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Wien - Die Autonomie im Personalbereich der Universitäten hat zumindest an der Universität Wien und der Wirtschaftsuniversität keine Verbesserung bei den Betreuungsrelationen gebracht. Das zeigt ein am Mittwoch veröffentlichter Follow-Up Bericht des Rechnungshofs (RH), in dem die Auswirkungen der Personalhoheit der Unis analysiert wurden. Die beiden untersuchten Unis weisen demnach noch immer das schlechteste Betreuungsverhältnis unter allen Unis auf. An der WU kommt zudem nur ein Viertel der Lehrenden aus dem höherqualifizierten Bereich.
Beide Universitäten begründen die schlechten Zahlen mit zu geringem Budget, was der RH allerdings nicht gelten lässt: Mit der Vollrechtsfähigkeit liege es in der Verantwortung der Unis selbst, mit den vorhandenen Mitteln "ihre Verpflichtungen im Bereich der Lehre wahrzunehmen".
Konkret kommen auf einen Professor an der Uni Wien 125,8 bzw. auf einen Lehrenden 20,9 prüfungsaktive Studenten (2009/10), wobei Höherqualifizierte (Dozenten oder Professoren) 34 Prozent der Wissenschafter ausmachen. Unter prüfungsaktive Studenten werden jene verstanden, die im Jahr Leistungen im Umfang von mehr als 16 ECTS absolvieren. An der WU beträgt das Verhältnis Professoren bzw. Lehrende zu prüfungsaktiven Studenten eins zu 205,5 bzw. eins zu 26,9.
Zum Vergleich: An der Uni Graz kommen auf einen Professor 104 ordentliche Studenten, auf einen Lehrenden 17,1. An der Uni Linz liegt das Verhältnis bei nur eins zu 52,7 bzw. 9,5. An der WU kommt dabei nur knapp ein Viertel des wissenschaftlichen Personals aus höherqualifizierten Verwendungsgruppen. Die Uni verteidigt sich in ihrer Stellungnahme damit, dass sie aus Budgetgründen "in viel zu großer Zahl auf kostengünstige Alternativen" zurückgreifen müsse.
Die WU gibt in einer Stellungnahme in dem Bericht an, dass sie sich für mehr Personalkapazitäten einsetzen will. Die derzeitige Kluft zwischen Kapazitäten und Studentenzahlen stelle die WU nämlich "vor ein existenzielles Problem".
Gerade was die Entwicklung des wissenschaftlichen Personals angeht, muss die WU in dem Bericht allerdings Kritik einstecken: Zwischen 2008 und 2010 gab es dort einen Rückgang des wissenschaftlichen Personals um 1,8 Prozent, während um 10,6 Prozent mehr allgemeines Personal gab. Wissenschafter machen damit 2010 an der WU 60 Prozent der Mitarbeiter (gerechnet in Vollzeitäquivalenten) aus. "Vor allem in Hinblick auf die ungünstigen Betreuungsrelationen wäre zu evaluieren, inwieweit die intendierte Entlastung des wissenschaftlichen Personals durch die neu geschaffenen Stellen im allgemeinen Bereich auch tatsächlich umgesetzt wird", schreibt der RH.
An der Uni Wien war hingegen die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter zwischen 2008 und 2010 um 7,5 Prozent gestiegen, diese machten damit rund 68 Prozent des gesamten Personals aus. Das allgemeine Personal nahm in dieser Zeit um nur 1,4 Prozent zu. (APA, 26.9.2012)
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Eine höhere Anzahl an wissenschaftlichen Mitarbeitern kann u.U. auch heißen, dass heute fünf DoktorandInnen für jeweils eine Lehrveranstaltung angestellt werden, wo man früher vielleicht einen Lektor / eine Lektorin hatte, der / die vollbeschäftigt war und mehrere LV gehalten hat, ggf. sogar inkl. Betreuung von Abschlussarbeiten. Das ist allerdings rein ins Blaue hinein vermutet von mir.
Was mir an der Uni Wien allerdings tatsächlich aufgefallen ist, ist die vermehrte Tendenz, TutorInnen und StudienassistentInnen offiziell zu bestellen und anzustellen (und nicht nur als freiwillige Helferleins eines Professors / einer Professorin) und Tutorien ebenso offiziell ins Vorlesungsverzeichnis zu schreiben oder sogar im Studienplan vorzuschreiben.
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