietet keinen Schutz

Generell sollte man Gummistiefel möglichst kurz und immer mit Socken oder Strümpfen tragen. Langer Hautkontakt, Schweiß und Wunden begünstigen die Aufnahme von Substanzen durch die Haut. Das Innenfutter schützt nicht. Beim aktuellen Test war auch die Futterschicht massiv belastet.

Auf das nicht zufriedenstellende Testergebnis haben zunächst drei Firmen reagiert: Baumax sagte zu, das Produkt "Workman" aus dem Verkauf zu nehmen. Der Lieferant werde weitere Analysen vornehmen, um die aktuell festgestellte Phthalat-Konzentration zu verifizieren. Auch OBI hat Kontakt mit seinem Lieferanten aufgenommen und wird nach Vorliegen der Informationen Maßnahmen festlegen. Vom Dänischen Bettenlager hieß es dazu, dass das beanstandete Produkt in den Filialen abverkauft und danach nicht mehr angeboten werde. (APA, derStandard.at, 26.9.2012)

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13 Postings
Da wie dort:

Gummi als Empfängnisverhütung. ;-)

warum immer so negativ? die produzenten habens doch nur gut gemeint: ich trag ab jetzt immer meine gummistiefel und spar mir damit die pille :P
(bei dem zu erwartenden sockenduft erübrigt sich diese frage vermutlich ohnehin...)

deswegen esse ich auch keine gummistiefeln mehr!
scheint doch gesünder zu sein!

Haben die nicht was Sinnvolles zu tun ,,????!!!!

Gesundheitsgefährdende Stoffe in Gummistiefeln

'
Zeachnkaas?

Weichmacher, Lösungsmittel, solches Zeug ist oft alles andere als harmlos.

"weißt eh, heut is

gfährlich...du musst aufpassen.."
"ach was, ich hab eh die gummis an!"

Ich hab Crocks noch nie gemocht...jetzt weiß ich warum

Gehört auf die Titelseite

Dringende Warnung des Sozialministers ... das Tragen von Gummistiefeln für mehr als 20h/Tag gefährdet die Pensionen! Und im Bett sollte man darauf überhaupt verzichten!

könnte man auch für die Bauern auf die Titelseite der Website des Landwirtschaftsministeriums stellen ... dann wär die sündteure Website wenigstens für etwas gut.

Noch ein Lieblingsessen meiner Kindheit,

das auf einmal dick machen soll......
Schade, werd ich sie halt nur mehr an den Füßen und bei Regen tragen

Früher war alles besser, ...

... da waren sogar die Gummistiefeln noch aus Holz.

Heute jedenfalls sind Gummistiefel nicht aus Gummi.

Das weiß anscheinend weder APA noch St.

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